Ein Reisebus auf der Straße.
Immer mehr Menschen in Sachsen-Anhalt fahren per Reisebus in den Urlaub. (Symbolbild) Bildrechte: imago images / Arnulf Hettrich

Sicher, bequem, kostengünstig Warum immer mehr Sachsen-Anhalter per Reisebus in den Urlaub fahren

14. Juli 2023, 18:21 Uhr

Busreisen werden in Sachsen-Anhalt immer beliebter. Nachdem die Corona-Pandemie vielen Unternehmen zugesetzt hat, erholt sich die Branche. Denn: Immer mehr Menschen fahren mit dem Reisebus in den Urlaub oder auf einen Kurztrips. Auch Familien und junge Alleinreisende entscheiden sich für den Bus. Der gilt als das sicherste Verkehrsmittel auf der Straße.

Mit dem Reisebus in den Urlaub fahren – das ist in Sachsen-Anhalt immer beliebter. Nicht mehr nur Senioren, sondern immer mehr Familien und Alleinreisende setzen auf diese Reiseform. Die Veranstalter von Busreisen, die durch die Corona-Pandemie hat getroffen wurden, erholen sich derzeit davon, sagte der Geschäftsführer des Verbandes Mitteldeutscher Omnibusunternehmen, Tilman Wagenknecht, MDR SACHSEN-ANHALT.

Reisebus-Branche erholt sich trotz Fachkräftemangel

Allerdings gebe es auch in der Bustouristik unbesetzte Stellen, die die Branche belasten. "Der Fachkräftemangel schlägt bei uns natürlich genauso durch und auch stärker als in anderen Branchen", sagte Wagenknecht, "Wir sind als Dienstleistungsbranche massiv gebeutelt gewesen von Kurzarbeit und Einschränkungen." Und: Es sei kein Bürojob. "Man kann Busfahren ja schlecht im Homeoffice machen."

Die Unternehmen, die diese Krise überlebt haben, können positiv in die Zukunft blicken.

Tilman Wagenknecht Verband Mitteldeutscher Omnibusunternehmen

Dennoch lohnt es sich laut Wagenknecht, optimistisch nach vorne zu schauen: "Die Unternehmen, die diese Krise überlebt haben, können positiv in die Zukunft blicken." Bei Kurztrips per Bus sind die Buchungszahlen bereits wieder auf dem gleichen Niveau wie vor der Pandemie, schätzt der Sicherheitsbeauftragte beim Internationalen Bustouristik-Verband RDA, Johannes Hübner. Bei Fernreisen sei die Auslastung im Vergleich zu 2019 bei 60 Prozent.

Viele Busreisen gehen ins Ausland

Am beliebtesten sind Hübner zufolge Städte und Kurztrips nach Wien, Prag oder Budapest. Bei längeren Reisen, die im Schnitt zwischen neun bis zwölf Tage dauern, gebe es ebenfalls klare Favoriten. Österreich, die Benelux-Staaten, Tschechien, Italien und die Adria, Skandinavien und Großbritannien erfreuen sich laut Hübner steigender Beliebtheit.

Und auch die Klientel verändert sich. Hat man früher bei Busreisen an Schul-Abschlussfahrten und Seniorenausflüge gedacht, sieht Johannes Hübner einen klaren Trend hin zu mehr Individualtourismus auch im Bereich der Altersgruppe 45+ und Familien im mittleren Alter.

Reisebusse sind die sichersten Verkehrsmittel auf der Straße

Über all dem steht das Thema Sicherheit. Auch wegen Meldungen wie der über einen Reisebus, den die Polizei kürzlich in Thüringen wegen eklatanter Mängel aus dem Verkehr gezogen hat, kommen Zweifel an der Sicherheit von Busreisen auf. Die Statistik widerspricht dem jedoch.

Wie dem jährlich erscheinenden Verkehrssicherheitsreport der Dekra zu entnehmen ist, zählt der Omnibus zu den sichersten Reise-Verkehrsmitteln überhaupt. Auch eine Auswertung von WDR Quarks zeigt, dass es unter Busreisenden statistisch deutlich weniger Verkehrstote gibt als unter Autofahrenden.

Das liegt zum einen daran, dass Reisebusse Massenverkehrsmittel sind: Sie transportieren pro Fahrt rund zehn bis 50 Mal mehr Passagiere als ein Auto. Vor allem aber hat die Busbranche selbst ein Interesse daran, die Sicherheit ihrer Fortbewegungsmittel immer weiter zu erhöhen. So wurde in den letzten Jahren massiv auf technologische Innovation gesetzt.

Strengere Gesetze machen Busreisen sicherer

Dazu haben auch die Gesetzgeber die Regularien zum Durchführen einer Busreise deutlich verschärft. Sicherheitsprüfungen sind immer weiter intensiviert worden. Der Leiter der Dekra-Niederlassung in Halle, Steffen Hampel, erklärte dazu: "Reisebusse werden regelmäßig jedes Jahr zur Hauptuntersuchung vorgeführt und dazwischen aller Vierteljahre zur Sicherheitsprüfung. Dort wird das Fahrzeug auf Betriebs- und Verkehrssicherheit überprüft."

Reisebusse werden regelmäßig jedes Jahr zur Hauptuntersuchung vorgeführt und dazwischen aller Vierteljahre zur Sicherheitsprüfung.

Steffen Hampel Dekra Halle

Dadurch gebe es weniger Unfälle, die auf technische Mängel zurückzuführen sind. Auch die Ausbildung der Busfahrer spiele eine entscheidende Rolle. Sie müssen laut Hampel nicht nur technisches Know-how mit bringen, sondern auch in der Lage sein, in kritischen Situationen richtig zu reagieren.

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MDR (Stefan Rank, Maren Wilczek)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 14. Juli 2023 | 11:40 Uhr

1 Kommentar

randdresdner vor 39 Wochen

Einen schönen Nebeneffekt haben Busreisen auch noch - sie sind wesentlich umwetfreundlicher als die Fahren mit Auto und vor allem Flugzeug.

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