Gartenpraxis Pflanzenschnitt für Kübelpflanzen im Winterquartier

Im Februar und März benötigen die Kübelpflanzen im Winterquartier wieder mehr Pflege. Pelargonien, Wandelröschen, Oleander und Fuchsien werden mit der Gartenschere in Form gebracht. Sie können auch an einen etwas helleren, wärmeren Ort umziehen.

Die egapark-Mitarbeiterin Melanie Trinks - eine junge Frau mit langem, dunklem Haar und Brille - steht in einem weitläufigen Gewächshaus neben der MDR Garten-Moderatorin Diana Fritzsche-Grimmig - einer blonden, kurzhaarigen Frau mit grauer Jacke und gemustertem Schal - und schneidet mit einer Gartenschere einen Zweig an einer Kübelpflanze ab.
Die Kübelpflanzen des Erfurter Egaparks verbringen den Winter in einem Gewächshaus. Dort stehen sie hell und kühl, sind aber nicht dem Frost ausgesetzt. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher

Bevor die Kübelpflanzen im späten Frühling wieder nach draußen kommen, brauchen manche Arten etwas Pflege. Schauen Sie möglichst einmal pro Woche bei den Wintergästen vorbei und gießen Sie die Pflanzen wieder häufiger. Wer die Möglichkeit dazu hat, kann sie auch an einen zwei bis drei Grad wärmeren Ort stellen - zum Beispiel vom Keller ins Treppenhaus. Achten Sie überdies auf die Folgen von Schädlingsbefall oder Nährstoffmangel.

Gartenpraxis | Überwintern Schäden im Winterquartier - und was dagegen hilft

Pilze, Nährstoffmangel, Läuse: Wir zeigen einige typische Schäden, die im Winterquartier an Kübelpflanzen auftreten. Gärtnerin Melanie Trinks gibt Tipps, was dagegen hilft - und wie Gewächse nach dem Winter fit werden.

Pelargonie mit an den Rändern gelblich verfärbten Blättern
Diese Pelargonie hat den Winter an einem zu dunklen Standort verbracht. Mit Düngergaben im Frühjahr kann dieser Lichtmangel ausgeglichen und die Pflanze gestärkt werden. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher
Pelargonie mit an den Rändern gelblich verfärbten Blättern
Diese Pelargonie hat den Winter an einem zu dunklen Standort verbracht. Mit Düngergaben im Frühjahr kann dieser Lichtmangel ausgeglichen und die Pflanze gestärkt werden. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher
Die Gärtnerin Melanie Trinks vom egapark in Erfurt steht neben MDR Garten-Moderator Jens Haentzschel bei einer Aufzeichnung des MDR Gartens im Foyer des MDR-Landesfunkhauses Erfurt hinter einer Pelargonie
Melanie Trinks arbeitet als Gärtnerin im Erfurter Egapark und kümmert sich dort mit um die Kübelpflanzen. Im Gespräch mit MDR Garten-Moderator Jens Haentzschel gibt sie Tipps, wie die Gewächse das Winterquartier gesund überstehen. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher
Die Gärtnerin Melanie Trinks vom egapark in Erfurt steht mit MDR Garten-Moderator Jens Haentzschel bei einer Aufzeichnung des MDR Gartens im Foyer des MDR-Landesfunkhauses Erfurt hinter einem Oleander und hält ein Blatt
An den Blättern zeigt sich, dass dieser Zitronenbaum im vergangenen Sommer zu wenig gedüngt wurde. Der Nährstoffmangel lässt das Laub im Winter gelb werden. Die erste Maßnahme: Die Früchte müssen entfernt werden, um die gesamte Pflanze kräftiger zu machen. Danach kann das Bäumchen in Form geschnitten werden. Ab Ende März muss es Dünger bekommen - auch den gesamten Sommer über. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher
Zitronen und Blätter an einem Zitronenbaum, der mit Rußtaupilz befallen ist
Dieser Zitronenbaum ist von einem Rußtaupilz befallen. Zuvor hatten bereits Wollläuse die Pflanze geschwächt. Einem Befall mit Rußtau gehen oft Läuse voraus, da ihre zuckerhaltigen Ausscheidungen ein idealer Lockstoff für den Pilz sind. Allgemein gilt: Je geeigneter der Standort ist, desto besser kann sich die Pflanze gegen Schädlinge wehren. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher
Eine Hand zeigt ein mit Rußtaupilzen befallenes Blatt eines Zitronenbaumes
Um den großflächig auftretenden Pilz zu bekämpfen, hilft laut Melanie Trinks nur Handarbeit: Zuerst wird eine Mischung aus einem halben Liter Wasser, einem Spritzer Spülmittel und etwas Dünger angesetzt. Mit dieser Flüssigkeit werden die Blätter abgewischt - alle Blätter! Eine Mischung aus Wasser und etwas Spiritus soll ebenfalls helfen. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher
Die Gärtnerin Melanie Trinks vom egapark in Erfurt steht mit MDR Garten-Moderator Jens Haentzschel bei einer Aufzeichnung des MDR Gartens im Foyer des MDR-Landesfunkhauses Erfurt hinter einem Oleander und hält ein Blatt
Auch dem Oleander geht es nicht besonders gut. Im Sommer stand er an einem zu heißen Ort. Die Folge sind graue Blätter mit verwelkten Spitzen. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher
Blätter eines Oleander-Strauches mit grauen, verwelkten Spitzen
Beim genauen Hinschauen entdeckt Melanie Trinks außerdem Einstichlöcher. Sie stammen von einem Schädling, der Roten Spinne. Die Gärtnerin rät daher: Der Oleander sollte unten abgesägt werden, damit er neu austreiben kann. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher
Die Gärtnerin Melanie Trinks steht bei einer Aufzeichnung des MDR Gartens im Foyer des MDR-Landesfunkhauses Erfurt neben einer hoch gewachsenen Fuchsie, die sie überragt
Diese prächtige Fuchsie ist schon rund 30 Jahre alt. Sie sieht gesund aus, ist aber laut Melanie Trinks etwas einseitig gewachsen. Sie kann daher vorsichtig in Form geschnitten werden. Trockene Äste sollten entfernt werden. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 03. November 2019 | 08:30 Uhr

