Bericht Jede fünfte neue Heizung besteht aus Wärmepumpe

Bei Wärmepumpen zeigen sich Lieferschwierigkeiten derzeit ganz besonders – ein Grund ist die enorme Nachfrage angesichts hoher Gaspreise. DIe Wärmepumpe gilt als nachhaltiger und auf Dauer günstiger. Daher konnte die Branche deutlich zulegen, bei Gasheizungen ging der Absatz im zweiten Quartal dagegen um zehn Prozent zurück.

En Mitarbeiter der Firma Vaillant montiert eine Wärmepumpe.
Wer eine Wärmepumpe neu einbauen lassen will, muss sich derzeit auf lange Wartezeiten einstellen. Bildrechte: dpa

Die Wärmepumpe verdrängt in Deutschland offenbar zunehmend die Gasheizung. Das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Zahlen des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie. Demnach haben Heizungsbauer im ersten Halbjahr dieses Jahres 25 Prozent mehr Wärmepumpen ausgeliefert als im Vorjahreszeitraum.

Lieferschwierigkeiten bei Wärmepumpen am größten

Der Marktanteil der Wärmepumpe bei neuen Heizungen steige damit von 17 auf 21 Prozent. Gleichzeitig sei der Absatz von Gasheizungen im zweiten Quartal 2022 um zehn Prozent zurückgegangen.

Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima verwies aber darauf, dass es bei keiner Produktgruppe so große Lieferschwierigkeiten gebe wie bei der Wärmepumpe. 94 Prozent der Innungsbetriebe berichten nach einer ZVSHK-Erhebung über Lieferprobleme vonseiten des Großhändlers oder Herstellers. Zu Beginn der Pandemie waren es lediglich 31 Prozent.

Ab 2024 jährlich 500.000 Wärmepumpen geplant

Ende Juli hatte der Bundesverband Wärmepumpe bei MDR AKTUELL einen deutlichen Ausbau der Produktionskapazitäten angekündigt. Ab 2024 will die Industrie demnach jährlich bundesweit 500.000 Wärmepumpen liefern. Vorangetrieben wird die Nachfrage von der Energiekrise und dem Ziel, sich unabhängiger von russischem Gas zu machen.

Die Bundesnetzagentur warnte zuletzt, die Menschen in Deutschland müssten deutlich mehr Energie sparen, um einen Gasmangel im Winter abzuwenden. Behördenchef Klaus Müller sagte mit Blick auf die reduzierten Liefermengen aus Russland, der Mangel lasse sich nur noch in zwei Best-Case-Szenarien verhindern. Dafür müssten die Verbraucher aber mindestens 20 Prozent einsparen.

MDR AKTUELL, AFP (rnm)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 11. August 2022 | 07:30 Uhr

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