Verkehr 2022 weniger Stunden im Stau für Autofahrer in Mitteldeutschland

02. Februar 2023, 14:53 Uhr

Der ADAC hat seine Staubilanz für das Jahr 2022 veröffentlicht. Dem Bericht zufolge hat sich die Lage auf den Autobahnen in Mitteldeutschland etwas entspannt. In diesem Jahr rechnet der Automobilclub wieder mit mehr Verkehrsaufkommen, weil weniger Menschen im Home-Office arbeiten und wieder mit dem Auto zur Arbeit fahren.

Weniger Staus wegen gut ausgebauter Thüringer Autobahnen

Autofahrer und Autofahrerinnen haben auf den Autobahnen in Thüringen im vorigen Jahr weniger Zeit im Stau gestanden als 2021. Das ergibt eine Auswertung der ADAC-Staubilanz. Entgegen des bundesweiten Trends ging die Zahl der Stunden im Stau deutlich zurück - von rund 2.500 auf 1.800. Nur in Mecklenburg-Vorpommern gab es noch weniger Staus. Am häufigsten mussten Autofahrer auf Autobahnen bei Erfurt und bei Nordhausen warten.

Grund dafür seien die großzügig ausgebauten Autobahnen in Thüringen und die wenigen Baustellen, so dass man auch im Berufs- oder Ferienreiseverkehr gut durchkomme, sagte der Verkehrsexperte des ADAC Hessen-Thüringen, Wolfgang Herda. Für Entspannung sorgte im vorigen Jahr auch das 9-Euro-Ticket.

Meisten Staus auf A38 bei Heringen und auf A71 bei Erfurt

Die meisten Staus hatten sich auf der A38 zwischen Heringen und Berga gebildet, gefolgt von der A71 zwischen Erfurt-Stotternheim und Erfurt-Nord und der A9 zwischen Schleiz und Bad Lobenstein. Thüringens staureichster Tag 2022 war der 2. Dezember. Damals war die A9 neun Stunden lang nach einem LKW-Unfall dicht. Ein Großteil der Stau-Ereignisse wurde im Berufsverkehr gemeldet.

Weniger Verkehrsstörungen in Sachsen - A4 Spitzenreiter

Auf den rund 580 Autobahnkilometern in Sachsen sind im vergangenen Jahr mehr als 13.000 Verkehrsstörungen gemeldet worden. Nach Angaben des ADAC in Dresden sind das knapp 8.000 Meldungen weniger als im Jahr 2021. Damit habe sich die Lage gegenüber den Vorjahren "deutlich entspannt".

Mit 5.146 Störungsmeldungen und insgesamt 11.817 Staukilometern jedoch steche die A4 Görlitz-Eisenach heraus, wobei vor allem der Bereich um das Dreieck Dresden-West für großen Frust sorgte - bei Autofahrern und Anwohnern. "Aufreger Nummer eins" war laut ADAC hingegen die Baustelle auf der A14 zwischen Leisnig im Landkreis Mittelsachsen und Mutzschen im Landkreis Leipzig. Hier waren es den Angaben nach über 3.500 Kilometer Staulänge mit insgesamt 1.663 Stunden Staudauer.

Stauspitzen im Sommer

Insgesamt ging die Staulänge auf den sieben sächsischen Autobahnabschnitten gegenüber 2021 um 4.534 Kilometer auf 26.844 Kilometer zurück. Die staureichsten Tage in Sachsen waren der 18. und 19. Juni, dicht gefolgt vom Sommerferienende am 27. und 28. August mit 4.950 Stunden.

Am ruhigsten war es auf den Autobahnen A13 Dresden-Berlin mit 117 gemeldeten Störungen und 117 Kilometern Stau. Auch auf der A38 Leipzig-Süd blieb es mit 220 Meldungen und 353 Kilometern Stau vergleichsweise ruhig.

Baustellen bremsen Verkehr in Sachsen-Anhalt

Für Sachsen-Anhalt kommt die Staubilanz des ADAC auf eine gesamte Staulänge von 11.510 Kilometern. Insgesamt gab es hier laut Automobilclub 5.059 Staus, die für eine Wartezeit von 5.224 Stunden sorgten. Ein Großteil betraf die Einfahrten von Baustellenbereichen, die immer wieder zu Nadelöhren wurden.

