Astronomie im August Perseiden: Tipps zum Sternschnuppen-Schauen

Die Perseiden gehören zu den bekanntesten Sternschnuppen. Besonders beliebt sind sie, weil sie in den warmen Sommernächten gut zu beobachten sind. Andere Meteor-Ströme mit einer hohen Dichte an Sternschnuppen tauchen eher im Winter auf. Wie man die Perseiden am 11. und 12. August am besten beobachten kann, erklären wir Ihnen hier.

Perseiden 2 min
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Die Perseiden gehören zu den stärksten Sternschnuppernströmen im Jahr.

Mo 01.07.2019 13:51Uhr 01:30 min

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Die lauwarmen Sommernächte laden zum Draußenbleiben ein. Dabei dürften nicht nur kühle Getränke den Abend verschönern. Die Sternschnuppen der Perseiden leuchten in den nächsten Nächten besonders häufig. Vor allem in den späten Abend- und frühen Morgenstunden des 11. und 12. August wird es viele Sternschnuppen geben. Wer ein paar Kleinigkeiten beachtet, hat gute Chancen auf viele Wünsche.

Das bloße Auge ist die beste Apparatur

Den Griff zum Teleskop oder Fernglas sollte man vermeiden. Der Himmelsausschnitt, den man durch solche Vergrößerungslinsen sieht, ist viel zu klein, um eine Sternschnuppe zu erhaschen. Zum einen weiß man nicht genau, wo sie am Himmel auftreten. Zum anderen sind sie meist sehr schnell – besonders die Perseiden. Mit einer Geschwindigkeit von fast 60 Kilometer pro Sekunde rasen sie über die Erdatmosphäre hinweg. Umgerechnet sind das zirka 216.000 Stundenkilometer.

Blick ins Sternbild Perseus

Die Perseiden haben ihren Namen dem Sternbild Perseus zu verdanken. Es scheint so, als würde die griechische Heldenfigur es im August Feuerkugeln regnen lassen. Dabei ist der eigentliche Ursprung des Meteor-Stroms der Komet Swift-Tuttle (C 109P). 

In dieser grafischen Darstellung erkennt man den Nachthimmel um den 12. August herum. In dieser Nacht sind die Sternschnuppen der Perseiden zu sehen. Sie scheinen dem Sternbild Perseus zu entstammen.
In dieser grafischen Darstellung erkennt man den Nachthimmel um den 12. August herum. In dieser Nacht sind die Sternschnuppen der Perseiden zu sehen. Sie scheinen dem Sternbild Perseus zu entstammen. Bildrechte: Vereinigung der Sternfreunde e.V.

Im August durchkreuzt die Erde den hinterlassenen Staubschweif des Kometen. Dieser bewegt sich in einem großen elliptischen Bogen um die Sonne. Zirka alle 130 Jahre kommt es zu einer erneuten Umrundung. Wenn die Erde den Schweif kreuzt, fangen die Staubkörner an, sich an der Erdatmosphäre zu reiben. Die umgebende Luft beginnt dann zu glühen und ein heller Schweif erscheint am Himmel. Die Sternschnuppen kann man dann am nordöstlichem Nachthimmel erblicken.

Kein Perseiden-Jahr

Wenn Jupiter vorher in der Nähe des Staubschweifs war, wird dieser durcheinandergebracht. Dabei wird der Schweif ein wenig in Richtung Erde gebogen. Wenn dies passiert, sind die Chancen auf viele Sternschnuppen größer. Deshalb gibt es Jahre mit einem hohen Aufkommen von Sternschnuppen und Jahre mit weniger Sternschnuppen.

Dieses Jahr ist jedoch kein besonderes Perseiden-Jahr. Trotzdem kann man mit etwas Glück alle paar Minuten eine neue Sternschnuppe am Himmel beobachten. Seinen Höhepunkt mit den meisten Sternschnuppen hat der Meteor-Strom am 12. August – idealer Ort zum Beobachten sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Dort kann man bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde erspähen. In Mitteleuropa verhindert der helle Vormittag die Sicht.

Kein Grund zum Trübsal Blasen: In den Abendstunden des 11. und 12. August können stündlich zwischen 20 und 50 Sternschnuppen beobachtet werden. Bis Mitternacht hat man gute Chancen dazu.

