Das Altpapier am 12. November 2018 Hello again, Objektivitätswahn!

Ist "Meinungsjournalismus" des Teufels? Sind Journalisten, die Politikern widersprechen, Besserwisser? Außerdem auf der Agenda: Warum der Begriff Rechtspopulismus "viel zu verharmlosend" ist. Ein Altpapier von René Martens.

Collage zur Medienkolumne Das Altpapier vom 12. November 2018: Nathalie Wappler-Hagen, im Hintergrund links das SFR- und rechts das MDR-Logo.
Bildrechte: Collage MEDIEN360G

Donald Trumps verbale Ausfälle gegen Jim Acosta (Altpapier von Donnerstag und Freitag) haben etwas aus dem Blick geraten, dass unter den vielen Journalist*innen, die der US-Präsident in der vergangenen Woche beleidigt hat, gleich drei afroamerikanische Journalistinnen waren. "What a stupid question that is. What a stupid question,” hatte Trump gegen Abby Phillip von CNN gepöbelt. Für April Ryan, Büroleiterin der American Urban Radio Networks in Washington, die seit 1997 aus dem Weißen Haus berichtet, hatte er den Begriff "Loser" parat. Und

"Yamiche Alcindor von PBS hatte sich schon am Mittwoch anhören müssen, sie stelle eine ‚rassistische Frage‘, als sie wissen wollte, ob Trumps Selbstbeschreibung als Nationalist Rechtsradikale in ihrem Tuen befeuere",

berichtet Frauke Steffens für faz.net.

Brooke Baldwin, Host von "CNN Newsroom", sagte in ihrer Sendung, die Äußerungen Trumps seien "jenseits von verstörend" und betonte, dass die von den Kolleginnen gestellten Fragen, auf die Trump hasserfüllt reagierte, zu den wichtigsten gehörten, die man derzeit zur Politik des Weißen Hauses stellen könne. Es ist ein bemerkenswerter, aus dem Rahmen fallender Beitrag: Baldwin nutzt die Sendung, um auf sehr persönliche Weise zum Ausdruck zu bringen, wie widerlich sie Trumps Verhalten findet. Paul Farhi ordnet dessen Ausfälle in der Washington Post folgendermaßen ein:

"Trump has disparaged many people, so his responses to Phillip, Ryan and Alcindor might simply reflect equal-opportunity contempt. But all three of the latest examples fall into the categories of people — journalists, women, African Americans — for whom Trump has reserved special nastiness."

Ebenfalls für die Washington Post hat April Ryan, eine der Betroffenen, einen Beitrag geschrieben. Überschrift: "Trump loves insulting people like me". Ryan schreibt:

"The journalists covering Trump’s presidency are professionals, and I’m confident that all of us, including the African American women covering this White House, will continue to do our jobs no matter how we’re treated by President Trump. But we shouldn’t have to put up with the kind of treatment we received this week."

Im Kontext der Acosta/Trump-Sache erinnert Michael Hanfeld in der FAZ vom Samstag noch einmal an eine Art deutschen Parallelfall. Er trug sich am 28. September 2018 im Bundeskanzleramt zu:

"Der türkische Journalist Ertugrul Adil Yigit war abgeführt worden, weil er ein T-Shirt mit der Aufschrift 'Pressefreiheit für Journalisten in der Türkei‘ getragen hatte."

Hanfeld erwähnt in dem Text eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion zum damaligen Umgang mit Yigit, der auch im Altpapier Thema war. Falls hier am Freitag beim Verweis auf die Verhältnisse Bundespressekonferenz der Eindruck erweckt sein sollte, herrschaftliches Fragesteller-Mundtotmachen à la Trump sei bei Pressekonferenzen hier zu Lande nicht denkbar: Er stimmt zwar, was die BPK angeht, aber nicht grundsätzlich.

Darüber hinaus bezeichnet Hanfeld den "fortwährenden Infight zwischen Donald Trump und den amerikanischen Medien" als "Jahrmarktsboxen". Dieser Kampf bezeuge,

"mit wie wenig Würde dieser Präsident sein Amt bekleidet und wie wenig er von der Pressefreiheit hält, er bezeugt aber auch, wie wichtig sich Journalisten nehmen und dass sie sich selbst mitunter für die Nachricht halten, womit sie Trump wiederum eine wunderbare Angriffsfläche bieten".

