Komponistenlegende Konzerthaus wird nach Ennio Morricone benannt

Die Mundharmonika aus "Spiel mir das Lied vom Tod" ging in die Filmgeschichte ein - zahlreiche Italo-Western wären ohne Ennio Morricones Musik undenkbar gewesen. Nun hat die Stadt Rom das Auditorium Parco della Musica nach dem Komponisten benannt. In dem von Architekt Renzo Piano entworfenen Haus ist das Orchester des Konservatoriums Santa Cecilia zu Hause.

Ennio Morricone
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Er habe nach einem „Thema für einen schlechten Musiker“ gesucht, sagte Ennio Morricone  über sein wohl berühmtestes Thema. Seither kann man diese drei Töne nicht hören, ohne an den „Mann mit der Mundharmonika“ zu denken. Er steht in der flirrenden Mittagshitze hinter den Gleisen und hat das unverwechselbare Gesicht von Charles Bronson. Unverwechselbar war von nun an auch die Musik von Ennio Morricone.

Verteidiger der Moderne

Dabei kam ihm seine klassische Ausbildung und seine Bekanntschaft mit den Vertretern der musikalischen Avantgarde in Italien zugute. Und in dieser Gesellschaft hätte er auch gerne eine größere Rolle gespielt. Die Verblendung der selbsternannten Verteidiger der Moderne ließ das aber damals nicht zu.

Gut für ihn, denn Morricone wurde auf seine Weise nicht nur zu dem wahrscheinlich bedeutendsten und wichtigsten Filmkomponisten, er hat auch in anderen Genres Werke hinterlassen, die inzwischen öfter aufgeführt werden als die Werke der einstigen Spötter. Die öffentliche Anerkennung, die Morricone für seine Filmmusik seit den siebziger Jahren genoss, war ihm nicht genug. Immer wieder klagte er, dass seine anderen Werke verkannt würden. Man schätze ihn „nur als Gebrauchskünstler, nicht als modernen Komponisten“.

In Rom wurde nun das Auditorium Parco della Musica nach Ennio Morricone benannt. Zur Umbenennung des Hauses gab es im Rathaus eine Zeremonie, bei der der Sohn des Verstorbenen, Andrea Morricone, ein Orchester dirigierte. 

Dieses Thema im Programm: Filmmusik | 11. Juli 2020 | 21:00 Uhr