Gothic-Festival aus Leipzig Macht das Darkstream Festival dem Wave Gotik Treffen Konkurrenz?

Leipzig ist durch das Wave Gotik Treffen so etwas wie die globale Hauptstadt der Gothics geworden. Da Konzerte derzeit jedoch nicht stattfinden können, gibt es für Dunkelgeister nun eine Alternative im Netz: das Darkstream Festival, das aus der Moritzbastei Leipzig ein Gothicfestivalgefühl in die Welt schickt. Dabei hat es wider Erwarten gar nichts mit dem WGT zu tun, es wird komplett unabhängig von dessen Machern organisiert. Ein Interview mit Ulf Torreck aus dem Darkstream-Orgateam.

MDR KULTUR: Warum denn jetzt schon? Warum nicht auf Pfingsten warten, also dem fest verinnerlichten Platz für ein Festival dieser Art?

Ulf Torreck/Darkstream Festival: Nun ja, weil wir doch ein anderes Format sind, ein anderes Festival. Und wir wollten nicht irgendwie zu nah mit dem WGT assoziiert werden. Der andere Punkt: unseren Partner – über den wir sehr froh sind – die Moritzbastei hätten wir sicherlich nicht bekommen können während des WGTs. Deswegen blieb es bei diesem Termin, den wir uns jetzt ausgesucht haben, Anfang bis Mitte April, die Woche nach Ostern. Und eigentlich sind wir da ganz froh.

Der erste Tag, der nun gestern war, ist sehr gut gestartet, muss man sagen. Wir sind eine Veranstaltung, die ja im Netz stattfindet und sich schon dort einfach auch sehr vom WGT unterscheidet. Wir haben auch ein bisschen ein anderes Programm, obwohl die Programmbreite zumindest ein bisschen am WGT orientiert war.

Also es gibt schon Bezüge aber man ist doch eigenständig?

Das wollen wir sein! Und wir hatten auch nie direkten Kontakt mit dem WGT-Organisatoren, da gab es nie einen Link oder sowas. Es war tatsächlich eine private Initiative. Wir nennen uns ja auch "Interessengemeinschaft Darkstream Festival", weil wir das auch sind. Wir sind eine Interessengemeinschaft, die dieses Festival auf die Beine stellt. Von Künstlern für Künstler.

Moritzbastei
Das Darkstream-Festival wird aus der Leipziger Moritzbastei gestreamt. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Bereits 2020 gab es ein Darkstream Festival. Welche Erfahrungen vom letzten Jahr haben Ihnen auch für dieses Jahr geholfen?

Die Community hat uns extrem geholfen. Wir hatten ja weiterhin noch unsere Dark-Stream-Onlinepräsenzen, haben versucht, die Gruppen, die wir dazu haben und die Community tatsächlich am Leben zu halten. Was uns gelungen ist, muss man sagen! Ganz fantastisch! Die sind gut dabei.

Und was uns außerdem geholfen hat ist unser diesjährige Host auf Twitch, nämlich der Kanal "Insert Scary Name Here" von unserem lieben Kollegen Patrick Paulsen, der ja eine eigene Community mitbringt und unter den Twitch-Musikstreamen weltweit in den Top 20 liegt. Das ist schon was!

Und das ist der Ort, wo das Darkstream Festival veranstaltet wird?

Das ist eine witzige Frage, eigentlich veranstalten wir es ja hier. Aber zu sehen ist es natürlich auf Twitch, dem Kanal "Insert Scary Name Here".

Im Moment gehen Konzerte allerorten leider nur digital. Daran mussten wir uns ja in den letzten gut zwölf Monaten gewöhnen. Das ist nicht befriedigend und es gibt eine Menge Menschen, die zwar wissen, dass das digitale im Moment die einzige Möglichkeit ist, denen das aber mittlerweile deutlich aus dem Hals hängt. Wie ist es bei Ihnen?

Das muss man sagen, wir hatten natürlich so ein bisschen Bauchschmerzen aus genau diesem Grund. Wollen die Leute das noch oder hängt es ihnen tatsächlich zum Hals raus, wie sie das schon so plastisch formuliert haben. Die Sache ist aber die: ich glaube, wir können da punkten! Mit unserer Live-Moderation, mit der Location, mit unserem Programm, das sehr breit aufgestellt ist.

Wir haben Vorträge, wir haben Live-Tanz, wir haben Bands, wir haben Lesungen, wir haben Live-Talks hier, wir haben mehr Moderatoren dieses Jahr, dass wir auch mal wechseln können. Und ich glaube, das zieht die Leute. Also, dass wir wahrscheinlich mit unserem Konzept nicht so falsch lagen, tatsächlich zu versuchen, so eine Mischung aus Offline- und Online-Festival zu machen. So ein bisschen dieses Offline-Feeling zu versuchen zu rekonstruieren und übers Netz hinauszubringen.

Das Gespräch hat Ilka Hein für MDR KULTUR geführt.

Gothic und Darkwave

Mann vor einem Mikrofon 26 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mit gewohnt guter Laune und einer Mischung aus Dark Wave und Pop - Alexander Veljanov und Ernst Horn live mit ihren Songs "Where You Are", "Dark Star" und "Over and Done".

Sa 29.04.2017 16:05Uhr 26:14 min

https://www.mdr.de/kultur/musik/video-deine-lakaien-live-studiosession-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 09. April 2021 | 16:10 Uhr

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MDR Literaturexpertin Katrin Schumacher reist nach Brünn und Prag, um wichtige tschechische Autoren im Vorfeld der Leipziger Buchmesse zu treffen. Bildrechte: MDR/Uwe Mann, honorarfrei