Den meisten Stau gab es auch im Jahr 2022 auf der A2. Hier gab es laut Bilanz 1.583 Staus mit 4.523 Staukilometern und einer Gesamtstaudauer von 2.083 Stunden. Besonders betroffen war der Bereich der Großbaustelle an der A2-Brücke bei Hohenwarthe. Auf Platz zwei und nur knapp dahinter befindet sich die A9 mit 1.426 Staus, 4.094 Kilometern und 1.846 Staustunden.

Top 3: Hier musste 2022 in Sachsen-Anhalt am längsten gewartet werden
Autobahn Zahl der Staus Staustunden
A2: Lostau - Magdeburg-Rothensee 257 459
A2: Magdeburg-Rothensee - Lostau 308 363
A9: Naumburg - Droyßig 245 349

Längster Stau im Dezember

Den längsten Einzelstau des Jahres gab es in Sachsen-Anhalt außerhalb der Ferien. Am 2. Dezember staute sich der Verkehr auf der A9 zwischen Leipzig-West/Merseburg und Lederhose auf 21 Kilometern rund elf Stunden lang. Kurz dahinter folgt ein ebenfalls 21 Kilometer langer Stau zwischen Kreuz Rippachtal und Droyßig am 28. August mit einer Wartezeit von rund neun Stunden.

Die staureichsten Tage lagen ebenfalls nicht in der Ferienzeit. Am 2. Dezember - einem Freitag - wurden 170 Staukilometer gezählt, der Spitzenwert für Sachsen-Anhalt. Dafür kam der 22. Juni, ein Mittwoch, mit knapp 65 Stunden auf die längste Staudauer.

In diesem Jahr rechnet der ADAC mit mehr Verkehrsaufkommen und dadurch auch wieder mit etwas mehr Staus. Das liege vor allem daran, dass viele nicht mehr nur im Home-Office arbeiten und wieder mit dem Auto zur Arbeit fahren. Mit dem 49-Euro-Ticket könnte ab Mai ein Teil davon aber aufgefangen werden.

Redaktioneller Hinweis: Warum die Stauzahlen von 2022 nicht mit den Vorjahren vergleichbar sind Aufgrund einer Überarbeitung der ADAC Datenanalyse ist ein Vergleich der Stauzahlen 2022 mit den Vorjahreszahlen lediglich im Hinblick auf die Staustunden möglich. Die neue Methodik führt zu einem Rückgang der Anzahl der Staus und in geringerem Maße auch der Staulänge. Sehr kleine Staus von sehr kurzer Dauer werden nicht mehr berücksichtigt.

Laut ADAC war die Anpassung nötig, weil der Automobilclub nun auf eine viel größere Datenbasis zurückgreifen kann. Inzwischen werden die Geschwindigkeitswerte von mindestens 30 unterschiedlichen Fahrzeugen auf einem Streckenabschnitt von mindestens 300 Metern genutzt, während es im vorherigen Analysemodell die Geschwindigkeitswerte von nur drei unterschiedlichen Fahrzeugen auf einem Abschnitt von einem Kilometer waren.

Hinzu kommt, dass nun Geschwindigkeitswerte genutzt werden, die unter 30 Prozent der erlaubten Geschwindigkeit fallen, während sie vorher unter dem statischen Grenzwert von 40 km/h lagen. Außerdem muss die Verzögerung gegenüber "freier Fahrt" nun mindestens eine Minute betragen. In die Staubilanz fließen nur Verkehrsstörungen ab einem Kilometer Länge ein. Nur die längste Ausdehnung, die das Stauereignis im zeitlichen Verlauf aufweist, wird berücksichtigt.

Quelle: ADAC

MDR (cfr/jhi/dst)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 02. Februar 2023 | 09:00 Uhr

1 Kommentar

geradeaus am 03.02.2023

Keine Kommentare, wow. Also entweder ging der Artikel versehentlich unter oder alle Staugeplagten haben die Nase so gestrichen voll das jede Headline die das Wort Stau beinhaltet überflogen wird. Verständlich.

Passt nur drauf auf das hinter euch kein LKW ist wenn ihr aufs Stauende zufahrt. Und wenn doch, dann bremst stärker ab und tut so als ob das Stauende min 10m eher kommt.

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