Vier Corona-Tests. Drum herum sind einzelne Modelle des Coronavirus angeordnet.
Die Zahl der Coronaerkrankungen in Sachsen-Anhalt steigt. Bildrechte: IMAGO /Lobeca/Norbert Neetz

Akute Atemwegserkrankungen Corona, Grippe, RSV: Infektionen in Sachsen-Anhalt nehmen deutlich zu

von Manuel Mohr, MDR Data

21. Dezember 2023, 16:55 Uhr

Kurz vor Weihnachten intensiviert sich in Sachsen-Anhalt die Infektions-Lage. Die Zahl der Corona-, Grippe- und RSV-Fälle ist erneut deutlich angestiegen. Im Vergleich zu den Vorjahren steht insbesondere bei der Grippe der Höhepunkt der Krankheitswelle aber noch bevor.

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Akute Atemwegserkrankungen breiten sich in Sachsen-Anhalt weiter aus. Allein in der zurückliegenden Woche wurden laut Landesamt für Verbraucherschutz (LAV) über 2.300 neue Coronafälle und je rund 280 Grippe- und RSV-Infektionen registriert. Das sind insgesamt rund 27 Prozent mehr Fälle als noch in der Woche davor. Infolge einer Coronainfektion starben offiziellen Angaben zufolge innerhalb einer Woche 19 Menschen in Sachsen-Anhalt.

Neben den offiziell gemeldeten Coronafällen weisen die Daten aus dem Abwasser-Monitoring in Sachsen-Anhalt darauf hin, dass die Erkrankungen auch bei denjenigen stark zugenommen haben, die keinerlei Symptome verspüren oder sich nicht auf Corona testen. Fast ausnahmslos wurde nach Angaben des Landesamts für Umweltschutz an den zwölf repräsentativen Klärwerks-Standorten in Sachsen-Anhalt seit Oktober eine steigende oder gleichbleibende Coronavirus-Last im Abwasser festgestellt.

Start der Grippewelle in Sachsen-Anhalt steht kurz bevor

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zirkulieren in Deutschland derzeit mehrere Viren parallel. Neben Corona und RSV sind nach wie vor typische Erkältungs-Erreger verbreitet, zudem steigt nun auch die Zahl der Grippefälle deutlich an. Laut LAV deutet der starke Anstieg der Melde-Zahlen auf den erwarteten Beginn der Grippewelle in Sachsen-Anhalt hin. Diese werde vermutlich durch die Schulferien über den Jahreswechsel gebremst, um im Januar weiter anzusteigen.

Zudem geht das LAV davon aus, dass mit steigenden Infektions-Zahlen auch die Zahl der Sekundärinfektionen – beispielsweise eine Lungenentzündung – durch bakterielle Erreger ansteigen wird.

Deutschlandweit sind die zirkulierenden Viren laut RKI je nach Altersgruppe unterschiedlich stark vertreten. RSV-Infektionen wurden hauptsächlich bei Kindern im Alter von 0 bis 14 diagnostiziert. Corona-Diagnosen hingegen werden zu großen Teilen bei älteren Erwachsenen über 60 gestellt. Grippeerkrankungen verteilen sich relativ gleichmäßig auf alle Altersgruppen.

Deutschlandweit knapp neun Millionen Atemwegserkrankungen

Nach RKI-Angaben konsultierten deutschlandweit rund zwei Millionen Menschen eine Ärztin oder einen Arzt aufgrund einer akuten Atemwegserkrankung, die Gesamtzahl aller erkrankten Personen wird auf knapp neun Millionen Menschen geschätzt. Damit haben die Werte sich im Vergleich zu den Vorwochen weiter erhöht, liegen aber noch unter den Spitzenwerten des vergangenen Winters, als Deutschland von einer starken Grippewelle betroffen war. Mehr Informationen dazu können Sie hier nachlesen:

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MDR (Manuel Mohr)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. Dezember 2023 | 17:00 Uhr

7 Kommentare

Shantuma vor 9 Wochen

"Da auch immer weniger Menschen ein Gefühl für Rücksichtnahme verspüren und es zum Hobby erklärt haben ..."

Dies ist eine bosartige Unterstellung Ihrerseits!
Man muss sich fragen, wie menschenverachtend mein sein kann um auf solche Gedanken zu kommen?


Zum Thema Krankenhaus habe ich einen Beitrag verfasst, welcher nicht veröffentlicht wurde.
Kurz gesagt; würden wir heute die Krankenhausauslastung von Anfang 2020 haben (wir reden hier von den kleinen Corona-Wellen mit Inzidenzwerten von 50 und so), dann wären unsere Krankenhäuser zu weit über 100% belegt.
Alle Daten dazu gibt es bei der DIVI, einer meiner Standardquellen.

Reuter4774 vor 10 Wochen

Das ist auch ganz was Neues und noch nie da gewesen im Winter!? Nennt sich Erkältungssaison und geht hierzulande etwa von November bis März, jedes Jahr seit Menschengedenken.

pwsksk vor 10 Wochen

Die Überlastung des Gesundheitssystems! hat ihre Ursachen nicht in der Unvorsicht des Bevölkerung, die es zum Teil auch schon immer gab. Das lag an einer komplett falschen Politik eines Bundesgesundheitsministers und seiner gefolgten Minister in den Ländern. Corona trug und trägt nur zusätzlich dazu bei, daß die Folgen jetzt immer spürbarer werden. Das System ist kaputt ökonomisiert, ähnlich der Bahn, der Infrastruktur insgesamt und des Bildungssektors. Und es geht weiter.
Ich kenne es übrigens noch, dass wir erst mit Fieber zu Hause blieben oder wenn es gar nicht mehr ging. Das "Viren draußen verteilen" ist doch lächerlich.

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