Infektionswelle und Personalmangel DRK: Vermehrt Angriffe auf Personal in Kinderkliniken

17. Dezember 2022, 10:16 Uhr

An den vielfach überlasteten Kinderkliniken kommt es nach Darstellung des DRK immer häufiger zu Drohungen und Gewalt gegen Beschäftigte. Personalmangel und Zeitdruck erhöhten die Spannungen auf allen Seiten, sagte die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Gerda Hasselfeldt, der "Rheinischen Post".

An den überlasteten Kinderkliniken in Deutschland steigt nach Darstellung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) die Zahl der Angriffe auf das Krankenhauspersonal. DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt sagte der "Rheinischen Post", es häuften sich Fälle "von Androhung oder der tatsächlichen Ausübung psychischer und physischer Gewalt gegenüber dem Gesundheitspersonal."

Eltern stundenlang in der Notaufnahme

Aufgrund der Personalknappheit und des Zeitdrucks sei eine gute Einbindung der Eltern oft "nur unzureichend möglich, was wiederum zu Informationsverlusten, der Häufung von Beschwerden und wachsender Anspannung auf allen Seiten führt", betonte Hasselfeldt.

Zugleich müssten Eltern mit kranken Kindern teilweise stundenlang in den Notaufnahmen sitzen oder auch kranke Kinder auf Krankenhausfluren übernachten.

Entlastung der Pflege gefordert

Kurzfristige Abhilfe zu schaffen, sei aber kaum möglich, ergänzte die DRK-Präsidentin. "Was die knappen personellen und materiellen Ressourcen betrifft, bedarf es einer nachhaltig gesicherten Finanzierung", forderte Hasselfeldt. Das Pflegefachpersonal müsse dringend entlastet werden.

Behandlungsbetten in Kinderkliniken wurden abgebaut

Wegen einer anhaltenden Welle von Atemwegsinfektionen sind zahlreiche Kliniken am Limit oder gar in einer Notlage. Als Ursachen dafür werden auch die sinkenden Zahlen von Klinikbetten sowie des Pflegepersonals gesehen. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes verringerte sich die Zahl der Betten zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen von 2018 bis 2020 um 455. In vergangenen Jahr sank die Zahl um weitere 288 Betten auf insgesamt 25.920.

Fallpauschalen auf dem Prüfstand

Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat den Kliniken mittlerweile Hilfe für die Versorgung junger Patienten zugesagt. Insgesamt 600 Millionen Euro sollen dazu in den kommenden zwei Jahren zusätzlich zur Verfügung stehen. Zudem soll die Krankenhausvergütung reformiert werden, die viel kritisierten Fallpauschalen stehen auf dem Prüfstand und sollen möglichst abgeschafft werden.

dpa (kkö)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Dezember 2022 | 06:30 Uhr

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