recap Sparen in der Inflation: Wie du 2023 dein Geld zusammenhältst

06. Januar 2023, 17:52 Uhr

Trotz sinkender Inflation dürfte auch 2023 ein teures Jahr werden. Die Maßnahmen der Bundesregierung klingen zwar vielversprechend, können die Mehrbelastungen aber nicht komplett ausgleichen. Fürs neue Jahr gilt also ein alter Vorsatz: Sparen. Und wer sein übrig gebliebenes Geld dann geschickt anlegt, profitiert möglicherweise sogar von nun wieder steigenden Zinsen. Wie hält man sein Geld jetzt zusammen? Und wie vermehrt man es sogar? Bei recap schauen wir auf Spartipps und Anlageoptionen.

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Bildrechte: MDR/Denis Ludwig/Franz-Paul Senftleben

Die Jahresinflation hat im Jahr 2022 ein Rekordhoch erreicht. Laut Statistischem Bundesamt legten die Verbraucherpreise im Jahresdurchschnitt um 7,9 Prozent zu – der höchste Wert seit der Wiedervereinigung. Mittlerweile sinkt die Teuerungsrate zwar wieder, die Preise steigen aber auch 2023 weiter an.

Um die Menschen vor zusätzlichen Belastungen durch die Inflation zu schützen, hat die Bundesregierung deshalb bereits im vergangenen Jahr eine Vielzahl von Entlastungen beschlossen, die nun im neuen Jahr Stück für Stück in Kraft treten.

Das dritte Entlastungspaket tritt in Kraft

Dazu zählen unter anderem steuerliche Erleichterungen, von denen rund 48 Millionen Menschen profitieren sollen. Etwa werden die Steuersätze verschoben und der Grundfreibetrag angehoben. So möchte das Bundesfinanzministerium der sogenannten kalten Progression entgegenwirken, also dass Gehaltserhöhungen von der Inflation “aufgefressen” werden. Für Eltern gibt es mehr Kindergeld, für Rentner mehr Rente, für Arbeitslose höhere Leistungen mit dem neuen Bürgergeld. Die Preisbremsen für Strom und Gas greifen.

Die zahlreichen Maßnahmen seien in der Tat eine "spürbare Entlastung der Bürger", sagt Ökonom Frank Hechtner von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Allein durch die steuerlichen Erleichterungen sparten viele "mehrere hundert Euro" oder sogar mehr. Gegen die Inflation kommen die Maßnahmen aber nicht gänzlich an.

Die Entlastungen, die beschlossen wurden und jetzt zu Teilen greifen, können einen Teil der Effekte abfedern oder abfangen, aber sicherlich nicht alles.

Frank Hechtner, Ökonom Universität Erlangen-Nürnberg

Auch im neuen Jahr ist also weiterhin Sparen angesagt. Ob durch das Kündigen unnötiger Abonnements, das Verkaufen alter Dinge, die nur noch rumliegen, oder das Führen eines Haushaltsbuchs lassen sich hier und da ein paar Euro einsparen. Und bevor die dann auf dem Girokonto "versauern", sollte man lieber in eine ausgewogene Finanzanlage investieren, empfiehlt Anika Görner vom Finanz-Ratgeber "Finanztip". Sie rät zu einem “Mix aus Tagesgeld, Festgeld und Aktien-ETFs."

Tagesgeldkonto als Notreserve

Es muss nicht immer gleich die langfristige Investition sein. Wenn beim kurzfristigen Sparen etwas Geld übrigbleibt, kann man es zum Beispiel auf einem Tagesgeldkonto sammeln. Das hat zwar meist relativ niedrige Zinsen, dafür kann man relativ spontan auf das Geld zugreifen. Falls also zum Beispiel mal die Waschmaschine schlapp macht, muss man keinen teuren Kredit aufnehmen. Wenn man es geschafft hat, sich eine "Notreserve" von etwa drei Nettogehältern anzusparen, kann man anfangen langfristig anzulegen.

Festgeldkonto als Ergänzung

Auf ein Festgeldkonto legt man eine Geldsumme für einen bestimmten Zeitraum von ein paar Monaten oder Jahren fest an. Dafür gibt es etwas höhere Zinsen. Sowohl Tages- als auch Festgeld-Konten könnten jetzt übrigens noch attraktiver werden. Nach vielen Jahren niedriger Zinsen haben erste Banken die Zinsen erhöht 

ETF als "Renditeboost"

Und dann sind da noch die börsengehandelten Indexfonds: ETFs. Im Gegensatz zu Aktien bilden sie zum Beispiel die Entwicklung einer ganzen Branche oder eines ganzen Aktienindex ab. So kann man schon mit wenigen Euro im Monat in eine Vielzahl von Unternehmen investieren. Kurseinbrüche einzelner Unternehmen werden in der Regel abgefedert. Vorsicht ist aber trotzdem geboten, warnt Anlageexperte Max Schmutzer vom Verbrauchermagazin Finanztest.

Auch bei Aktienfonds und ETFs können die Kurse sinken. Es muss einem bewusst sein, dass man da nicht immer nur Gewinn macht. Auf lange Sicht schon, aber kurzfristig kann man damit auch Verluste erleiden.

Max Schmutzer, Finanztest

Von Bitcoin und anderen Kryptowährungen, die in den vergangenen Jahren einen ähnlichen Hype erlebt haben wie ETFs, raten Finanzexperten hingegen ganz klar ab. Wichtig sei bei Investments, sich vorher gründlich zu informieren, meint Finanzexpertin Görner.

Egal in welches Finanzprodukt ich investiere, wichtig ist, dass ich mich damit wohlfühle und dass ich es verstanden habe. Ich würde nie in etwas investieren, was ich nicht verstehe.

Anika Görner, Finanztip

Wie ihr euer Geld jetzt zusammenhaltet und wie 2023 euer Sparjahr wird – das zeigen wir euch in der aktuellen Folge recap.

Dieses Thema im Programm: recap bei Youtube | 06. Januar 2023 | 17:00 Uhr

4 Kommentare

Goodbye horses am 07.01.2023

Ja, das Geld wird mit der Zeit weniger wert. Das allein ist kein Makel. Ich erwarte vom Staat ja auch nicht, dass er dafür sorgte, dass meine Lebensmittel in der Speisekammer nicht verderben. Dinge altern und verlieren an Wert, so ist das nun mal. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Zur sogenannten kalten Progression. Mir ist nicht klar, warum nicht deutlich aufgeschrieben wird, worum es geht:

Es gibt eine Steuerbetragsfunktion s, die für ein zu versteuerndes Einkommen x die anfallende Einkommensteuer s(x) angibt.

Wenn x nicht mehr x, sondern nur noch px wert ist (p<1), dann zahlt man für ein reales zu versteuerndes Einkommen px
Wäre ps(x)=s(px), entstände so keine Steuererhöhung, aber diese Beziehung gilt für s in der Regel nicht, sondern ps(x)>s(px) (s ist nicht linear). Der Betrag ps(x)-s(px) ist die implizite Steuererhöhung durch Preissteigerung bzw. Geldentwertung.

Lyn am 06.01.2023

Sparen, wozu?
Wird doch alles stetig teurer.
Da geb ich lieber aus solange ich noch etwas zum ausgeben habe.
Solange ich noch etwas bekomme für mein Geld.
Nachher ist es eh zu spät.

Atheist am 07.01.2023

„Wie du 2023 dein Geld zusammenhältst„
Haben wir schon auf Du angestoßen?
Ich empfinde ein Du in der Ansprach mehr als herabwürdigend!

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