Europäische Kulturhauptstadt 2025 Kulturstaatsministerin Claudia Roth: "Chemnitz baut Brücken, wo andere Mauern errichten"

Als Kulturhauptstadt Europas 2025 wird Chemnitz nach Ansicht von Kulturstaatsministerin Claudia Roth eine wichtige Brückenfunktion nach Mittel- und Osteuropa einnehmen. Angesichts des Kriegs in der Ukraine käme der Stadt eine neue Bedeutung zu. Europa sei größer als die EU und die Ukraine gehöre zweifelsohne dazu, bekundigte die Kulturstaatsministerin am Freitag nach Gesprächen in Chemnitz.

Chemnitz wird unsere deutsch-europäische Kulturhauptstadt sein, die Brücken baut, wo andere Mauern errichten wollen.

Claudia Roth, Kulturstaatsministerin

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) ist am Freitag bei ihrem Besuch in Chemnitz im Gespräch mit Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD)
Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) am 1. April bei ihrem Besuch in Chemnitz im Gespräch mit Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD). Bildrechte: dpa

Chemnitz als Kulturhauptstadt 2025 legt Fokus auf Demokratie

Im Jahr 2025 wird Chemnitz den Titel Kulturhauptstadt Europas gemeinsam mit Nova Gorica in Slowenien tragen. Roth zeigte sich bei ihrem Besuch in Chemnitz begeistert über den bisherigen Fortschritt des Projekts in Sachsens drittgrößter Stadt. Zudem attestierte die Ministerin der künftigen Kulturhauptstadt finanzielle Absicherung und ein gut aufgestelltes Team.

Im Fokus der Kulturhauptstadt 2025 stehen gemeinsame Werte und Demokratie – ein wichtiges politisches Statement, mit dem die Stadtgesellschaft zeige, "wie sie für die Demokratie kämpft jeden Tag und wie sie mit Demokratiefeinden und Rechtstaatsverächtern auch umgehen kann", sagte Roth.

Neue Aktualität angesichts des Kriegs in der Ukraine

Darüber hinaus betonte die Kulturstaatsministerin, dass das Kulturhauptstadt-Projekt kein "Elite-Projekt" sei und lobte die weit gefasste Definition von Kultur, die auch Sport, Kultur- und Kreativwirtschaft, Industriekultur und Nachhaltigkeit umfasse. Am ersten April-Wochenende sollen etwa weitere Apfelbäume für das Großprojekt "We Parapom" gepflanzt werden. Bis 2025 sollen so bis zu 4.000 Bäume wachsen, die sich als eine Parade der Apfelbäume durch die Stadt ziehen.

Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (l.), der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze (2.v.r.) und die Kuratorin des Projekts «We Parapom!», Barbara Holub (r.), pflanzen auf dem Terra Nova Campus in Chemnitz einen Apfelbaum.
Sachsens Umweltminister Wolfram Günther, der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze und die Kuratorin des Projekts, Barbara Holub, pflanzen auf dem Terra Nova Campus in Chemnitz einen Apfelbaum. Bildrechte: dpa

Ein weiteres Projekt, das angesichts des Kriegs in der Ukraine eine neue Aktualität und Relevanz erhält, betont Kuratorin Barbara Holub. Es gehe darum, wie durch Begegnung, gemeinsames Arbeiten und Austausch, fried- und respektvolles Zusammenleben auch über Trennendes hinweg ermöglicht werden könne.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur Kompakt | 01. April 2022 | 13:30 Uhr

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