Steckbriefe wichtiger Gartenvögel Richtig füttern: Welcher Vogel frisst was?

Sonnenblumenkerne gehören zum Basisfutter unserer Gartenvögel. Vor allem Körnerfresser wie Finken, Meisen und Sperlinge ernähren sich von ihnen, weil sie diese leicht knacken können. Weichfutterfresser wie Amsel und Rotkehlchen bevorzugen Obst, geschrotete Nüsse oder Haferflocken. Ganz wichtig bei der Vogelfütterung: Einige Vogelarten sind Bodenfresser und brauchen Landeplätze um an das Futter zu kommen. Zu ihnen gehören Heckenbraunelle, Goldammer, Buchfink, Rotkehlchen und Amsel.

Vier Vögel landen auf einer Hand.
Hier gibt's Futter: Sperlinge suchen die Nähe zum Menschen. Brot sollte es allerdings nicht häufig für die Tiere geben - Getreide, Samen, gehackte Nüsse, Fettfutter, Rosinen und getrocknete Beeren sind artgerechter. Bildrechte: colourbox.com

Alle Vögel ernähren sich in der Frühlings- und Sommerzeit auch von Insekten. Geht deren Bestand im Herbst zurück, stellen sich Gartenvögel, die nicht in den Süden ziehen, zum großen Teil auf vegetarische Kost um. Wir Menschen können ihnen helfen, indem wir das richtige Futter anbieten.

Körnerfresser und Weichfutterfresser Entscheidend für die Nahrungsaufnahme der Vögel ist die Schnabelform: Weichfutterfresser haben einen zierlichen, spitzen Schnabel, mit dem sie Rosinen, Früchte und Weichtiere aufnehmen können. Einige von ihnen fressen aber auch Körner. Am Vogelhäuschen freuen sich diese Vogelarten über gemahlenen Nüssen und Haferflocken. Körnerfresser haben einen kräftigen, eher kurzen Schnabel, mit dem sie mühelos Schale kleiner Körner oder Nüsse aufbrechen können. Sie bevorzugen am Futterhaus Sonnenblumenkerne, Nüsse, Buchweizen und Hanfsamen.

Steckbrief Stieglitz          

Stieglitz
Der Stieglitz gehört zu den Körnerfressern. Bildrechte: Andreas Hartl/NABU

  • Nahrung: Der Stieglitz (Distelfink) hat einen langen Schnabel, mit dem er verschiedene Sämereien aus Gräsern, Kräutern und verschiedenen Distelarten herauspuhlen kann. Deshalb sind Blühstreifen für den Stieglitz so wichtig. Während der Brutzeit braucht er Insekten. Als Zusatzfutter im Winter freut er sich über gehackte Nüsse, Getreideflocken, Mehlwürmer und Rosinen.
  • Lebensraum: Er lebt in Gärten, Obstplantagen und baumreichen Landschaften.
  • Alter: Der Stieglitz wird etwa 5 Jahre alt.
  • Brutzeit: Ende März bis Juli brütet der Stieglitz vier bis sechs blau, weißliche Eier mit roten Flecken (das Weibchen brütet allein) Der Stieglitz legt seine Eier in selbstgebaute Nester.

Steckbrief Kleiber           

Kleiber
Auch der Kleiber bevorzugt weicheres Futter. Bildrechte: Colourbox.de

  • Nahrung: Der Kleiber frisst gern Getreideflocken, Hanf, Nüsse und Sonnenblumenkerne. Er findet aber auch im Winter hinter den Baumrinden immer noch Insekten. Der Kleiber hat einen großen Vorteil gegenüber anderen Artgenossen. Da er kopfüber an Bäumen herunterklettern kann, erreicht er auch von oben seine Beute, die sich in Ritzen versteckt hat.
  • Lebensraum: Der Kleiber wohnt gern in Waldnähe. Er ist vor allem in Laub- und Mischwäldern zu finden.
  • Alter: 2 bis 3 Jahre
  • Brutzeit: Der Kleiber ist ein Höhlenbrüter. Ende Februar sucht er sich eine natürliche Baumhöhle oder eine verlassene Spechtbehausung, die er schön auskleidet, um dann im April fünf bis acht Eier zu legen. Weitere Bruten im Jahr sind sehr selten.

