Studie zu Bußgeldern Versicherer fordern härtere Strafen für Temposünder

20. Dezember 2022, 17:32 Uhr

Der im vergangenen Jahr eingeführte neue Bußgeldkatalog zeigt laut den deutschen Versicherern Wirkung: Einer neuen Studie zufolge ging die Zahl der Raser in mehreren deutschen Städten zurück. Die Versicherer fordern nun stärkere Kontrollen und schnellere Eintragungen in die Verkehrssünderkartei.

Im Kampf gegen Temposünder wünschen sich die deutschen Versicherer eine Kombination aus härteren Strafen und mehr Kontrollen. Bußgelder hätten insgesamt einen deutlichen Einfluss auf das Geschwindigkeitsniveau, aber viele Fahrer blieben davon unbeeindruckt, sagte Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV), bei der Vorstellung einer Studie in Berlin. Zudem sei die Eintragung von Punkten in der Verkehrssünderkartei "offensichtlich eine sehr wirksame Drohung".

Studie basiert auf Verkehrsmessungen in deutschen Städten

Brockmann bezog sich bei seiner Einschätzung auf Verkehrsmessungen der UDV in München und Hamburg im Sommer. In beiden Städten sei der Anteil der Fahrzeuge, die die Geschwindigkeit überschreiten, im Vergleich zu 2017 deutlich zurückgegangen – in Hamburg etwas mehr als in München. Als ein Grund führt die UDV die Bußgelderhöhung von November 2021 an. Innerorts werden bei einer Tempoüberschreitung von 11 bis 15 Kilometern pro Stunde aktuell 50 Euro fällig, vor der Erhöhung waren es noch 25 Euro.

Die Unfallforscher gehen davon aus, dass der Kontrolldruck ein weiterer wichtiger Faktor ist. So lasse sich begründen, dass die Werte in Hamburg stärker gefallen sind als in München. Dort seien rund 20 mobile Messanhänger angeschafft worden, die den Kontrolldruck in der Fläche erhöhten.

Versicherer fordern schnellere "Punkte in Flensburg"

Geschwindigkeitsüberschreitungen von mehr als 20 Kilometern pro Stunde seien in den untersuchten Tempo-50-Bereichen in Hamburg und München kaum festgestellt worden. Ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 21 Kilometern pro Stunde sieht der Bußgeldkatalog einen Punkt in der Verkehrssünderkartei vor. UDV-Leiter Brockmann sprach sich dafür aus, früher Punkte zu verteilen.

Die Ergebnisse der UDV-Studie basieren zudem auf Befragungen von Autofahrern. Dabei zeigte sich unter anderem, dass eine Absenkung der Punkte-Grenze zu langsamerem Fahren ermutigen könnte: Nur zwölf Prozent der Autofahrer gaben an, die Aussicht auf eine Schwelle von 11 km/h statt wie bislang 21 km/h für "Punkte in Flensburg" würde sie unbeeindruckt lassen.

dpa/MDR (jan)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 22. November 2022 | 06:00 Uhr

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