#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 2. Februar

1943: Kapitulation in der Schlacht von Stalingrad

Am 2. Februar 1943 stellen die letzten Einheiten der Wehrmacht im Nordteil Stalingrads ihre Kampfhandlungen ein. Zwei Tage zuvor hat sich bereits die 6. Armee unter Oberbefehlshaber Friedrich Paulus im südlichen Kessel der Stadt ergeben. Weil sich die Lage an der Front nach erbitterten Häuserkämpfen und einer sowjetischen Gegenoffensive zuspitzt, hat sich Paulus Hitlers Befehl widersetzt, weiterzukämpfen. Der Generalfeldmarschall begibt sich mit rund 90.000 Soldaten in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Mit der Kapitulation des Nordkessels am 2. Februar endet die Schlacht von Stalingrad. Die Kapitulation der deutschen Wehrmacht stellt einen psychologischen Wendepunkt dar, der viele Deutsche am Sieg im Zweiten Weltkrieg zweifeln lässt.

1945: Carl Friedrich Goerdeler hingerichtet

Am 2. Februar 1945 wird der Widerstandskämpfer Carl Friedrich Goerdeler wegen Hochverrats und als Mitverschwörer des Stauffenberg-Attentats vom 20. Juli 1944 in Berlin hingerichtet. Zuvor baut er mit dem "Goerdeler Kreis" eine oppositionelle Gruppe auf, die den Sturz Hitlers plant und eine Neuordnungspläne für die Zeit nach dem Dritten Reich entwirft. Kurz vor dem Attentat des 20. Juli wird Haftbefehl gegen Goerdeler erlassen. Bis zu seiner Verhaftung am 12. August 1944 ist er auf der Flucht. Im September 1944 wird er vom Volksgerichtshof unter Vorsitz des "Blutrichters" Roland Freisler zum Tode verurteilt.

Carl Goerdeler
Er galt als einer der wenigen zur Tat entschlossenen bürgerlichen Opponenten der Nazis: Carl Friedrich Goerdeler. Bildrechte: dpa

1950: DDR nimmt politische Beziehung mit Vietnam auf

Am 2. Februar 1950 nimmt die DDR mit der Erklärung zur "Sympathie und Freundschaft für den heldenhaften Kampf" erstmals politische Beziehungen mit Vietnam auf. Für den Beginn der offiziellen diplomatischen Beziehungen am 8. Dezember 1954 ist der Weg erst nach dem Ende des Indochinakrieges frei. 1955 kommen dann 348 Kinder aus Vietnam nach Dresden und Moritzburg. Dort erhalten sie im Rahmen einer Solidaritätsaktion eine schulische und berufliche Ausbildung. Bis Mitte der 1970er-Jahre werden Schüler, Lehrlinge, Studenten und Wissenschaftler in der DDR ausgebildet, die nach ihrer Rückkehr in ihr Heimatland den Sozialismus aufbauen sollen. Am 11. April 1980 schließen die beiden "Bruderländer" dann einen Vertrag über die Entsendung von Arbeitskräften aus Vietnam in die DDR. Rund 60.000 vietnamesische Vertragsarbeiter arbeiten bis 1989 in rund 700 DDR-Betrieben. Bei den rassistischen Ausschreitungen 1992 in Rostock-Lichtenhagen ist besonders ein Haus betroffen, in dem hauptsächlich vietnamesische Vertragsarbeiter wohnen.

1990: Ende der Apartheid angekündigt

Am 2. Februar 1990 kündigt der damals amtierende südafrikanische Präsident Frederik Willem de Klerk in einer Rede das Ende der Apartheid an. Bereits seit 1910 wird die Schwarze Mehrheitsbevölkerung in Südafrika diskriminiert, ausgegrenzt und in Teilen verfolgt. Unter der Regierung der „Nationalen Partei“ (NP) wird die sogenannte Rassentrennung 1948 endgültig manifestiert. In den 1980er-Jahren nehmen der Widerstand und die Proteste in der Bevölkerung zu. Auch wirtschaftliche Sanktionen aus dem Ausland werden verhängt. Darauf reagiert Präsident de Klerk und kündigt an, das Verbot der Opposition aufzuheben und alle politischen Gefangenen freizulassen. So kommt Nelson Mandela, Symbolfigur des Kampfes gegen die Apartheid, nach 27 Jahren Haft frei. Die Gesetzte der Rassentrennung werden 1991 aufgehoben. 1993 erhalten Nelson Mandela und Frederik de Klerk den Friedensnobelpreis. 1994 gibt es die ersten freien Wahlen, aus denen Nelson Mandela als erster schwarze Staatspräsident Südafrikas hervorgeht.

Frederik Willem de Klerk und Nelson Mandela
Frederik Willem de Klerk und Nelson Mandela, 1994. Bildrechte: imago images/Anka Agency International