Demonstration gegen AfD-Europawahlversammlung in Magdeburg
In Magdeburg protestierten laut MDR-Reportern rund 2.500 Menschen gegen die Europawahlveranstaltung der AfD. Bildrechte: MDR/Engin Haupt

Sperrungen und Blockaden 2.500 Menschen protestieren friedlich gegen AfD-Parteitag in Magdeburg

29. Juli 2023, 18:01 Uhr

Die AfD hält in Magdeburg einen Parteitag ab. Die Delegierten stellen in der Landeshauptstadt ihre Kandidaten-Liste für die Europawahl auf. In der Stadt hat es Demonstrationen dagegen gegeben. Bei einer Protestveranstaltung am Samstag haben 2.500 Menschen teilgenommen.

In Magdeburg haben am Samstag rund 2.500 Menschen an einer Demonstration gegen die Europawahlveranstaltung der AfD teilgenommen, berichten Reporter von MDR SACHSEN-ANHALT. Demnach waren zivilgesellschaftliche Bündnisse wie die "Omas gegen Rechts" vor Ort, sowie Vertreterinnen und Vertreter von Gewerkschaften, den Parteien Bündnis 90/die Grünen, Linke und SPD und den Jugendorganisationen "Grüne Jugend" und "Jusos". Dazu aufgerufen hatte das Bündnis "Solidarisches Magdeburg".

Polizei: "Keine Störungen"

Mehrere Mercedes-Transporter der Polizei fahren vor einer Demonstration
In Magdeburg haben am Samstag rund 2.500 Menschen gegen eine AfD-Europawahlveranstaltung protestiert. Bildrechte: MDR/Engin Haupt

Der Demonstrationszug führte die Protestierenden vom Hauptbahnhof zu einer Kundgebung auf dem Jerichower Platz, nahe des Messegeländes, wo die AfD am Freitag und Samstag ihren Parteitag abgehalten hat. Laut Schätzungen der Polizei haben sich insgesamt knapp 2.000 Personen am Protest beteiligt.

Den Angaben zufolge waren bis auf vereinzelte Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt "keine Störungen zu verzeichnen“. Um den Parteitag abzusichern, waren einem Polizeisprecher zufolge Hunderte Beamte aus mehreren Bundesländern im Einsatz. 

 

Anmeldungen für Versammlungen gibt es etwa für einen Aufzug von der Innenstadt bis hin zum Messegelände, so die Polizei. Man stelle sich auf einige Tausend Demonstranten aus ganz Deutschland ein, so Polizeisprecher Stefan Brodtrück im Vorfeld im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT.

Protest gegen AfD soll friedlich bleiben

Rebekka Grotjohann (Die Linke) vom Bündnis "Solidarisches Magdeburg" hatte im Vorfeld angekündigt, man habe Vorkehrungen getroffen, um Gewalt zu verhindern. "Das wird eine sehr friedliche Veranstaltung", so Grotjohann. Die Veranstalter rechneten vorab mit rund 1.000 bis 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Demonstranten von "Omas gegen rechts" auf einer Demo gegen den AfD Parteitag.
Demonstranten von "Omas gegen rechts" protestieren seit Freitagvormittag gegen den Bundesparteitag der AfD in Magdeburg. Bildrechte: MDR/Engin Haupt

Bereits am Freitag zum Start der AfD-Zusammenkunft hat es mehrere Protestveranstaltungen gegeben. Am Nachmittag haben etwa 250 Menschen gegen den Bundesparteitag der AfD demonstriert. Das geht aus Angaben der Polizei hervor. Zwischen Hauptbahnhof und dem Messegelände, wo der Parteitag stattfindet, musste der Verkehr zum Teil unterbrochen werden. Die Proteste hielten am späten Nachmittag weiter an. Die Polizei geht davon aus, dass es im Laufe des Wochenendes immer wieder zu Einschränkungen kommen wird.

Am Freitagmorgen hatte die Initiative "Omas gegen Rechts" kurzzeitig die Zufahrt zum Messegelände blockiert. Rund 100 Personen hatten sich am Veranstaltungsort zu einer Mahnwache versammelt und ankommende AfD-Mitglieder mit Trillerpfeifen und Plakaten empfangen. Die Polizei sicherte die Protestaktion ab und sorgte dafür, dass die Straße für die Fahrzeuge frei blieb.

AfD stellt Kandidaten für Europawahl auf

Rund 600 Delegierte der AfD kommen in Magdeburg für eine mehrtägige Europawahlversammlung zusammen. Am Samstag hat die Partei zunächst die Kandidaten für die Wahl im kommenden Jahr aufgestellt. Spitzenkandidat ist demnach der sächsische Jurist Maximilian Krah. Am kommenden Wochenende soll der zweite Teil des Parteitags stattfinden, an dem weitere Kandidatinnen und Kandidaten für die Liste aufgestellt werden sollen. Mit welchem Programm die AfD zur Europawahl antritt, soll voraussichtlich bei einer späteren Bundesversammlung debattiert werden.

Verfassungsschutz: Partei ist Extremismus-Verdachtsfall

Das Bundesamt für Verfassungsschutz stufte die Bundes-AfD im März 2021 als rechtsextremistischen Verdachtsfall ein, was das Kölner Verwaltungsgericht im März 2022 bestätigte. Die AfD ging in Berufung. Das Verfahren vor dem Oberverwaltungsgericht Münster läuft noch.

MDR (Engin Haupt, Karsten Kiesant, Marcel Knop-Schieback, Hannes Leonard, Leonard Schubert), dpa, afp | zuerst veröffentlicht am 25.07.2023

Dieses Thema im Programm: SACHSEN-ANHALT HEUTE | 29. Juli 2023 | 19:00 Uhr

184 Kommentare

Fakt vor 51 Wochen

@dieja:
>>"Es dürfte Ihnen bekannt sein, dass in Magdeburg die neue Strombrücke gesperrt ist."<<
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Das dürfte mir genauso bekannt sein wie Ihnen vermutlich die halbseitige Sperrung der früheren B 76 zwischen Wulfshagen und Levensau.

dieja vor 51 Wochen

Den Ort der Demonstration kann die Verwaltung aber regeln. Es dürfte Ihnen bekannt sein, dass in Magdeburg die neue Strombrücke gesperrt ist. Es ist zu erwarten, dass die Brücke der B1 durch die Demonstration zeitweise nicht befahrbar ist. Wie sollen die Bürger östlich der Elbe zum Beispiel dann zum Bahnhof kommen. Hier steht dass Demonstrationsrecht gegen die Bewegungsfreiheit der anderen, deshalb wäre eine Demo auf dem großen Platz am Dom sinnvoller gewesen. Hier hat die Stadt geschlafen.

SZ Rentner vor 51 Wochen

@ Peter
Da sie mal wieder nicht in der Lage sind es zu verstehen. rom.1 spielt auf einen Song von Udo Jürgens an .
Also ich habe es gleich verstanden sie sollten mal an sich arbeiten .

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