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Impfspritze 4 min
Audio: Ungefähr zehn bis 14 Tage dauert es, bis die Corona- und Grippeschutzimpfungen vollen Schutz bieten. Bildrechte: IMAGO / agrarmotive

Impfstoffe Grippe und Corona: Bisher wenig Impfungen vor den Feiertagen

06. Dezember 2023, 12:21 Uhr

Rechtzeitig vor dem Familientreffen an den Weihnachtsfeiertagen sollte man sich nochmal gegen Corona und die Grippe impfen lassen, empfehlen Hausärzte und Krankenkassen. Gerade, um Ältere und chronisch Kranke zu schützen. Vollen Schutz bieten die Impfungen erst nach ungefähr zwei Wochen. Bislang ist die Impfquote in Deutschland aber ziemlich niedrig.

Astrid Wulf, Moderatorin und Autorin
Bildrechte: MDR/Karsten Möbius

"Liebe Patienten, wir impfen täglich gegen Virusgrippe und Corona." So oder so ähnlich ist es auf Internetseiten von Hausarztpraxen zu lesen. Doch der Verband der Hausärztinnen und Hausärzte mahnt, dass sich bislang deutlich zu wenig Menschen, für die es die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt, mit dem angepassten Corona-Impfstoff impfen lassen hätten. Ähnlich sehe es bei der Grippe aus. Empfohlen werden die Impfungen allen voran für Menschen ab 60 Jahren sowie chronisch Kranke.

Deutschland hinkt bei Impfquote hinterher

Auch Ulf Zitterbart, Chef des Hausärzteverbands in Thüringen, teilt diese Sicht. Neu sei das aber nicht. "Insbesondere bei der Grippe haben wir jahrelange Erfahrung, was die Impfquote betrifft. Da muss man sagen, dass wir hier in Deutschland leider immer hinterherhinken. Wir sind so bei 40 bis 50 Prozent der über 65-Jährigen, die gegen Influenzaviren geimpft sind."

Andere Länder sind Zitterbart zufolge dahingehend viel weiter. Dänemark zum Beispiel oder auch Irland, die eine Impfquote von mehr als 75 Prozent hätten. "Da besteht deutlicher Nachholbedarf und das ist jetzt dieses Jahr auch nicht besser geworden."

Hohe Dunkelziffer bei Corona-Infektionen

Bei Covid-19 habe eine gewisse Impfmüdigkeit eingesetzt, sagt Zitterbart. Laut Robert-Koch-Institut haben sich mit dem seit fast drei Monaten verfügbaren, aktualisierten Impfstoff 3,2 Millionen Menschen impfen lassen. Deutlich zu wenig, warnt Bundesgesundheitsminister Lauterbach. Die Gefahr der Krankheit, auch von Long Covid, werde aktuell unterschätzt.

Das offizielle Corona-Pandemieradar zeigt: Es ist nur ein leichter Anstieg erkennbar, wenn man auf die von Laboren bestätigten Fälle schaut. Ganz anders die Kurve der Viruslast im Abwasser. Sie steigt seit Oktober deutlich an. Die registrierten Grippe-Fälle sind nur ein Bruchteil der Corona-Fälle.

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen Klaus Heckemann weist aber darauf hin, dass die Dunkelziffer in beiden Fällen erheblich sei, weil eben erst nach einem entsprechenden Labortest die Diagnose bestätigt ist. "Und der wird nur in seltenen Fällen gemacht. Nämlich nur dann, wenn man jetzt mal wirklich einen Patienten hat, bei dem die Schwere der Erkrankung größer als erwartet ist und man dann wissen möchte, was er wirklich hat." Heckemann zufolge ist die Dunkelziffer mindestens zehn Mal so hoch.

In Sachsen fehle es, so Heckemann, derzeit weder an ärztlichen Kapazitäten noch an Impfstoff. Grippe- und Coronaschutzimpfung erhalte man bei Hausärzten, aber zum Beispiel auch bei Kinder- und Frauenärzten oder in geschulten Apotheken.

Impfungen vor Weihnachten sinnvoll

Auch die Krankenkassen raten zur Impfung. Robert Otto, beratender Apotheker bei der AOK PLUS, erklärt: "Es dauert ungefähr zehn bis 14 Tage, bis die Impfung vollen Schutz bietet." Die Grippewelle fange gerade erst an, insofern sei es noch nicht zu spät, sich impfen zu lassen – gerade im Hinblick auf die Weihnachtsfeiertage. "Wenn man sich im Familienkreis treffen möchte, ist natürlich auch hier die Impfung ein sehr guter Schutz."

Sowohl Covid-19 als auch Influenza seien ernste, mitunter lebensbedrohliche Krankheiten. Beide Schutzimpfungen können am gleichen Tag durchgeführt werden. Der Hausärzteverband hofft auf einen Kombi-Impfstoff in absehbarer Zeit.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 06. Dezember 2023 | 06:05 Uhr

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