#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 5. September

1991: Ende der UdSSR eingeläutet

Der 5. September 1991 markierte den Beginn vom Ende der Sowjetunion. An diesem Tag beschloss der Volksdeputiertenkongress die Bildung einer Übergangsregierung. Die Präsidenten der jeweiligen Sowjetrepubliken sollten den neuen Staatsrat stellen. Einen Tag vorher hatte UdSSR-Staatspräsident Michail Gorbatschow die Unabhängigkeit der baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen anerkannt.

Bereits im August hatten kommunistische Funktionäre gegen Gorbatschow geputscht, allerdings erfolglos. Bei einem Treffen im russischen Wiskuli beschlossen am 8. Dezember der weißrussischen Parlamentschef Stanislaw Schuschkewitsch, der russische Präsident Boris Jelzin und der ukrainische Präsident Leonid Krawtschuk die Auflösung der UdSSR. Das formale Ende der Sowjetunion wurde im Dezember 1991 besiegelt: Die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) wurde gegründet und am 26. Dezember veranlasste das Parlament die Auflösung der Sowjetunion zum Jahresende.

1997: Tod von Mutter Theresa

Mit 87 Jahren starb 1997 die Ordensschwester Mutter Theresa. Sie stammte aus dem mazedonischen Skopje und trat bereits mit 18 Jahren dem irischen Orden "Schwestern der Loreto" bei. Ein Jahr später kam sie nach Indien und arbeitete dort als Lehrerin in Colombo, Madras und Kalkutta. Mit der Zustimmung des Papstes und der indischen Regierung gründete sie 1950 den Orden "Missionarinnen der Nächstenliebe" und ließ Hilfseinrichtungen wie Waisenhäuser und Kliniken errichten. Bald wurden die Medien auf ihr unermüdliches Engagement aufmerksam, das sie international berühmt machte. 1971 erhielt sie den Friedenspreis des Papstes und 1979 den Friedensnobelpreis. Bereits 2003 wurde sie selig- und 2016 heiliggesprochen. Manche kritisierten allerdings ihren strengen Glauben und warfen ihr vor, in erster Linie den konservativen katholischen Glauben verbreiten zu wollen.

Mutter Teresa
Ihre Arbeit als Ordensschwester und Missionarin brachten Mutter Theresa den Friedensobelpreis ein. Bildrechte: imago/UPI Photo

2005: Neun Deutsche sterben bei Seilbahnunglück in Österreich

Es war eines der schwersten Seilbahnunglücke in den österreichischen Alpen: Im Tiroler Ötztal kamen am 5. September neun deutsche Ski-Touristen um, unter ihnen sechs Kinder. Ein Transporthubschrauber hatte einen 750 Kilogramm schweren Behälter verloren, der die Gondel traf und mit in die Tiefe riss. Die heftigen Schwingungen, die durch den Zusammenstoß ausgelöst wurden, sorgten dafür, dass auch Insassen der darüber fahrenden Kabine zu Tode kamen. Das Unglück ereignete sich nahe einer Bergstation auf ungefähr 3300 Höhenmetern. In einem anschließenden Strafprozess wurde der Pilot des Helikopters der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt.

Leichen werden am 05. September 2005 nach einem Unfall mit einer Seilbahn in der österreichischen Bergregion Tirol weggetragen
Eine zerstörte Gondel nach dem Seilbahnunglück im Tiroler Ötztal Bildrechte: dpa

2006: Baubeginn des Berliner Flughafens BER

2006 wurde der erste Spatenstich für den Bau des Berliner Flughafens "Willy Brandt" (BER) begonnen, der damals noch Berlin Brandenburg International (BBI) heißen sollte. Es hatte lange gedauert, bis das Vorhaben überaupt in Angriff genommen werden konnte. Bereits direkt nach der Wende sollte Berlin einen großen internationalen Flughafen bekommen. Klagen wegen Fluglärm und Uneinigkeit in Sachen Finanzierung zögerten das Großprojekt jedoch lange hinaus.

Der Beginn des Flugbetriebs war zunächst für November 2011 geplant, die Kosten sollten sich auf zwei Milliarden Euro belaufen. Die vorläufige Planung stellte sich allerdings als utopisch heraus. Etliche Planungsfehler beim Bau, bei der Finanzierung und in der Verwaltung, wie zum Beispiel eine defekte Brandmeldeanlage und mutmaßliche Korruption unter den Verantwortlichen, verzögerten den Bau immer weiter. Nach 14 Jahren Bauzeit öffnete der Flughafen BER am 31. Oktober 2020 – Gesamtkosten: sechs Milliarden Euro.

Der BER-Flughafen befindet sich seit dem Jahr 2006 im Bau.
Ab 2006 gab es für 14 Jahre eine weitere Großbaustelle in Berlin: Der Bau des BER begann. Bildrechte: IMAGO