Steckbrief Eichelhäher

Eichelhäher
Eichelhäher kommen am liebsten heimlich ans Futterhäuschen, wenn die anderen unterwegs sind. Bildrechte: colourbox

  • Nahrung: Der Eichelhäher ist ein Allesfresser: Insekten, Larven, Würmer, Schnecken, sogar kleine Jungvögel stehen auf seiner Speiseliste. Dem Eichelhäher ist es auch zu verdanken, dass sich Eichenwälder so gut ausbreiten konnten. Die Eichel gehört zu den Lieblingsspeisen des Vogels, die er vergräbt und sich so zahlreiche Lager für den Winter anlegt. Nicht alle findet er wieder. Am Futterhäuschen freut er sich über ganze Erdnüsse, Maiskörner, Eicheln und Sonnenblumenkerne.
  • Lebensraum: Hiesige Eichelhäher sind ihrem Standort sehr treu, da sie auch im Winter in Deutschland genug zu fressen finden. Es ist aber möglich, dass sich Eichelhäher aus dem Norden noch dazugesellen, weil es dort oben schlicht zu kalt ist. Er lebt in Parks, Wäldern, aber auch in Gärten, die in Waldnähe sind.
  • Alter: 15 Jahre
  • Brutzeit: Der Eichelhäher baut sein Nest oben in den Baumkronen und brütet in der Zeit von April bis Juni.

Steckbrief Elster            

Elster
Die Elster ist kein Kostverächter und frisst auch Küchenabfälle. Bildrechte: imago/blickwinkel

  • Nahrung: Auch die Elster ist ein Allesfresser, die sich auch gern mal vom Komposthaufen bedient und Küchenabfälle verspeist. Zu ihrer Nahrung zählen Insekten, kleine Säugetiere, auch Aas verschmäht sie nicht. Elstern naschen am Futterhäuschen und holen sich ganze Erdnüsse, Maiskörner oder was es eben sonst alles so gibt. Männchen und Weibchen ziehen gern als Diebesduo los, und stehlen die Beute anderer Vögel.
  • Lebensraum: Elstern leben gern in der Stadt, wo sie reichlich Futter finden. Besonders wohl fühlen sie sich in Parks mit Bäumen und Sträuchern.
  • Alter: 15 Jahre
  • Brutzeit: Die Elster baut ein Nest in den Bäumen in das sie 4 bis 8 grünliche Eier ablegt. Sie brütet von April bis Juni.

Steckbrief Grünspecht    

Grünspecht
Der Grünspecht sucht seine Nahrung vor allem am Boden. Bildrechte: IMAGO

  • Nahrung: Der Grünspecht sucht sich hauptsächlich am Boden seine Nahrung. Zu seinen Lieblingsspeisen gehören Ameisen und andere Insekten. Am Futterhäuschen freut er sich über Äpfel, Fett und Nüsse, vor allem über Erdnüsse.
  • Lebensraum: Der Grünspecht lebt in der Stadt und auf dem Land. Er bevorzugt Parks, Gärten und Streuobstwiesen mit einem alten Baumbestand als Lebensraum. Häufig trifft man ihn in Laub- und Mischwäldern. Hier findet er sein Leibspeise - die Ameisen.
  • Alter: 10 Jahre
  • Brutzeit: Der Grünspecht ist ein Höhlenbrüter. Er baut seine Höhle in das weiche Holz alter Bäume, in die er mühsam mit dem Schnabel eine Höhle hackt. Zwischen April und Juli legt das Weibchen etwa fünf bis acht Eier auf Holzspänen in der Höhle ab. Männchen und Weibchen wechseln sich beim Brüten ab. Ist die Brut nicht erfolgreich, versucht es das Paar ein zweites Mal.

Steckbrief Grünfink        

Zwei Grünfinken auf einem Baumstamm mit Moos
Der Grünfink ist gern der Chef am Futterhaus. Bildrechte: imago/CHROMORANGE

  • Nahrung: Der Grünfink ist oft der Chef am Futterhaus und vertreibt gern andere Vögel. Er zählt zu den Allesfressern, frisst Körner, ölhaltige Samen und mag Fettfutter. Auch gehackte Nüsse aller Art, Rosinen und Hegebutten stehen auf seinem Speiseplan.        
  • Lebensraum: Der Grünfink ist in ganz Europa verbreitet. Er gehört zu den Teilziehern. Wird das Futter knapp, weil es zu kalt ist, zieht er in Richtung Süden weiter. Grünfinken leben in Städten in Parkanlagen und Gärten mit vielen Hecken und Büschen in denen sie sich verstecken können und ihre Nester bauen. Der Grünfink ist ein treuer Besucher an Vogelhäuschen.
  • Alter: 5 Jahre
  • Brutzeit:  Grünfinken bauen ihre Nester aus Zweigen, Moos und Federn gern in Büschen und Hecken. In der Zeit von April bis Juni brüten sie zwei Mal und legen jeweils vier bis sechs Eier, die von den Weibchen ausgebrütet werden.

