Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2021 Lars-Jörn Zimmer (CDU) gewinnt den Wahlkreis Bitterfeld-Wolfen

Der Direktkandidat der CDU, Lars-Jörn Zimmer, erhält im Wahlkreis Bitterfeld-Wolfen die meisten Stimmen der Wählerinnen und Wähler. 2016 hatte die AfD den Wahlkreis für sich entschieden. Auch bei den Zweitstimmen ist die CDU stärkste Kraft. Dahinter folgen AfD und Linke. Die Wahlbeteiligung liegt bei 57,2 Prozent.

Grafik zur Landtagswahl 2021, Wahlkreis 28 Bitterfeld-Wolfen
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Wahlergebnisse im Wahlkreis Bitterfeld-Wolfen

Der Direktkandidat der CDU, Lars-Jörn Zimmer, zieht für den Wahlkreis Bitterfeld-Wolfen in den neuen Landtag ein. Nach dem vorläufigen Endergebnis bei der Landtagswahl 2021 erhält er mit 35,3 Prozent die meisten Erstimmen. Bitterfeld-Wolfen ist ein neuer Wahlkreis, der nach der Landtagswahl 2016 aus den Wahlkreisen Wolfen und Bitterfeld entstand. In beiden gewann bei den letzten Wahlen die AfD die meisten Erststimmen.

Zimmer ist der stellvertretender Vorsitzende der CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt. Er erzeugte 2019 bundesweite Aufmerksamkeit, als er mit seinem Fraktionskollegen Ulrich Thomas eine "Denkschrift" zur Zukunft der CDU schrieb. Darin verlangten beide, ihre Partei müsse das "Soziale wieder mit dem Nationalen versöhnen" und dürfe eine Kooperation mit der AfD nicht auf alle Zeit ausschließen. Bei der vergangenen Wahl im Jahr 2016 hatte der AfD-Politiker Daniel Roi das Direktmandat im Wahlkreis Wolfen mit 5,6 Prozentpunkten Stimmenvorsprung auf die CDU gewonnen. Im Wahlkreis Bitterfeld hatte der AfD-Politiker Volker Olenicak bei der vergangen Landtagswahl die meisten Erststimmen gewonnen.

Daniel Roi, Bewerber der AfD, kommt mit 26,7 Prozent auf Platz zwei. Roi war seit 2016 direkt gewählter Abgeordneter der AfD. Er ist Erstunterzeichner der sogenannten Erfurter Resolution. Das Papier gilt als Gründungsdokument des "Flügels" der AfD. Der "Flügel" wurde im März 2020 vom Bundesamt für Verfassungsschutz als "eine gesichert rechtsextremistische Bestrebung gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung eingestuft", so die Behörde in einer Mitteilung. Daraufhin entschied sich der "Flügel" für die Auflösung – laut Verfassungsschutz nur zum Schein. Roi wird im Prüffall-Gutachten des Verfassungsschutzes über die AfD mehrfach erwähnt.

In den folgenden Grafiken sehen Sie die detaillierten Erst- und Zweitstimmenergebnisse Ihres Wahlkreises.

Zweitstimmen, Gewinner und Verlierer

Bei den Zweitstimmen liegt die CDU mit 38,9 Prozent vorn. Im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren ist das ein erheblicher Gewinn von 10,2 Prozentpunkten. Damit ist die CDU zugleich größter Wahlgewinner in diesem Wahlkreis. An zweiter Stelle kommt die AfD. Für die Partei stimmen 24,6 Prozent der Wählerinnen und Wähler. Sie verschlechtert ihr Ergebnis um 5,3 Prozentpunkte. Somit ist die AfD zugleich größter Wahlverlierer in diesem Wahlkreis.

Dahinter folgen Linke (9,8 Prozent), SPD (7,1 Prozent), FDP (5,5 Prozent), Grüne (3,8 Prozent) und Freie Wähler (3,6 Prozent).

Was Erst- und Zweitstimmen bedeuten

Sachsen-Anhalt hat 41 Wahlkreise. Die Bewerberinnen und Bewerber um ein Direktmandat für den Landtag werden mit der Erststimme und mit einfacher Mehrheit gewählt. Mit der Erststimme wählt man eine konkrete Person. 41 direkt gewählte Politikerinnen und Politiker ziehen in das Landesparlament ein.

Mit der Zweitstimme wird eine Partei gewählt und bestimmt, wie viele Sitze eine Partei im Landtag erhält – wie stark also eine Partei im Landtag ist. Die Abgeordneten ziehen über die Listenplätze ihrer Parteien in den Landtag ein, wenn die Partei mehr als fünf Prozent erreicht hat. Die Plätze werden so verteilt, dass sie verhältnismäßig den Zweitstimmen entsprechen. In dem neuen Landtag sind mindestens 83 Politikerinnen und Politiker vertreten.

Mehr über das Wahlsystem in Sachsen-Anhalt erfahren Sie hier auf den Seiten der Landeswahlleiterin.

Wahlbeteiligung und Wahlverhalten

Die Menschen im Wahlkreis Bitterfeld-Wolfen stimmen ähnlich ab wie die Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt.

Landesweit erhält die CDU mit 37,1 Prozent die meisten Zweitstimmen. Danach folgen AfD (20,8 Prozent), Linke (11 Prozent), SPD (8,4 Prozent), FDP (6,4 Prozent), Grüne (5,9 Prozent) und Freie Wähler (3,1 Prozent).

Die Wahlbeteiligung im Wahlkreis Bitterfeld-Wolfen liegt mit 57,2 Prozent 3,1 Prozentpunkte unter dem Landesdurchschnitt sowie 3,3 Prozentpunkte unter der Wahlbeteiligung von 2016. 51.657 Menschen waren zur Wahl aufgerufen. 1,9 Prozent der Stimmen sind ungültig.

Der Landtagswahlkreis Bitterfeld-Wolfen beinhaltet die folgenden Städte und Gemeinden: Bitterfeld-Wolfen, Sandersdorf-Brehna und Zörbig.

Quelle: Mitteldeutscher Rundfunk, Innovations- und Digitalagentur (ida), 23 degrees

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 06. Juni 2021 | 18:00 Uhr

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