Ein Mitarbeiter steht bei der Qualitätskontrolle an einer Produktionslinie für Solarmodule im Werk der Meyer Burger Technology AG
Der Firmenstandort in Thalheim ist derzeit nicht gefährdet. (Archivbild) Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Sebastian Kahnert

Solarunternehmen auf dem Rückzug Meyer-Burger-Chef: Standort Thalheim nicht gefährdet

23. Februar 2024, 18:00 Uhr

Das Solarunternehmen Meyer Burger stellt im März seine Produktion im sächsischen Freiberg ein. Der Standort Thalheim ist davon nicht betroffen. Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) fordert Lösungen vom Bund und kritisiert die Preispolitik in China.

Der Standort des Solarunternehmens Meyer Burger in Thalheim ist derzeit nicht gefährdet. Das sagte Firmenchef Gunter Erfurt am Freitag auf einer Pressekonferenz. Zuvor hatte Meyer Burger das Aus für den Standort im sächsischen Freiberg bekannt gegeben. Erfurt sagte mit Blick auf Thalheim: "Wir sind unheimlich froh, dass wir das Werk haben, wir haben dort vor kurzem noch einmal investiert, um auf einen neuen Technologiestandard zu kommen, und wir haben dort eine tolle Mannschaft."

Wirtschaftsminister Schulze fordert Lösung vom Bund

Auch Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze(CDU) hatte sich zum Ende der Produktion in Freiberg geäußert und die Bundesregierung aufgefordert, sich zur Zukunft des Solarunternehmens Meyer Burger zu positionieren. Das Unternehmen hatte seine Entscheidung mit mangelndem Schutz vor unfairem Wettbewerb in Europa begründet.

Zu weltmarktfähige Preise produzieren

Schulze sagte MDR SACHSEN-ANHALT, das Aus für den Standort Freiberg sei absehbar gewesen. Die Bundesregierung müsse sich für den Erhalt der Produktion einsetzen. Es gehe um eine Resilienzbonus, also darum, zumindest die hier aufgebaute Produktion zu erhalten. Anders sei es dem Unternehmen nicht möglich, zu weltmarktfähigen Preisen zu produzieren.

Schulze verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Konkurrenz aus China. Dort seien Solarmodule extrem billig, "weil China diese Solarmodule über die Produktionskosten hinaus subventioniert". Wäre Meyer Burger nicht mehr da, wäre Deutschland komplett von China und dessen Preispolitik abhängig.

MDR (Jochen Müller, Astrid Pawassar, Christoph Dziedo, Moritz Arand)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 23. Februar 2024 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

DER Beobachter vor 7 Wochen

Das wird schwer, aber man hätte ja vorbeugen und sich nicht das heft des Handelns aus der Hand geben können. gelernt haben wir offenbar wenig daraus, und so gehts lustig weiter mit der selbstverschuldeten Verpampaisierung des Ostens. Immerhin beruhigend, dass der deutsche und europäische Marktführer nicht alles dicht machen will hier. Aber warum gerade das Stammwerk in Freiberg?

pwsksk vor 7 Wochen

Er kritisiert Chinas Preispolitik.
Na dann sollten wir uns mal anstrengen, das wir diesen Chinakommunismus die Stirn bieten. Wir habens doch drauf, oder?

DanielSBK vor 7 Wochen

Früher nannte man sowas Erpressung was der Chef da abzieht...

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