AfD-Fraktionschef Jörg Meuthen
Die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Jörg Meuthen etablierte sich in Ostdeutschland als zweitstärkste Kraft. Bildrechte: dpa

Europawahl AfD in Sachsen und Brandenburg stärkste Kraft

Bei den Wahlergebnissen zur Europawahl geht ein Riss durch Deutschland: Die AfD macht im Osten der CDU den Platz als Nummer 1 streitig. In Sachsen und Brandenburg wurde sie stärkste Kraft. Die Grünen blieben in Ostdeutschland hinter den Ergebnissen im Westen zurück. Nur Mecklenburg-Vorpommern tickt etwas anders.

AfD-Fraktionschef Jörg Meuthen
Die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Jörg Meuthen etablierte sich in Ostdeutschland als zweitstärkste Kraft. Bildrechte: dpa

AfD stärkste Kraft in Sachsen

Die AfD ist bei der Europawahl stärkste Kraft in Sachsen geworden. Wie die Wahlleitung am frühen Montagmorgen mitteilte, erreichte die Partei 25,3 Prozent der Stimmen und überholte damit die CDU, die auf 23 Prozent kam. Dahinter rangieren die Linke mit 11,7 Prozent, gefolgt von Grünen mit 10,3 Prozent. Die SPD erzielte mit 8,6 Prozent nur ein einstelliges Ergebnis. Die FDP landete bei 4,7 Prozent der Stimmen.

Landesparteichef Jörg Urban jubelte: "Die AfD hat im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren deutlich dazu gewonnen." Die AfD sei inzwischen eine Volkspartei. CDU-Generalsekretär Alexander Dirks sprach von einem "bitteren Ergebnis".

CDU in Sachsen-Anhalt vorn

Die CDU hat die Europawahl in Sachsen-Anhalt trotz deutlicher Verluste gewonnen. Die Christdemokraten kamen auf 23,2 Prozent der Stimmen. Auf Platz zwei landete mit 20,4 Prozent die AfD. Die Linke verbuchte 14,4 Prozent der Stimmen, die SPD 12,5 Prozent. Anders als auf Bundesebene kamen die Grünen nur auf Platz 5 mit 9,2 Prozent, vor der FDP mit 4,9 Prozent.

In Thüringen CDU knapp vor AfD

In Thüringen hat die CDU trotz deutlicher Einbußen ihre Position als stärkste Partei knapp vor der AfD behauptet. Das teilte der Landeswahlleiter am frühen Montagmorgen nach Auszählung aller Stimmbezirke mit. Demnach kam die CDU auf 24,7 Prozent und verlor damit 7,1 Prozentpunkte im Vergleich zu 2014. Die AfD folgt dahinter mit 22,5 Prozent der Stimmen. Die Linke lag bei 13,8 Prozent, die SPD bei 11,0 Prozent. Für die Grünen stehen 8,6 Prozent zu Buche, für die FDP 4,6 Prozent.

AfD holt Brandenburg | Der Norden tickt anders

Einen Sprung ganz nach vorn machte die AfD auch in Brandenburg. Nach dem vorläufigen Endergebnis der Europawahl lag sie mit 19,9 Prozent der Stimmen vor der CDU mit 18 Prozent. Die SPD erlitt im Vergleich zu 2014 große Verluste und landete mit 17,2 Prozent auf dem dritten Platz. Linke und Grüne holten je 12,3 Prozent.

Nur Mecklenburg-Vorpommern scherte im Ostvergleich aus. Dort lag nach Auszählung aller Wahlbezirke die CDU mit 24,5 Prozent deutlich vor der AfD mit 17,7 Prozent. Dahinter folgen die SPD mit 15,6 Prozent und die Linke mit 13,9 Prozent. Die Grünen holten 10,8, die Liberalen 3,9 Prozent.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Mai 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Mai 2019, 01:25 Uhr