Pelargonie mit zarter Blüte
Pelargonien gehören zu den beliebtesten Kübelpflanzen der Deutschen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Jetzt Stecklinge gewinnen Pelargonien: Pflanzen, pflegen und vermehren

Im Jahr 1621 wurde die erste Pelargonie aus den Wüstenregionen Südafrikas nach Europa gebracht. Seither sind viele Züchtungen entstanden. Bei den einen wird auf die Blätter Wert gelegt, bei anderen auf die Blüten, die es in unterschiedlichsten Farbvarianten und Formen gibt. Über 500 Pelargonien-Sorten können im Erfurter egapark bestaunt werden. Jürgen Meister pflegt sie dort und stand uns als Gesprächspartner zur Verfügung.

Pelargonie mit zarter Blüte
Pelargonien gehören zu den beliebtesten Kübelpflanzen der Deutschen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Geschichte der Pelargonie

Schon früh wurde in Europa die Blütenpracht der Pelargonien geschätzt, spätestens seit 1632. Damals waren die ersten Exemplare in England kultiviert worden. Die beliebteste Form auf den britischen Inseln ist die Edelpelargonie, die besonders üppige, große Blüten ausbildet. Ihr Laub erinnert an japanische Fächer und verbreitet keinerlei Duft oder Geruch. Sie werden bei uns meist als Zimmerpflanzen angeboten.

In Deutschland sind vor allem aufrecht wachsende Pelargonien-Arten und -Sorten (Pelargonium zonale) und Hänge-Pelargonien (Pelargonium peltatum) beliebt. Die aufrecht wachsenden Pelargonien bilden riesige, rundliche Blütenstände aus. Ihr Laub ist teilweise bunt gemustert. Hängende Formen haben oft efeuähnliche Blätter. Sie sind äußerst pflegeleicht und putzen sich fast wie von selbst aus. Verblühtes fällt einfach ab.

Schöne Sorten vorgestellt Pelargonien - Blütenwunder und Blätterträume

In der Pelargonien-Schau im Erfurter egapark kann man über 500 Sorten bewundern. Wir nehmen Sie mit auf einen Streifzug durch die Welt der bunten Blüten und Blätter. Und wir zeigen Ihnen, wie man Setzlinge pflanzt.