Eine Hand zeigt ein mit Rußtaupilzen befallenes Blatt eines Zitronenbaumes
Um den großflächig auftretenden Pilz zu bekämpfen, hilft laut Melanie Trinks nur Handarbeit: Zuerst wird eine Mischung aus einem halben Liter Wasser, einem Spritzer Spülmittel und etwas Dünger angesetzt. Mit dieser Flüssigkeit werden die Blätter abgewischt - alle Blätter! Eine Mischung aus Wasser und etwas Spiritus soll ebenfalls helfen. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher

Wenn Sie für einen formenden Schnitt oder zum Entfernen abgestorbener Triebe zur Gartenschere greifen, sollten Sie darauf achten, das Werkzeug sauber zu halten. Reinigen Sie die Gartenschere jedes Mal gründlich, nachdem Sie mit einer Pflanze fertig geworden sind und zur nächsten gehen. Melanie Trinks, Gärtnerin im Erfurter Egapark, rät dazu, Schere und Messer mit Alkohol zu desinfizieren, um die Verbreitung von Krankheiten zu vermeiden.

Wandelröschen (Lantana-Hybride)

Die Ziersträucher wirken am besten als gepflegte Hochstämmchen. Wenn Ihr Wandelröschen wieder austreibt, können Sie ihm sanft eine schmucke, kugelige Form geben. Schneiden Sie die Pflanze behutsam zurück: Nur die ein- und zweijährigen Triebe sowie die abgestorbenen Zweige sollten weggenommen werden. Schneiden Sie nicht ins ältere Holz, denn sonst tut sich die Pflanze schwer damit, wieder auszutreiben. Wandelröschen stehen im Winter gerne an einem hellen Ort bei Temperaturen um 10 Grad.

Hände schneiden mit einer Gartenschere einen Zweig von einem noch kahlen Zierstrauch in einem Kübel ab
Das Wandelröschen treibt schon wieder aus. Bei dem Zierstrauch sollten nur die ein- und zweijährigen Triebe zurückgeschnitten werden. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher

Oleander (Nerium oleander)

Der Oleander verträgt im Frühjahr bei Bedarf einen beherzten Rückschnitt. Einige ältere Äste können Sie ganz herausschneiden. Wer zur Schere greifen möchte, sollte sich seinen Oleander vorher genau anschauen: Beginnt der Strauch, unten kahl zu werden und zu vergreisen? Dann können Sie ihn auf eine Länge von 50 Zentimetern zurückstutzen. Sieht er noch schön buschig aus? Dann gehen Sie vorsichtig vor und nehmen Sie nur alte Blütenstände heraus. Achtung: Die Blüten treiben zweimal aus, so dass Sie beim Schnitt aufpassen sollten, ob an den abgeblühten Zweigen neue Knospen zu sehen sind. Der Oleander mag es im Winter hell und kühl.

Pelargonien (Pelargonium zonale-Hybride)

Entfernen Sie die abgestorbenen Zweige. Nehmen Sie auch zu lange, dünne Triebe heraus, die sich im Winterquartier gebildet haben. Ein stärkerer Rückschnitt ist nicht nötig.

Die egapark-Mitarbeiterin Melanie Trinks - eine junge Frau mit langem, dunklem Haar und Brille - kniet in einem Gewächshaus voller Kübelfplanzen neben einem Pflanzkübel mit einer Pelargonie - einer grünen Pflanze mit einer einzelnen rosa Blüte - und schneidet einen vertrockneten Zweig ab.
Melanie Trinks entfernt behutsam abgestorbene und zu lange, dünne Triebe einer Pelargonie. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher

Fuchsien (Fuchsia-Hybride)

Die beliebten Balkon- und Kübelpflanzen können an einem dunklen und kühlen, aber frostfreien Ort über den Winter gebracht werden. Im März ziehen Fuchsien am besten an einen hellen Standort um, damit sie wieder austreiben. Auch ein heller Platz für die Überwinterung ist möglich. In diesem Fall behalten Fuchsien ihre Blätter. Im Frühjahr können die Zierpflanzen in beiden Fällen zurückgeschnitten und umgetopft werden. Entfernen Sie abgestorbene Triebe aus den Pflanzen. Ab Mitte Mai dürfen Fuchsien wieder ins Freie.

Hände schneiden mit einer Gartenschere einen trockenen, braunen Trieb an einer gerade wieder grüne Blätter austreibenden Fuchsie ab.
Bei dieser Fuchsie im Winterquartier nimmt Melanie Trinks vorsichtig einen trockenen Triebe weg. Unterhalb der Gartenschere zeigen sich neue Blätter. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 08. März 2020 | 08:30 Uhr

Eine Hand zeigt ein mit Rußtaupilzen befallenes Blatt eines Zitronenbaumes
Um den großflächig auftretenden Pilz zu bekämpfen, hilft laut Melanie Trinks nur Handarbeit: Zuerst wird eine Mischung aus einem halben Liter Wasser, einem Spritzer Spülmittel und etwas Dünger angesetzt. Mit dieser Flüssigkeit werden die Blätter abgewischt - alle Blätter! Eine Mischung aus Wasser und etwas Spiritus soll ebenfalls helfen. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher