Chaos an Airports Ausländische Hilfskräfte sollen schnell auf Flughäfen helfen können

An den Flughäfen in Deutschland kommt es wegen Personalmangels immer wieder zu langen Schlangen beim Check-in und der Gepäckabfertigung. Um Abhilfe zu schaffen, sollen ausländische Hilfskräfte eingesetzt werden. Die Bundesregierung unterstützt die Pläne und hat nun vorgestellt, welche Maßnahmen sie ergreifen will.

Passagiere stehen in einer Schlange von mehreren hundert Metern für die Sicherheitskontrolle an einem Flughafen an.
Lange Schlangen auf deutschen Flughäfen waren in den letzten Wochen keine Seltenheit. Bildrechte: dpa

Die Bundesregierung will als Abhilfe für die akuten Personalengpässe an deutschen Flughäfen den kurzfristigen Einsatz ausländischer Beschäftigter möglich machen. Das kündigte Bundesinnenministerin Nancy Faeser gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Volker Wissing und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil an.

Faeser sagte, man wolle der Luftfahrt dabei helfen, Hilfskräfte aus dem Ausland einzusetzen, vor allem aus der Türkei. Dazu sollten schnell Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse erteilt werden. Bei den Sicherheitskontrollen solle die Bundespolizei "gegebenenfalls" unterstützen.

Heil: Keine Leiharbeit, sondern Tariflohn

Den Ministern zufolge fehlen vor allem Fachkräfte bei Bodendienstleistern und privaten Sicherheitsfirmen. Die Hilfskräfte aus dem Ausland sollen befristet an den deutschen Flughäfen arbeiten und etwa bei der Gepäckabfertigung und beim Check-in aushelfen. Verkehrsminister Wissing erklärte, in der Corona-Pandemie seien Fachkräfte bei privaten Unternehmen abgewandert. Das sei eine europaweites Problem.

Arbeitsminister Heil sagte, die Hilfskräfte müssten von den Unternehmen selbst eingestellt und nach Tariflohn bezahlt werden. Der ursprüngliche Wunsch der Branche sei gewesen, Leiharbeit zuzulassen. Leiharbeit werde es aber nicht geben. Heil betonte, man werde Lohn- und Sozialdumping ausschließen. Vorgegeben würden auch gute Unterkünfte.

Airlines haben Tausende Flüge gestrichen

Wegen fehlenden Personals bei Airlines und Bodendienstleistern war es zuletzt teilweise zu stundenlangen Wartezeiten bei den Sicherheitskontrollen und der Gepäckabfertigung an Flughäfen gekommen. Europaweit haben Fluggesellschaften Tausende Flüge gestrichen, um das überforderte System zu entlasten. Allein die Lufthansa nimmt für den Sommer rund 3.000 Verbindungen an ihren Drehkreuzen Frankfurt/Main und München aus dem Flugplan.

Der Arbeitgeberverband der Bodenabfertigungsdienstleister im Luftverkehr (ABL) rechnet damit, dass viele Hilfskräfte aus dem Ausland erst im August in Deutschland zum Einsatz kommen. ABL-Chef Thomas Richter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, mit den Hilfskräften werde das Problem des Personalmangels nicht gelöst. Ihr Einsatz helfe aber mit Sicherheit.

dpa,Reuters(aju)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Juni 2022 | 10:30 Uhr

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