Zarte aber rote Blüte der Pelargonie „Mrs. Pollock“
Wir nehmen Sie mit auf einen Streifzug durch die Welt der Blüten und Blätter: Die "Pelargonie zonale 'Mrs Pollock'" trägt zarte rote Blüten. Die Inhaltsstoffe von Pelargonien sind übrigens heilend und wirken gegen Durchfall, Hauterkrankungen und Schmerzen. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Zarte aber rote Blüte der Pelargonie „Mrs. Pollock“
Wir nehmen Sie mit auf einen Streifzug durch die Welt der Blüten und Blätter: Die "Pelargonie zonale 'Mrs Pollock'" trägt zarte rote Blüten. Die Inhaltsstoffe von Pelargonien sind übrigens heilend und wirken gegen Durchfall, Hauterkrankungen und Schmerzen. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Nahaufnahme eines Blattes der Pelargonie “Mrs. Pollock. Besonders ist die Farbe. In der Mitte ist das Blatt grün, verlüft ins dunkle lila über grün bis zum hellen gelb am Rand des Blattes.
Besonders attraktiv sind die bunten Blätter dieser Sorte - 'Mrs. Pollock'. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Jürgen Meister hockt vor Pelargonientöpfen
Ab dem 12. Juni 2014 lädt die Pelargonienschau im egapark Erfurt zum Staunen ein. Über 500 Sorten werden ausgestellt. Jürgen Meister kennt sie alle und kümmert sich um die Pflanzen. Er stand als Gesprächsgast für die MDR-Garten-Sendung am 18.05.2014 zur Verfügung. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Pelargonie mit zarter Blüte
Ganz neu ist die Pelargonie 'Selma' mit ihren grazilen Blüten. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Pelargonie Helene mit zarten Blüten
Auch die Pelargonie 'Helene' können Besucher in dieser Saison das erste Mal ansehen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Pelargonie mit Blättern, die aussehen wie Buchenblätter
Die Pelargonie 'Royal Oak' hat ganz besonderes Laub, das einem Eichenblatt ähnelt. Die Blätter strömen einen kräftigen Geruch aus, der nicht Jedermann gefällt - den Mücken aber auch nicht. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Rote Pelargonie, die einer Rose ähnelt
Besonders schön ist die rote Pelargonie 'Pink Rosebud'. Ihre Blüte sieht wie eine kleine Rose aus. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Zarte lila Blüte der Pelargonie „Lila“.
Auch die "Pelargonie sidoides 'Lila'" trägt zarte Blüten auf einem langen Stängel. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Blätter der Plelargonie „lila“ Sie sind kleiner als normale Blätter einfarbig grün und leicht pelzig.
Die Blätter sind kräftig und wachsen zu einem dichten Teppich heran. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Stark gekräuselte Blätter der Pelargonie „Hurricane“
Eine ganz besondere Pflanze ist die Pelargonie 'Hurricane'. Ihre Blätter sind dicht gekräuselt und duften nach Zitrone. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Topfpflanze: Pelargonium peltatum "Hurricane"
Diese Pflanze ist drei Jahre alt und wurde im Palmenhaus des egaparks überwintert. Dicke Stämme tragen das Laub. Ihr Wuchs ähnelt dem von Bonsai-Bäumen. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Blüte der Pelargonie grandiflorum "Costa Barcelona Black & White". Die Blüte ist weiß. Die beiden Oberblätter haben eine lila Mitte.
Diese duftlose Pelargonie ist besonders bei den Engländern beliebt ... Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Viele Pelargonien grandiflorum "Costa Barcelona Black & White". Blüten vor blauem Himmel.
… auch wenn ihr Name nicht darauf schließen lässt: "Pelargonie grandiflorum 'Costa Barcelona Black & White'". Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Blüte der Pelargonie “Costa Barcelona Early Lavender”. Die Blüte ist pink. Jedes Blütenblatt hat einen rosa-weißen Rand.
Die Blüten ähneln Fliederblüten und gaben wohl dieser Blume ihren Namen: "Pelargonie grandiflorum 'Costa Barcelona Early Lavender'". Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Unscheinbare, winzig kleine rosarote Blüte der Pelargonie „Coconut“
Bei dieser Pelargonie muss man genau hinsehen. Winzig klein sind die zarten Blüten. Das Besondere an dieser Pflanze sind die Blätter, die beim Berühren einen Kokosnussduft freisetzen. Die Blätter können auch für einen Salat verwendet werden ("Pelargonium grossularioides 'Coconut'"). Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Ein Pelargonientrieb ohne Knospenansatz wird in Erde gesetzt.
Wer keinen Platz hat, große Pflanzen zu überwintern, setzt ab Juli Stecklinge. Wichtig ist, dass die Pflanze keine neuen Blütenansätze gebildet hat. Dann muss auf das Abblühen gewartet werden. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Alle (30) Bilder anzeigen

Pflege und Standort

Unsere Pelargonien stammen aus Gebieten mit Wüsten- und Mittelmeerklima, daher sind sie sehr gut an sonnige Standorte angepasst. Nur sehr wenige Sorten vertragen einen nach Norden ausgerichteten Standort. Diese werden als Schattenpelargonien oder Schattengeranien im Handel angeboten. Damit die Pflanzen blühen, brauchen sie sowohl Nährstoffe in Form von Blütenpflanzen-Dünger als auch Wasser. Beim Gießen gilt: weniger ist mehr. Einmal in der Woche zu gießen, reicht in einem "normalen" Sommer aus. Ist das Wetter trüb, sinkt der Wasserbedarf der Pflanzen. Steht die Pflanze zu feucht, treten Pilzerkrankungen auf. Die Blätter und vor allem die Blüten dürfen nicht nass werden, sonst kommt es zur Fleckenbildung. Pelargonien sollten von unten gegossen werden.

Normalerweise hängen Pelargonien. Mit speziellen Pflanz-Gerüsten kann man die zarten Stängel aber ganz einfach auch hochbinden und so den Wuchs der Pflanzen nach oben führen. Allerdings sollten sie bei der Arbeit ganz vorsichtig vorgehen, da die Stängel schnell brechen.

