Ostern im Osten

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Frau mit blonden Haaren hält Schild vor sich, um Wassertropfen abzuwehren 1 min
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Achtung Frauen! Wenn ihr an Ostern einen Trip nach Osteuropa plant, könntet ihr eine Rute abbekommen oder einen Eimer Wasser!

Do 13.04.2017 17:05Uhr 01:14 min

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Ukraine

Pysanky - die beschriebenen Ostereier

Pysanky sind kunstvoll beschriebene Ostereier. An ihnen, so sagt ein alter Glaube in der Ukraine, hängt das Schicksal der ganzen Welt. Nur wenn die ukrainischen Frauen Pysanky produzieren, kann die Welt weiter bestehen.

Pysanky
In der Ukraine hält sich seit Jahrhunderten ein im ganzen Land beliebter Brauch: das Beschreiben von Ostereiern, den Pysanky. Bildrechte: MDR/Simon Dach
Pysanky
In der Ukraine hält sich seit Jahrhunderten ein im ganzen Land beliebter Brauch: das Beschreiben von Ostereiern, den Pysanky. Bildrechte: MDR/Simon Dach
Pysanky
Die Pysanky sollen eine enorme Macht besitzen. Einer ukrainischen Legende nach hängt nämlich das Schicksal der ganzen Welt an den Pysanky. Nur wenn sie in der Welt sind, bleiben die finsteren Mächte einigermaßen gebändigt. Bildrechte: MDR/Simon Dach
Pysanky
Die Pysanky werden ausschließlich von Frauen und Mädchen hergestellt. Und zwar in der Woche vor Ostern, nachts, wenn die Kinder schlafen. Bildrechte: MDR/Simon Dach
Pysanky
Das Wort Pysanky stammt vom Verb "schreiben" ab. Pysanky werden nämlich nicht einfach bemalt, sondern beschrieben. Das macht sie so einzigartig. Bildrechte: MDR/Simon Dach
Pysanky
Verwendet werden rohe, zumeist ausgepustete Eier. Die Farben werden aus getrockneten Pflanzen, aus Baumrinden und Wurzeln, aus Beeren und Insektenleibern hergestellt. Bildrechte: MDR/Simon Dach
Pysanky
Für die Grundierung der Eier wird geschmolzenes Bienenwachs verwendet. Es wird zunächst in kleinen Schüsselchen erwärmt und anschließend auf die Eier aufgetragen. Bildrechte: MDR/Simon Dach
Pysanky
Mit einer Feder, einem Stylus, werden die Eier dann "beschrieben". Farbschicht wird auf Farbschicht "aufgeschrieben". Etwa 60 Pysanky stellt jede Frau vor Ostern her. Bildrechte: MDR/Simon Dach
Pysanky
Nichts geschieht dabei zufällig. Jede Farbe hat eine geheimnisvolle Bedeutung: Grün steht für den Frühling, Rot für die Freude, die Sonne und das Leben, und Gelb verheißt Reichtum und Fruchtbarkeit. Eines der wichtigste Motiven auf den Pysanky ist die Sonne. Doch auch Blumen, Fische, Bäume, Pferde und Dreiecke (die Heilige Dreifaltigkeit) werden oft dargestellt. Am hilfreichsten sollen übrigens Pysanky mit spiralförmigen Zeichen sein. Bildrechte: MDR/Simon Dach
Pysanky
Am Ostersonntag werden die Pysanky in der Kirche vom Priester gesegnet. Von nun an können sie ihre wundersame Wirkung entfalten. Bildrechte: MDR/Simon Dach
Pysanky
Die Pysanky werden an Kinder, Verwandte und Freunde verschenkt. Auch der Priester bekommt einige ab. Ebenso die Toten auf dem Friedhof. Bildrechte: MDR/Simon Dach
Pysanky
Die Pysanky schützen vor allerlei Gebrechen und Krankheiten: vor Zahnweh und Nachtblindheit, vor Gicht, Fieber und innerer Unruhe. Bildrechte: MDR/Simon Dach
Pysanky
Pysanky werden aber auch unter Obstbäume gelegt, damit diese reichlich Früchte tragen; man kann sie aber auch unter Bienenstöcken verstecken - die Bienen produzieren dann viel Honig. Auch vermehrt sich das Vieh schneller, wenn in den Ecken der Ställe Pysanky ausgelegt werden. Bildrechte: MDR/Simon Dach
Pysanky
Nur wenn die ukrainischen Frauen und Mädchen jedes Jahr vor Ostern fleißig Pysanky beschreiben, wird die Welt weiter bestehen und das Gute irgendwann die Herrschaft über das Böse antreten. So jedenfalls verheißt es die ukrainische Legende von den Pysanky.
(Die abgebildeten Pysanky gehören zum Bestand des Völkerkundemuseums Leipzig.)

(Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV: Wuhladko | 01.04.2017 | 11:45 Uhr.)
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Rückblick

Ostern in Kaliningrad 5 min
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Über dieses Thema berichtete der MDR u.a. in diesen TV-Sendungen:

Über dieses Thema berichtete der MDR u.a. in diesen TV-Sendungen:

MDR Aktuell | 25.03.2018 | 19:30 Uhr
Wuhladko | 01.04.2017 | 11:45 Uhr
MDR Aktuell | 27.03.2016 | 19:30 Uhr
Hoch zu Roß - Die sorbischen Osterreiter | 31.03.1997 | 19:00 Uhr