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Deutschland steht hinter der veganen Idee an sich, Italien auch – also, wenn es schmeckt. Bildrechte: imago/Norbert Schmidt

Wissen-News Geschmack und Tierwohl: Unterschiedliche Ansichten zu veganen Milchersatzprodukten in Europa

08. August 2023, 14:50 Uhr

Milchersatzprodukte wie pflanzlicher Käse und pflanzliche Milch erfreuen sich europaweit wachsender Beliebtheit. Wann was gekauft wird, ist aber von Land zu Land unterschiedlich.

Kein geeinigtes Europa bei Milch aus der Haferkuh: Die Akzeptanz von Milchersatzprodukten hängt in europäischen Ländern von unterschiedlichen Faktoren ab. Das ergab eine Studie der Universität Hohenheim. Unter den untersuchten Ländern zeigte sich vor allem eine einzigartige Sichtweise aus Deutschland. Hier seien Tierwohl, Gesundheit und Umwelt ausschlaggebend, was das Land zu dem mit der höchsten Akzeptanz für Milchersatzprodukte macht. Soziale Normen und kulturelle Traditionen würden Deutsche hingegen weniger stark beeinflussen. Das Bildungsniveau und andere soziodemografische Faktoren spielten in allen untersuchten Ländern überraschend keine Rolle, so die Forschenden.

In die Untersuchung flossen neben Deutschland Befragungsdaten aus Dänemark, Frankreich, Italien, Polen und Spanien ein. So werde etwa der gesundheitliche Aspekt in Polen andersherum als hierzulande gelesen: Dort würden tierische Milchprodukte als gesund und vorteilhaft angepriesen, so die Forschenden, was ihnen den Vorzug gebe. Zudem seien die Lebensmittelpreise entscheidend. Bei einem Anstieg nehme die Bereitschaft ab, vegane Ersatzprodukte zu konsumieren.

Vor dem Hintergrund der französischen Käsereitradition stünden in Frankreich sensorische Eigenschaften und der Geschmack des Originals im Vordergrund. Ein ähnliches Bild zeige sich in Italien und Spanien. Mit steigender Vielfalt, besserem Geschmack und besserem Mundgefühl steige auch das Kaufinteresse bei bisher nicht vollständig überzeugten Verbraucherinnen und Verbrauchern. So seien variantenreiche Produkte insbesondere in Frankreich und Italien entscheidend.

Die Forschenden weisen darauf hin, dass die Erhebung nur begrenzt repräsentativ sei, da nur Personen in die Untersuchung aufgenommen wurden, die entweder schon pflanzliche Milchersatzprodukte konsumiert haben oder mit diesem Gedanken spielen. Insgesamt steigt die Beliebtheit dieser Lebensmittel auf dem gesamten europäischen Markt zwischen 2020 und 2022 erhöhte sich der Umsatz um fast fünfzig Prozent. Die Produkte werden zum Beispiel aus Getreide oder Hülsenfrüchten, teilweise auch aus Gemüsesorten hergestellt, wie zum Beispiel Camembert auf Blumenkohlbasis. Aufgrund der deutlich besseren CO2-Bilanz im Vergleich zu tierischen Produkten wird ihnen ein großes Potenzial für einen nachhaltigen Wandel des Ernährungssystems zugesprochen. In Deutschland gilt allerdings Kuhmilch nach wie vor als Grundnahrungsmittel und wird mit sieben Prozent besteuert, bei Hafer- oder Sojamilch sind es 19 Prozent.

2 Kommentare

MDR-Team vor 27 Wochen

@Niemann
Ihre Katze muss nicht verhungern, denn es wird auch in Zukunft weiter Fleisch produziert - nur eventuell weniger als aktuell, was tatsächlich dem Klima zu Gute käme. Dabei heiligt der Zweck auch nicht die Mittel, aber wenn in diesem Fall das Mittel weniger Kuhhaltung lautet, dürfte dies durchaus akzeptabel sein.
LG, das MDR-Wissen-Team

Niemann vor 27 Wochen

Vegane Milchersatzprodukte... ...haben ein großes Zukunftspotenzial, obwohl halt nur Mogelpackung!!!
Da vermute ich mal die Klimafreaks dahinter. Und tatsächlich, weiter unten, es geht in Wirklichkeit um die CO2-Bilanz. Kühe furzen eben zu viel Klimaschadgase und müssen weg und sollen durch die Haferkuh ersetzt werden. Bring Özdemir auch seinem Ziel näher nur noch 10 Gr. Fleisch pro Tag und Nase. Meine Katze wird deswegen verhungern müssen. Danke liebes MDR-Team vom Wissen, ich bin wieder mal um eine Erkenntnis reicher, es geht immer nur noch ums Klima und der Zweck heiligt die Mittel. Dumm nur, dem Klima ist der Mensch völlig egal und den Klimawandel hält auch Hafermilch nicht auf, selbst wenn man daran denkt für jede gekeulte Kuh 3000 € Entschädigung zu zahlen.