Impfung verschwiegen Impfaffäre in Halle: CDU-Mann Schachtschneider zieht Kandidatur für den Landtag zurück

Er stand massiv in der Kritik, seit bekannt wurde, dass auch er vorzeitig gegen das Coronavirus geimpft worden ist – nun zieht der CDU-Landtagsabgeordnete Andreas Schachtschneider seine Kandidatur für den Landtag zurück. Die CDU-Spitze wirft ihm Lügen vor.

Das Logo der CDU
Die Impfaffäre von Halle hat nun auch die CDU erreicht. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Der CDU-Landtagsabgeordnete Andreas Schachtschneider wird bei der Wahl im Juni nicht erneut für das Parlament kandidieren. Das teilte die CDU am späten Donnerstagnachmittag mit. Vorausgegangen war demnach ein Gespräch zwischen Schachtschneider und CDU-Landeschef Sven Schulze. Schachtschneider werde nicht wie angedacht in Wahlkreis 35 (Halle I) für den Landtag kandidieren. Zudem habe er den Landesvorstand der Partei gebeten, ihn von Platz 35 auf der CDU-Landesliste zu streichen. Das wird nach Angaben der CDU aktuell "geprüft und veranlasst". Die Partei hatte ihre Landesliste vor einigen Wochen final gewählt.

Die Kritik an Schachtschneider war am Dienstagabend aufgekommen. Die Mitteldeutsche Zeitung hatte berichtet, dass im Zuge der Impfaffäre von Halle auch der 60-Jährige Ende Januar vorzeitig geimpft worden war. Schachtschneider ist auch Stadtrat in Halle und hatte die Impfung nach Darstellung der CDU-Spitze bestritten. Landeschef Sven Schulze sprach bei MDR SACHSEN-ANHALT von einer "schweren menschlichen Enttäuschung". Der hallesche CDU-Kreisvorsitzende Marco Tullner sagte, er sei schockiert und irritiert. Er habe sich auf Schachtschneiders Aussagen verlassen, wonach dieser das Impfangebot des halleschen Oberbürgermeisters nicht angenommen habe.

Impfung nach Bericht der Staatsanwaltschaft aufgeflogen

Tullner hatte Anfang Februar nach Gesprächen mit den Mitgliedern der CDU-Stadtratsfraktion in Halle getwittert, er könne versichern, dass keiner seiner Parteifreunde in Halle ein "wie auch immer geartetes Impfangebot" des Oberbürgermeisters angenommen habe. Schachtschneider hatte Tullners Darstellung später zurückgewiesen und ihm üble Nachrede vorgeworfen. Er habe zu keinem Zeitpunkt verneint, eine Impfung abgelehnt zu haben.

Anlass für die Diskussion war ein Zwischenbericht der Staatsanwaltschaft. Sie ermittelt im Zuge der Impfaffäre auch gegen Oberbürgermeister Wiegand. In dem an die Öffentlichkeit durchgestochenen Bericht war Wiegand schwer belastet worden. Zudem war die Impfung von Schachtschneider bekannt geworden. Der hallesche Stadtrat hatte Wiegand am Mittwochabend suspendiert. Kurz darauf hatte der CDU-Kreisverband Schachtschneider in einer Sondersitzung aufgefordert, seine Ämter niederzulegen.

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MDR/Luca Deutschländer

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08. April 2021 | 18:00 Uhr

19 Kommentare

AlexLeipzig vor 23 Wochen

Falsch, guter Schwabe. Karl Lauterbach gehört als impfender Arzt in einem Impfzentrum zur Priorität 1. Herr Schachtschneider gehört nicht in diese Kategorie (Priorität 1: ausgewählte Ärzte/Gesundheitspersonal, Menschen über 80 Jahre).

AlexLeipzig vor 23 Wochen

faultier, zwei Anmerkungen noch zu Ihrem Kommentar: die Antwort, wer sich von der AFD vorgedrängelt hat, hat Der Matthias doch gegeben: Markus Wagner aus NRW. Und wenn Sie Herrn Lauterbach angreifen, dann informieren Sie sich vorher: er hat seine berechtigte Impfung öffentlich gemacht, um für Vertrauen in den AstraZeneca-Impfstoff zu werben. Und er ist auch als 58-jähriger berechtigt, gimpft zu werden, da er als Arzt in einem Impfzentrum zur Priorität 1 gehört.

faultier vor 23 Wochen

Habe sie mal einen von der AFd gefunden ? würde sagen eins zu hundert ist das Verhaältniss und der schlimmste Impfvordrängler ist der Mahner Lauterbach SPD in meinen Augen.

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