#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 19. Januar

2017: Cannabis auf Rezept erlaubt

Am 19. Januar 2017 beschließt der Bundestag die Freigabe von Cannabis auf Rezept. Die Kosten dafür muss die Krankenkasse ab März 2017 übernehmen. Die Wirkstoffe von Cannabis können sich positiv bei beispielsweise Multipler Sklerose, chronischen Schmerzen oder Tourettesyndrom auswirken. Der Konsum der Droge kann die Lebensqualität von schwerkranken Patienten nachweislich verbessern. Die Nachfrage nach medizinischem Cannabis auf Rezept steigt jährlich. Der Bedarf in Deutschland wird auf etwa 20 Tonnen pro Jahr geschätzt. Unter der 2021 neu gewählten Bundesregierung steht nun sogar die Legalisierung für Genusszwecke an.


1989: Berühmter Mauerspruch von Erich Honecker fällt

Am 19. Januar 1989 prophezeit DDR-Staatschef Erich Honecker, dass die Mauer "in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen" wird. Der Satz wird legendär. Die Zahl der Ausreiseanträge steigt in den folgenden Wochen sprunghaft an. Doch Honecker irrt sich mit seiner Prophezeiung: Keine zehn Monate später wird die Mauer zwischen Bundesrepublik und DDR infolge der Friedlichen Revolution fallen.

Die Mauer wird so lange bleiben, wie die Bedingungen nicht geändert werden, die zu ihrer Errichtung geführt haben. Sie wird in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen, wenn die dazu vorhandenen Gründe noch nicht beseitigt sind.

Erich Honecker Festansprache, 19.01.1989

1919: Frauen dürfen erstmals wählen

Am 19. Januar 1919 dürfen Frauen im Deutschen Reich erstmals wählen. Ihre Stimme können sie bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung abgeben. Jahrzehnte haben Frauenrechtlerinnen wie Louise Otto und Hedwig Dohm dafür gekämpft. Den Weg für ein Frauenwahlrecht hat schließlich die provisorische Regierung aus MSDP und USPD unter Friedrich Ebert freigemacht, die im Zuge der Novemberrevolution 1818 gebildet wurde. Seit 30. November 1918 ist das Reichswahlgesetz in Kraft, das Frauen aktives und passives Wahlrecht zugesteht.

hist. Foto Frauen stehen in einer Schlange vor einem Wahllokal.
Frauen dürfen zum ersten Mal reichsweit wählen. Hier stehen sie in einer Schlange an, um ihre Stimme bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung abzugeben. Bildrechte: dpa

1915: Patent für Neonröhre erteilt

Am 19. Januar 1915 erhält der französische Physiker Georges Claude das Patent für die Erfindung der Neonröhre. Die Grundlage für seine Entwicklung ist eine Technologie aus Deutschland von Karl von Linde, die von Claude abgewandelt wird. Schnell erweist sich die sparsame, grelle Neonröhre als ideale Lichtquelle für Leuchtreklame, die damit ihren Durchbruch feiert. Claude wird auch der "Edison von Frankreich" genannt, bis er Freund und Anhänger des Nazi-Regimes wird.

Überdimensionale Leuchtreklamen
Neonbeleuchtung ist ein beliebter Bestandteil der Außenwerbung. Georges Claude hat einen ganzen Industriezweig begründet. Bildrechte: dpa