Sternschnuppen

Perseiden
Die Perseiden huschen über den Nachthimmel. Bildrechte: IMAGO
Perseiden
Die Perseiden huschen über den Nachthimmel. Bildrechte: IMAGO
Sternenhimmel mit Perseiden
Hier erkennt man die Sternschnuppen der Perseiden über einer Bergkuppe. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Sternenhimmel mit Sternschnuppe
Besonders an Orten mit wenig Licht kann man die meisten Sternschnuppen erblicken Bildrechte: imago/VIADATA
Sternschnuppen über der Elbe bei Buch im Landkreis Stendal.
Besonders schöne Orte sind Gewässer wie die Elbe... Bildrechte: Jens Ernst
Sternschnuppen über einem Berg im Osten von Italien
... oder Seen. Bildrechte: IMAGO
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Nicht direkt ins Mondlicht schauen

Wenn der Mond aufgeht, wird es schwerer werden, die Sternschnuppen zu erkennen. Am 11. August wird dies um 23.58 Uhr sein, am darauffolgenden Tag erst nach Mitternacht. Um 0.31 Uhr wird er in der Nacht zum 13. August aufgehen.

Auch wenn er zu dieser Zeit nur als abnehmender Mond zu erkennen ist: sein Licht ist dennoch sehr hell. Man sollte also nicht andauernd ins Mondlicht starren. Wer seinen Blick in den dunkleren Teil des Himmels richtet, schärft seine Augen damit. Dadurch können auch weniger helle Sternschnuppen erkannt werden.

Eine dunkle Ecke suchen

Die besten Chancen auf viele Sternschnuppen hat man an dunklen Orten. Die Stadt ist dafür weniger gut geeignet. Aber auch bei kleineren Orten sollte man sich vom Ortsausgang entfernen. Freie Felder oder Lichtungen außerhalb von dichten Besiedlungen sind ideal. Diese interaktive Karte zur Lichtverschmutzung zeigt Ihnen weltweit, wo nachts die dunklen Flecken sind, an denen Sie einen guten Blick in die Sterne haben, wie etwa im Sternenpark Rhön.

Da die Perseiden den Anschein erwecken, aus dem Sternbild Perseus zu entstammen, sollten Sie einen Ort mit freier Sicht auf den Horizont suchen. Zwar bewegt sich das Sternbild über die Nacht hinweg in höhere Gefilde. Jedoch stört dann das Mondlicht wieder mehr.

Abends nichts gesehen? Früher aufstehen!

Die Sonne wird am 11. August gegen 20.39 Uhr untergehen. Zirka zwei Stunden später lohnt es sich, den Himmel zu beobachten. Dabei sollte man Geduld mitbringen. Zwar können bis zu 50 Sternschnuppen erspäht werden. Es heißt aber nicht, dass fast jede Minute eine Sternschnuppe über den Himmel saust.

Manchmal dauert es mehrere Minuten, bis man einen Wunsch äußern kann. Ein anderes Mal blickt man an die falsche Stelle. Manche Sternschnuppen sind zu schnell, andere zu dunkel. Hin und wieder tauchen mehrere gleichzeitig am Himmel auf. 

Daher lohnt sich auch der frühe Morgen zur Himmelsbeobachtung. Wer abends kein Glück hat, kann somit auf die frühen Morgenstunden ausweichen oder auf den nächsten Abend warten. Immerhin werden die Perseiden bis zum 24. August am Himmel zu beobachten sein – auch wenn die Sternschnuppen-Dichte von Nacht zu Nacht abnehmen wird.

Diese schematische Grafik zeigt das Sternbild Perseus und damit den scheinbaren Ursprung der Perseiden-Sternschnuppen.
Diese schematische Grafik zeigt das Sternbild Perseus und damit den scheinbaren Ursprung der Perseiden-Sternschnuppen. Bildrechte: Klapetz/MDR

Perseiden verpasst? Wann gibt es die nächsten Sternschnuppen?

Wer kein Glück bei den diesjährigen Perseiden hatte, braucht den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Bereits in der Nacht zum 19. August erscheinen die nächsten Sternschnuppen am Nachthimmel. Jedoch wird es bei den Kappa-Cygniden gerade einmal um die drei Sternschnuppen pro Stunde regnen.

Ähnliches gilt für die Alpha-Aurigiden, die an ihrem Höhepunkt den Himmel mit gerade einmal sechs Sternschnuppen pro Stunde schmücken werden. Dies wird am 1. September der Fall sein.

Übrigens: Wer auf ein starkes Perseiden-Jahr hofft, muss vermutlich bis 2028 warten. Da sich der Sternschnuppenschauer vom 17. Juli bis zum 24. August erstreckt, dürfte es aber genügend Möglichkeiten geben, um zumindest eine Sternschnuppe zu erblicken. 

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