In dem verschneiten Dorf Kleingera steht eine etwa acht Meter hohe Pyramide an einer Straße.
Kleingera ist stolz auf den Pyramiden-Riesen. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Rekord Kleingera im Vogtland: Das Dorf hat sich neun Meter hohe Pyramide gebaut

08. Dezember 2023, 19:12 Uhr

Der Elsterberger Ortsteil Kleingera führt das Attribut "klein" zwar im Namen, lässt das in der Weihnachtszeit aber nicht auf sich sitzen. Denn dort wird am Sonnabend die XXL-Weihnachtspyramide Marke Eigenbau angeschubst. Das acht Meter hohe Prachtstück ist eine echte Besonderheit und begeistert die Menschen inzwischen auch weit über die Grenzen des Ortes hinaus.

Wenn Ortsvorsteher Rico Schneider auf die Weihnachtspyramide von Kleingera angesprochen wird, dann gerät er ins Schwärmen. "Es ist wirklich ein Unikat. Ich würde sagen, sie ist mit Abstand die Schönste." Neun Meter hoch mit mehr als 20 großen, handgedrechselten Figuren auf vier Etagen. Eine vergleichbare Pyramide sei vogtlandweit nicht zu finden.

Geboren wurde die Idee für das einmalige Schmuckstück beim Frühschoppen. Der Vater des Projektes ist der Zimmermann Jürgen Söllner. Er erzählt: "Im Jahr 2016 war hier 650-Jahr-Feier. Da wurde im Bierzelt ausgemacht, dass wir eine Pyramide bauen." Sie sollte fünf Meter hoch werden. "Da hab ich gedacht, dass ich sie auch ein wenig größer machen könnte", sagt Söllner verschmitzt. "Das ist doch was Schönes, oder?"

Eine mannshohe Räucherfigur und ein Weihnachtsmann stehen auf einer Pyramide in Kleingera.
Auch die Figuren der Pyramide sind XXL: Sie erreichen eine Größe von 1,30 Metern und wiegen bis zu 70 Kilogramm. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Ein halbes Jahr Bauzeit für die riesige Pyramide

Im Herbst 2017 fiel der Startschuss. Ein knappes halbes Jahr lang hat Jürgen Söllner in seiner Freizeit gesägt, gehobelt und gedrechselt. Die Figuren sind bis zu 1,30 Meter groß und wiegen teilweise 70 Kilogramm, sagt der Zimmermann. "Zweieinhalb Kubikmeter Holz, 30 Quadratmeter Platten und viel Kopfarbeit hat es gebraucht, damit alles am Ende hält", lacht er. "Die Frauen haben sie dann bemalt."

Der Pyramidenbau sei rasch zum Gemeinschaftsprojekt des 350-Seelen Ortes geworden, ergänzt Ortsvorsteher Rico Schneider. "Schnell gab es mehrere Helfer zum Streichen, Schleifen, für die Elektrik und für Schweißarbeiten."

Eine Gruppe Menschen vor einer acht Meter hohen Pyramide in Kleingera.
Die Pyramide ist dank vieler fleißiger Hände zum Gemeinschaftsprojekt des Dorfes geworden. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Neue Sehenswürdigkeit führt zu Stau

Pünktlich zum Advent 2018 konnte die Pyramide zum ersten Mal im Ortszentrum an der Hauptstraße aufgebaut werden. Seitdem ist in Kleingera in der Vorweihnachtszeit nichts mehr, wie es vorher war. "Es ist wirklich manchmal bisschen tricky", sagt Schneider. "Die Besucher kommen von oben die Kurve runter, halten an, machen Bilder hier." Da könne es schon passieren, dass es ein bisschen Stau gibt, weil ein Foto gemacht oder gestaunt wird.

Blick über eine Straße zur acht Meter hohen Pyramide im Dorf Kleingera.
Noch herrscht in Kleigera die Ruhe vor dem Besucheransturm. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Pyramide wird hübsch gemacht fürs Anschubsen

Manch einem war in der Vergangenheit ein Foto aber zu wenig. "Es gab leider mal einen Zwischenfall 2019. Da sind uns zwei Figuren gestohlen worden." Die Diebe wurden nicht gefasst. Zimmermann Jürgen Söllner musste Ersatz drechseln.

Bevor die Pyramide in diesem Jahr angeschubst wird, ist sie von mehreren Helfern wieder rundum hübsch gemacht worden, erzählt Jörn Dorst vom Schützenverein: "Wir streichen und reparieren die einzelnen Teile. In diesem Jahr haben wir zum Beispiel die Sterne oben erstmals ausgemalt, damit man sie besser sieht."

Die Kleingerarer sind sich sicher, dass am Sonnabend wieder Hunderte kleine und große Schaulustige beim Einschalten ihrer XXL-Pyramide dabei sind.

MDR (tfr/bsc)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 08. Dezember 2023 | 16:30 Uhr

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