Steckbrief Sperling

Ein Feldsperling sitzt auf einem Zweig
Der Feldsperling ist gesellig und tritt gern in der Gruppe auf. Bildrechte: imago/blickwinkel

  • Nahrung: Der Sperling (Spatz) ist ein Allesfresser. Zu seinen Leibspeisen gehören Getreide, Samen, gehackte Nüsse, Fettfutter, Rosinen und getrocknete Beeren. Der Spatz hält sich auch gern in der Nähe von Kaffees und Restaurants auf, um ein paar Kuchenkrümel zu erhaschen.
  • Lebensraum: Der Sperling war ursprünglich nur in Europa verbreitet. Inzwischen hat er seinen Lebensraum ausgedehnt und ist auf der ganzen Welt zu finden. Er lebt vorzugsweise in der Nähe der Menschen, da er dort reichlich Nahrung findet. Er ist in landwirtschaftlich genutzten Gegenden ebenso zu finden wie in Stadtgärten, sogar in Parkanlagen der Großstädte kommt der freche Spatz gut zurecht. Der Bestand des Haussperlings ist laut Nabu in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Seit 2002 steht er auf der Vorwarnliste gefährdeter Brutvögel Deutschlands.
  • Alter: 10 Jahre
  • Brutzeit: Spatzen brüten zwei bis drei Mal im Jahr in der Zeit von April bis August. Sie legen je vier bis sechs Eier ins Nest. Sperlinge sind bei der Platzwahl ihrer Nester anspruchslos und bauen dort, wo sie gerade Platz finden: in eine Nische unterm Dach, in Hecken oder Fassadenbegrünung. Sie nutzen aber auch gern leere Schwalbennester als Kinderstube.

Steckbrief Kohlmeise/ Blaumeise         

Eine Blaumeise
Die Meise kann sich mühelos an einen Ast oder ein Meisenknödel hängen, um dort zu speisen. Bildrechte: Andrea Hosse

  • Nahrung: Blaumeise und Kohlmeise sind in der Lebensweise sehr ähnlich. Sie sind Allesfresser. Nach dem Winter ernähren sie sich vor allem von Insekten. Werden diese im Herbst weniger, stellen sie Ihre Nahrung auf vegetarisch um und suchen vor allem nach Ölsaaten. Am Futterhäuschen freuen sie sich über gehackte Nüsse, Sonnenblumenkerne und Fettfutter. Da Meisen keinen richtigen Landeplatz brauchen, sind Meisenknödel, die in Bäumen hängen eine beliebte Futterquelle. Doch Vorsicht, in Meisenknödeln mit Netzen können die Vögel hängenbleiben, sich verletzen oder umkommen.
  • Lebensraum: Meisen fühlen sie sich in Gärten, Parks und auch in Wäldern wohl. Sie gehören zu den Gästen, die man am häufigsten am Futterhäuschen sieht.
  • Alter: 4 bis 5 Jahre
  • Brutzeit: Blaumeise und Kohlmeise bauen kein Nest in der freien Natur, sie gehören zu den Höhlenbrütern. Fehlen Höhlen, nehmen sie gern Nistkästen an, um ihre Jungen aufzuziehen. Meisen brüten zwei Mal im Jahr in der Zeit von Ende März bis Juli. Zu Beginn der Brutzeit legen die Weibchen vier bis zwölf bräunliche Eier mit rötlichen Punkten.

Steckbrief Buchfink        

Buchfink
Auch der Buchfink sitzt gern auf dem Boden. Bildrechte: colourbox

  • Nahrung: Der Buchfink ernährt sich vor allem von Samen und Insekten. Im Winter ist er treuer Besucher von Gärten in denen Vogelhäuschen stehen. Dort findet man ihn meist auf dem Boden von dem er Sonnenblumenkerne, gehackte Nüsse, ölhaltige Samen wie Hanf oder Bucheckern aufpickt.
  • Lebensraum: Der Buchfink lebt in Parks und Gärten, aber auch in Wäldern.
  • Alter: 3 bis 5 Jahre
  • Brutzeit: Der Buchfink baut sich ein halbkugelförmiges Nest in Büschen und Baumkronen. Er brütet in der Zeit von April bis Juni zwei Mal. Er legt fünf bis sechs Eier ins Nest.

Körnerfresser Weichfutterfresser
Finken (Buchfink, Grünfink, Kernbeißer, Zeisig, Stieglitz), Meisen Gimpel, Sperling Amsel, Drossel, Stare, Zaunkönig, Heckenbraunelle, Kleiber, Baumläufer, Rotkehlchen, Specht

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 22. Dezember 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Dezember 2019, 13:48 Uhr