Dazu lässt sich Ähnliches sagen wie an dieser Stelle am Freitag: Man kann Journalisten kritisieren, die sich sehr wichtig nehmen, es ist im aktuellen Kontext aber völlig unangebracht. Es ist für Trump völlig egal, ob Journalisten ihm durch vermeintlich wichtigtuerisches Auftreten "Angriffsflächen" geben, er würde seine Attacken auch reiten, wenn sich die Journalisten so verhielten, wie Hanfeld es für richtig hält. Man könnte demgegenüber sogar die These vertreten, dass Journalisten in Zeiten wie diesen viel stärker gefordert sind, aus ihrer klassischen beruflichen Rolle ausbrechen zu müssen - wie es aktuell die oben erwähnte Brooke Baldwin von CNN getan hat. Zurückhaltende Selbstverteidigung ist nur schwerlich möglich.

"Das ist dann kein Journalismus mehr"

Das wird Nathalie Wappler, die noch am Standort Halle als MDR-Programmdirektorin tätig ist und ab Frühjahr 2019 als Direktorin des Schweizer Radios und Fernsehens amtieren wird (siehe Altpapierkorb von Freitag), vermutlich anders sehen. Christian Jungen  hat sie für die NZZ am Sonntag (€) interviewt, und Wappler Hagen deutet hier an, was sie zu ändern gedenkt auf ihrem neuen Posten:

"Wenn die Leute uns für arrogant halten, dann haben wir ein Problem. Ich glaube, dieser Vorwurf rührt daher, dass wir zu oft mit der Haltung auftraten: ‚Ich erkläre dir jetzt, wie die Welt ist.‘ Wir müssen ein Programm machen, das informiert, aber nicht polarisiert. Wir müssen keinen Meinungsjournalismus machen. Ich habe diesbezüglich in Deutschland sehr viel gelernt. Diese Abgehängten, die man nicht mehr zurückholen kann, beschäftigen mich zutiefst."

In der Antwort auf die Frage, an was sich "diese Menschen konkret stören", toppt sie die vorige Äußerung noch:

"Wenn wir in einem Beitrag einen Politiker zu Wort kommen lassen und wenn der Journalist dann den Eindruck erweckt, er wisse es besser, provoziert das einen Vertrauensverlust."

Diese Äußerungen, auch in Zusammenfassungen beim Tagesanzeiger und bei persoenlich.com zu finden, haben recht verstörte Reaktionen hervorgerufen, zum Beispiel bei der Deutschlandfunk-Redakteurin Ann-Kathrin Büüsker:

"Wie kann man sich mental so weit davon entfernen, was Journalismus ausmacht."

Oder beim freien Hörfunkjournalisten Stefan Fries:

"Wenn das wirklich so kommt, ist die SRF eingeknickt gegenüber den Populisten. Das ist dann kein Journalismus mehr."

Und Lukas Nyffenegger von der Forschungsstelle für Sozial- & Wirtschaftsgeschichte Zürich meint:

"Die alte Rede von 'Abbilden‘ bekommt wieder Sukkurs - oder: oder: Wie das Fernsehen einem falschen Objektivitätswahn aufsitzt und noch irrelevanter wird. 'Meinungsfreies‘ TV? No-Go."

Dieser Objektivitätswahn war immer mal wieder Thema im Altpapier, etwa im März und im Juli dieses Jahres. Ein Irrtum, dem Wappler aufzusitzen scheint: Jene, die vorgeben, "Meinungsjournalismus" abzulehnen, bezeichnen als "Meinung" ja längst auch Fakten, die ihnen nicht in den Kram passen. Und falls sie wirklich Meinungen meinen, meinen sie Meinungen, die ihnen nicht gefallen. Grundsätzlich haben sie mit "Meinungsjournalismus" gar kein Problem.

Und mal ganz praktisch gefragt. Was sollen Journalist*innen denn machen, wenn Politiker*innen die Unwahrheit sagen, unfundierte Antworten geben, Fragen ausweichen? Ihnen nicht widersprechen, weil die "Gefahr" besteht,  dass das als Besserwisserei ausgelegt werden könnte? Abgesehen davon, dass derzeit in solchen Situationen viel zu wenig Journalist*innen widersprechen, wäre das eine Bankrotterklärung. Sollte sich das durchsetzen, was Wappler fordert, können wir alle unseren Laden dichtmachen. Was an dieser Stelle vielleicht nicht fehlen darf: die Anmerkung, dass das Altpapier am MDR-Standort Erfurt erscheint.

Let's talk about Nationalradikalismus

Instruktivere Anregungen für den Journalismus als im NZZ-am-Sonntag Interview mit Wappler finden sich in einem Gespräch, das Thorsten Jantschek für die Deutschlandfunk-Kultur-Sendung "Tacheles" mit dem Soziologen Wilhelm Heitmeyer geführt hat. Heitmeyer ist der Meinung, dass ein von Journalist*innen geradezu innig geliebtes Wort unangebracht ist

"Das, was sich zurzeit abspielt, halte ich nicht für rechtspopulistische Entwicklung. Das ist viel zu verharmlosend. Der Begriff Rechtspopulismus ist auch äußerst schwammig und führt zur Beliebigkeit auf alle Erscheinungsweisen, die einem gerade nicht so passen."

Heitmeyer präferiert den Begriff "autoritärer Nationalradikalismus":

"Der operiert mit einem Kontrollparadigma, also, rigide Führung, hierarchische soziale Ordnung, Kampf und Freund-Feind-Schemata. Das ist das eine Element. Das Nationale wird bestimmt von einem Überlegenheitsanspruch des deutschen Volkes. Das Deutschsein wird als Identitätsanker hoch gehoben und mit einer Niedergangsrhetorik gleichzeitig begleitet."

Was immer wieder aus dem Blick gerät:

"Dieses Einstellungsmuster autoritärer Art war vor Pegida, vor der Spaltung der AfD und auch vor der Flüchtlingsbewegung schon vorhanden. Dieses Einstellungspotenzial von zwanzig Prozent hatte, so haben wir das 2002 schon ermittelt, bis dahin keinen politischen Ort, sondern für mich war das ein vagabundierender Autoritarismus in der Bevölkerung, die wahlpolitisch entweder mal bei der CDU, CSU oder SPD waren oder sich in wutgetränkte Apathie zurückgezogen haben. Das hat sich verändert.

Ein Springer-Mann hat Angst

Im "Tacheles"-Gespräch kommt zumindest kurz auch die Diskussion über die Lesungs-Absage der Spiegel-Online-Kolumnistin Margarete Stokowski vor (siehe zuletzt Altpapier von Donnerstag), zu der eigentlich schon alle alles beigetragen haben, auf die man hier aber doch mal eingehen muss, weil Frédéric Schwilden für die Welt am Sonntag einen Beitrag abgeliefert hat, der sich liest,

"als hätte der Autor mit fünf bewaffneten Zuhältern eine Nacht durchgesoffen, nur langweiliger".

So formuliert es Boris Rosenkranz, der sich bei Übermedien des Textes annimmt und dabei darauf hinweist, das Schwilden all die Falschbehauptungen, mit denen das rechte Feuilleton in den vergangenen Tagen in Sachen Stokowski hausieren gegangen ist, aus Daffke einfach noch mal wiederholt:

"Stokowski plädiert nicht gegen eine Lektüre (der rechten Bücher). Sie schreibt, dass 'man die Positionen von Rechten kennen sollte, um gegen sie zu argumentieren‘", dazu könne man aber auch in eine Bibliothek gehen. Schwilden hingegen insinuiert, Stokowski wolle die Werke einem Diskurs gänzlich entziehen (…) Schwilden unterstellt auch, Stokowski habe den Büchern erst recht zu öffentlicher Aufmerksamkeit verholfen (…). Dabei wollte Stokowski die Gründe ihres Rückzugs eigentlich gar nicht veröffentlichen, aber das unterschlägt Schwilden."

Schwilden stimmt einerseits eine neue Version des "Links ist genauso schlimm wie Rechts"-Liedes an, das sie bei Springer und auch in anderen Verlagshäusern seit Jahrzehnten singen:

"Diese Arroganz, den Weltuntergang auszurufen. Sarrazin, weil er Angst vorm Moslem hat, und Stokowski, weil sie Angst vor Sarrazin hat. Was beide Seiten vereint: Sie wollen in einem absolut homogenen Milieu leben. Sarrazin nur unter Biodeutschen, Stokowksi nur unter Bunte-Welt-Denkern. Gesellschaft heißt aber, diese Andersartigkeit auszuhalten."