Pelargonien-Vermehrung

Pelargonien lassen sich nicht sortenecht über Samen vermehren, sondern über Stecklinge. Hierzu nutzt man am besten verblühte Pflanzen, da ihre Triebe besser anwurzeln. Von denen werden Kopfstecklinge abgeschnitten, welche ein bis maximal zwei vollentwickelte Blätter haben sollten. Die Stecklinge werden in Anzuchterde gesteckt und feucht gehalten. Nach ein paar Wochen sind die Stecklinge angewurzelt und können wie erwachsene Pflanzen behandelt werden. Anzuchterde besteht meistens aus Torf und einigen Materialien wie Perlite oder Sand, die Staunässe verhindern sollen. Zudem zeichnet sie sich durch Nährstoffarmut aus. Dadurch werden die Pflanzen angeregt, möglichst starke und viele Wurzeln auszubilden.

Pelargonien 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Peter Mittdank mit der ältesten Geranie Deutschlands 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Überwinterung

Pelargonien sind mehrjährig und können überwintert werden. Dafür genügt ein Platz hinter dem Kellerfenster, an dem die Pflanzen nach dem Sommer und einem beherzten Rückschnitt für ein paar Monate kühl stehen und nur sehr wenig gegossen werden. Auch ein heller und warmer Standort in der Wohnung ist geeignet. Auch dann gilt: nicht zu viel gießen! Steht die Pflanze schön sonnig, entwickeln sich auch im Winter Blüten. Im nächsten Frühjahr, nach den Eisheiligen, werden sie frisch eingetopft und ein paar Tage an einen schattigen Ort im Freien gestellt. So gewöhnen sich die Blumen allmählich an die UV-Belastung und bekommen keinen Sonnenbrand.

Sorten mit duftenden Blättern

Unscheinbare, winzig kleine rosarote Blüte der Pelargonie „Coconut“
Die Pelargonie "Coconut" duftet nach Kokos. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Zum Schutz vor Fraßfeinden reichern viele Pelargonien ätherische Öle in den Blättern an. Sie verströmen die unterschiedlichsten Gerüche, von Kiefern- und Rosenduft über Cola- bis hin zu Kokosnuss-Aroma. Süß duftende Blätter finden zum Teil Verwendung in der Küche, besonders zu erwähnen ist hierbei die Apfelpelargonie, die im Salat gegessen werden kann. Blätter duftender Pelargonien können ebenso wie Vanilleschoten zum Aromatisieren von Zucker verwendet werden. Es gibt aber auch Sorten, die unangenehme Gerüche ausströmen.

Die Pelargonie als Blattschmuckpflanze

Einige Zuchtformen der Pelargonie bestechen durch bunte Muster auf dem Laub. Gelb- und Rottöne kontrastieren hier mit Braun, Weiß und Grün. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Sorte 'Mrs. Pollock'. Manche Arten haben gefiedertes Laub, aber auch ahorn- oder eichenblättrige Formen kommen vor. Sorten wie 'Hurricane' oder 'Lemon Curl' bilden sogar gelocktes Laub aus. Blattschmuckpelargonien können hübsche Blüten ausbilden. Da diese bei der Züchtung oft eine untergeordnete Rolle spielen, erscheinen sie meist nicht so üppig wie bei reinen Blütenpelargonien.

Pelargonie oder Geranie?

Der Biologe Carl von Linné erkannte die Verwandtschaft der Pflanzen mit den in Europa heimischen Geranien, wusste jedoch nicht, dass es sich beim "Pelargonium" um eine eigene Gattung handelte. Daher wird sie auch noch heute von vielen als Geranie bezeichnet. Pelargonien und Geranien lassen sich ganz einfach über die Blüte unterscheiden. Pelargonien haben unterschiedlich große Blütenblätter: drei kleine Kronblätter unten, drei große oben. Geranien haben fünf gleich große Blütenblätter und sie sind - im Gegensatz zur Pelargonie auch nicht winterhart.

Einzelne hell-lila Blüte vor grünen Blättern.
Die Blüte der Pelargonie hat drei kleine Kronblätter unten und zwei große oben. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Zonalhybriden Aufrecht wachsende Pelargonien

Peltaturhybriden Hängende Pelargonien

Pelargonienschau egapark Erfurt Über 500 Pelargoniensorten können im Erfurter egapark bestaunt werden.

Öffnungszeiten:
1. Mai bis 15. September
Täglich 9 bis 18:30 Uhr
Hallen und Schauhäuser bis 18 Uhr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 16. September 2018 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2014, 08:40 Uhr