Prächtige Schönheiten Iris pflanzen, pflegen und verjüngen

Botanisch: Iris

Sie gehören zu den Klassikern im Staudengarten: Iris, wegen ihrer spitz zulaufenden Blätter auch Schwertlilien genannt. Die Arten- und Sortenvielfalt ist sehr groß, zum Glück sind viele von ihnen pflegeleichte Gartenbewohner. Das trifft vor allem auf die weit verbreiteten und prächtig blühenden Bart-Iris-Hybriden zu. Egapark-Gärtnerin Melanie Trinks gibt Pflegetipps.

Zwei Männer in einem Garten 6 min
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Über 1000 Iris-Sorten wachsen im Gartenparadies von Züchter Günter Diedrich – eine Freude. Auch Floristin Franzi ist hier ganz in ihrem Element.

MDR Garten So 20.06.2021 08:30Uhr 05:36 min

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Die Gattung der Schwertliliengewächse (Iridaceae) ist sehr vielfältig und umfasst 200 bis 300 Arten. Im Ziergartenbereich am bekanntesten sind die zahlreichen Kultursorten der Bart-Iris (Iris barbata), um die es hier vorwiegend gehen soll. Doch auch die Wiesen-Schwertlilie (Iris sibirica), die Steppen-Schwertlilie (Iris spuria) oder die wilden Sumpf-Schwertlilien - um nur einige zu nennen - sind von hohem gärtnerischen Wert.

Schwertlilien sind keine Lilien Obwohl es der Name suggeriert, gehören Lilien (Liliaceae), Taglilien (Hemerocallidoideae) und Schwertlilien (Iridaceae) verschiedenen Pflanzenfamilien an. Der deutsche Name Schwertlilie leitet sich von der spitz zulaufenden Form der Blätter ab.

Der richtige Standort für Schwertlilien

Der Standort ist abhängig von der jeweiligen Iris-Art. Bart-Iris-Hybriden und Steppen-Iris lieben es sonnig und trocken und hassen nasse Füße. Der Boden sollte durchlässig und nährstoffreich sein und schnell abtrocknen. Sonst droht die Gefahr der Wurzelfäule. Wiesen-Schwertlilien hingegen brauchen einen feuchten Standort und Sumpf-Schwertlilien fühlen sich erst in Wassernähe so richtig wohl. Achten Sie also beim Kauf unbedingt darauf, welche Standortbedingungen die jeweilige Pflanze braucht.

Blaue Irisblüten im Worcester Collage Garden in Oxford.
Verschiedene Irisarten haben unterschiedliche Standortansprüche. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel

Pflanzen von Bart-Iris

Wie viele andere Iris-Arten auch wachsen Bart-Iris aus Rhizomen. Es gibt jedoch auch Iris-Arten, die Knollen oder Zwiebeln bilden. Die Rhizome werden flach in die Erde gesetzt, etwa ein Drittel davon schaut noch aus dem Boden raus. Idealerweise pflanzt man sie im Herbst aber auch im Frühjahr geht es.

Begleitpflanzen für Bart-Iris - Schleifenblume
- Frauenmantel
- Gräser, zum Beispiel Nest-Blaugras
- Purpurglöckchen (Heuchera)
- Silber-Wermut
- Kleines Chinaschilf
- Steppen-Wolfsmilch
- Minze

Bart-Iris pflegen

Bart-Iris sind in der Pflege sehr einfach. Nach der Blüte sollten die Blütenstände abgeschnitten werden, damit die Pflanze keine Kraft in die Samenbildung steckt. Schädlinge kommen so gut wie nie vor. Nur die Schnecken sollte man zu Beginn des Austreibens etwas beobachten. Ansonsten kann es bei einem sehr feuchten Frühjahr zu braunen Blattflecken kommen, welche den Pflanzen zwar nicht schaden, aber einfach unschön anzusehen sind. Gedüngt werden sollte sparsam, nur kurz vor der Blüte mit einem mineralischen Volldünger.

 lila Bartiris (Schwertlilie)
Die große Arten- und Sortenvielfalt macht den Reiz dieser Pflanzengattung aus. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Bart-Iris verjüngen