Rosenkranz verweist in seinem Übermedien-Text auch darauf, dass Schwilden Stokowski bei Facebook als "Anti-Intellektuelle" bezeichnet, obwohl man sich einen anti-intellektuelleren Menschen als Schwilden nicht leicht vorstellen kann. Im Wortlaut heißt es in seinem Facebook-Beitrag:

"Ich hab Angst! Nicht wegen der paar rechten Spinner in Deutschland. Grundgesetz und Strafgesetzbuch haben alles, was wir brauchen, um mit denen umzugehen. Ich hab Angst, dass Anti-Intellektuelle wie Margarete Stokowski und Joko und Klaas den Diskurs vorgeben."

An dieser Stelle ist links dann nicht mehr so schlimm wie rechts, sondern sogar schlimmer - wenngleich es sich meiner Kenntnis entzieht, inwiefern Joko und Klaas links zu verorten sind -, und das hat, auch wenn man sich daran gewöhnt hat, dass Welt und Welt am Sonntag mittlerweile kaum mehr sind als Tichys Einblick in Zeitungsform, schon eine neue Qualität.

Das Genre des "Performative Political Joke"

Was kann die Satire? Uwe Wirth, Professor für Neuere deutsche Literatur und Kulturwissenschaft an der Uni Gießen, stellt bei Geschichte der Gegenwart die bekannte Frage einmal etwas anders. Sein Text entpuppt sich als Würdigung des früheren Titanic-Chefredakteurs Martin Sonneborn, der "in den letzten Jahren die Geschichte der Gegenwartssatire nachdrücklich mitgeprägt und ihr einen neuen Zug verliehen hat", und zwar in seiner Eigenschaft als Mitgründer und Mitgestalter der Partei DIE PARTEI,

"die – gewollt oder ungewollt – unsere Aufmerksamkeit immer wieder auf die Rahmenbedingungen unserer Mediengesellschaft lenkt".

Die PARTEI-Mitglieder gestalteten

"den medialen Raum so um, dass die satirischen Aktionen Empörung darüber hervorrufen, dass man als Akteur des Systems (etwa als Satire-Partei) den Missbrauch des Gesellschaftssystems offen begehen und offen zur Schau stellen kann",

meint Wirth. Was seiner Ansicht nicht mehr funktioniert:

"(Die) Haltung, auf die man sich seit der Aufklärung und ihrer Indienstnahme der Satire als polemisches Werkzeug der Gesellschaftskritik gern beruft."

Was dagegen funktioniert:

"die verdeckte, ‚indirekte Aggression‘. Subversion, verstanden als 'Gegenmacht‘ (Antonio Negri), die im Rahmen der bestehenden gesellschaftlichen Zustände im Modus der Schein-Affirmation operiert – mit dem Ziel, zu provozieren und Unsicherheit zu erzeugen. So muss man mit Blick auf die DIE PARTEI mit Bertolt Brecht fragen: Was ist die größere gesellschaftspolitische Zumutung: eine Partei mit den Mitteln der Satire zu kritisieren oder eine Satire-Partei zu gründen? Die Antwort ist offensichtlich: Der ‚gute politische Witz‘, den Tucholsky so hochhielt, lockt heute keinen mehr hinter dem Sofa hervor (auf dem früher ja angeblich halb Deutschland saß, um übel zu nehmen).

Als Reaktion auf diese Entwicklung habe

"die Partei DIE PARTEI über die Jahre so etwas wie ein neues Genre in Deutschland eingeführt: den Performative Political Joke. Diese für unsere Mediengesellschaft rekonfigurierte Form der Satire ist nicht mehr primär an der Kritik interessiert, sondern vor allem an der Erzeugung von Aufmerksamkeit (…) Die Gründung einer Satire-Partei (ist) – frei nach Clausewitz – die Fortführung der satirischen Kritik mit anderen Mitteln, genauer gesagt, mit den Mitteln der Anderen, etwa den staatlichen Mitteln aus der Parteienfinanzierung. Die Empörung darüber, dass eine Satire-Partei – mit den gleichen unseriösen Methoden wie die Nicht-Satire-Partei AfD – Mittel aus der Parteienfinanzierung erhält, ist im Grunde Politik pur: eine politische Mobilisierung von Empörungspotential, um die Aufmerksamkeit der Medienöffentlichkeit zuallererst auf sich selbst als perfiden politischen Akteur zu lenken, der aber nichts Anderes tut als alle anderen politischen Akteure, nur eben offensichtlich und ostentativ."