Nach etwa zehn Jahren am gleichen Standort müssen die Schwertlilien verjüngt werden, denn spätestens dann werden sie blühfaul. Die beste Zeit dafür ist nach der Blüte, die Rhizome werden ausgegraben, alte Teile entfernt und das Laub auf 20 Zentimeter keilförmig abgeschnitten, so, dass Wasser nicht in die Blattachsen laufen kann. Das Entfernen der alten Teile geht ganz einfach durch Brechen. Die verjüngten Teile werden nun wieder sehr flach eingepflanzt und nur leicht mit Erde bedeckt. Entweder pflanzt man sie an einen ganz neuen Standort im Garten oder man tauscht am alten Standort den Boden aus oder frischt ihn zumindest mit Kompost auf.

Einteilung der Bart-Iris-Hybriden

Bart-Iris (Iris barbata) bilden keine eigene Art, sondern eine Gruppe von Kultursorten, oft Hybriden. Da das Angebot an Sorten schier unüberschaubar ist, werden sie je nach Höhe in drei Gruppen unterteilt:

  1. Hohe Bart-Iris (Iris-Barbata-Elatior): mehr als 70 cm hoch, Blüte ab Ende Mai
  2. Mittelhohe Bart-Iris (Iris-Barbata-Media): zwischen 40 und 70 cm hoch, Blüte im Mai
  3. Niedrige Bart-Iris/Zwerg-Schwertlilien (Iris-Barbata-Nana): zwischen 15 bis 30 cm hoch, Blüte ab Mitte April

 gelbe Bartiris (Schwertlilie), Sorte 'Orange Caper'
Die niedrigen Nana-Iris blühen früher als die höheren Sorten. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Ich persönlich kann mich gar nicht für eine Sorte entscheiden, es gibt so viele und alle haben etwas Besonderes. Ich mag die Pastelltöne sehr und alles, was in rosa-weißen Farben ist, zum Beispiel die alten Sorten 'Frühlingskleid' und 'Erzengel' von Alexander Steffen. Aber auch die lachsfarbene Sorte 'Beverly Sills' ist sehr hübsch.

Melanie Trinks, egapark-Gärtnerin
Bart-Iris auf einen Blick
Heimat überwiegend gemäßigte Breiten der Nordhalbkugel
Pflanzenfamilie Schwertliliengewächse (Iridaceae)
Wuchs niedrig bis hoch
Blüte ja
Standort sonnig
Boden nährstoffreich, durchlässig, keine Staunässe
Winterhart die meisten Sorten
Mehrjährig ja
Verwendung Zierpflanze

Der Irisgarten im Egapark Erfurt

MDR Garten - Iris-Pflege mit Melanie Trinks 3 min
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Bartiris, auch Schwertlilien genannt, sind ein Klassiker im Staudengarten. Egapark-Gärtnerin Melanie Trinks erklärt, wie die Pflanze gut gedeiht, wann sie verjüngt werden muss und welche Begleitpflanzen gut passen.

MDR Garten So 30.05.2021 08:30Uhr 03:17 min

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Wer die Vielfalt der Bart-Iris bewundern möchte, ist im Egapark Erfurt genau richtig. Für die Buga 2021 wurde der am Südeingang gelegene historische Irisgarten grundlegend saniert und neu gestaltet. Am besten besuchen Sie ihn im Mai/Juni, wenn die hohen Bart-Iris-Hybriden in voller Blüte stehen. Ursprünglich war er 1965 angelegt worden. 64 Bart-Irissorten können dort bewundert werden. Von den 38 historischen Sorten aus dem Bestand stammen 21 vom berühmten Iriszüchter Dr. Alexander Steffen (1871 bis 1952), der seine Lehrzeit gemeinsam mit dem berühmten Gartenerneuerer Karl Foerster in Schwerin absolvierte. Zusammen mit der Erfurter Firma Heinemann brachte Steffen knapp 50 Bart-Iris-Züchtungen in den Handel.

Quelle: Melanie Trinks, Gärtnerin aus dem egapark Erfurt

hellblaue Bartiris blühen im Egapark Erfurt
Iris wirken besonders eindrucksvoll, wenn sie in größeren Gruppen gepflanzt werden. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 30. Mai 2021 | 08:30 Uhr