Möbelpacker unterrepräsentiert

Über die von der Wochenzeitung Freitag gerade losgetretene Hashtag-Kampagne #unten, die Gelegenheit geben soll, über "Erfahrungen mit sozialer Abwertung" zu berichten (siehe Altpapier), schreibt Harald Staun in der FAS-Rubrik "Die lieben Kollegen" (für 45 Cent bei Blendle). Der FAS äußert wohlwollende Kritik:

"So sehr (…) all diese Schilderungen die vorangegangenen Debatten um eine wichtige Ebene ergänzen, so offensichtlich sind die Schwächen der Idee. Zum einen sind die Stimmen jener, die man als Angehörige des Prekariats bezeich­nen könnte, nicht nur im deutschen Journalismus unterrepräsentiert, wie die Initiatoren von #unten beschreiben – sondern auch in den sozialen Medien. So sehr diese technisch den Zugang zum öffentlichen Diskurs erleichtern, so sehr unterliegen auch sie genau jenen Ausgrenzungseffekten, welche #unten zur Sprache bringen will. Von Erfahrungen alleinerziehender Verkäuferinnen oder diskriminierter Möbelpacker jedenfalls liest man bisher noch wenig."

Im "Morgenmagazin" der ARD ist #unten auch angekommen. Der Freitag-Redakteur Christian Baron, der die Idee für die Aktion hatte, wurde hier heute Morgen interviewt.

Altpapierkorb (Fußball-Bild, Themenwoche "Gerechtigkeit", sexuelle Belästigung im Journalismus)

+++ Die Fußball-Bild, Anfang 2017 gestartet, erscheint nur noch bis Ende 2018. Das berichtet die SZ. "Das zuletzt für einen Copypreis von 1,50 Euro am Kiosk angebotene Blatt (…) (speiste sich) im Wesentlichen aus der Zweitverwertung von Berichten aus der Bild-Zeitung und ihren 23 Regionalausgaben sowie den digitalen Angeboten der Marke", schreibt David Denk. Springers voriger Versuch auf dem Feld der täglichen Sportzeitungen endete 2006.

+++ Außerdem stellt die SZ die 13. ARD-Themenwoche vor. Um das Thema Gerechtigkeit geht es dieses Mal. Was "das komplizierte Verhältnis von Rechtsstaat und Moral" angehe, biete die Themenwoche "durchaus sehenswerte Beiträge", am heutigen Montag etwa "die ReportageRecht oder Rache?‘, in der sich die Autorin Dörte Schipper mit der stetigen Forderung von Bürgerinnen und Bürgern nach härteren Strafen befasst".

+++ Themenwoche (II): Tilmann P. Gangloff (Tagesspiegel) bespricht aus dem Schwerpunkt das heute im NDR Fernsehen startende "hybride" Gerichts-TV-Format "Das soll Recht sein?" feat. Ingo Zamperoni.

+++ Buzzfeed News fragt die Journalist*innen unter den Leser*innen der Portals, ob sie im Rahmen ihrer Berufsausübung "Erfahrungen mit sexueller Belästigung" gemacht haben.

+++ Für die aktuelle Ausgabe von epd medien habe ich die jüngere Entwicklung der "Debatte über das Filmen und Fotografieren bei Demonstrationen" rekapituliert - "sowohl, was den Umgang von Polizisten und Journalisten untereinander angeht, als auch den zwischen Demonstranten und Journalisten". Auch der aktuellste Fall in diesem Themenkomplex kommt vor: das feindselige, unter anderen im Neuen Deutschland beschriebe Verhalten von Polizisten beim Neonazi-Festival "Schild und Schwert" im sächsischen Ostritz am vorvergangenen Wochenende.

Neues Altpapier gibt’s wieder am Dienstag.