Das Emblem der sächsischen Polizei auf dem Ärmel eines T-Shirts.
Vier Polizeibeamte aus Sachsen haben sich in der Corona-Pandemie bei einer Ärztin falsche Atteste ausstellen lassen. (Symbolbild) Bildrechte: xcitePRESS

Betrug Gefälschte Corona-Atteste: Verfahren gegen vier Polizeibeamte eingestellt

10. Juli 2023, 19:15 Uhr

Eine Ärztin aus Sachsen soll während der Pandemie an Männer und Frauen massenhaft falsche Atteste ausgestellt haben, damit sie Corona-Impfungen, Corona-Tests und das Tragen vom Mundschutz umgehen können. Echte medizinische Gründe lagen bei den Menschen nicht vor. Auch vier Polizisten aus Sachsen haben sich bei ihr falsche Gesundheitszeugnisse ausstellen lassen.

Gegen Geldauflagen sind die Strafverfahren gegen vier sächsische Polizeibeamte im Dunstfeld des geschäftsmäßigen Betrugs mit gefälschten Corona-Attesten eingestellt worden. Das teilte die Polizeidirektion Dresden auf Anfrage von MDR SACHSEN mit. Polizei und Dresdner Staatsanwaltschaft ermitteln seit mehr als einem Jahr gegen eine Ärztin aus dem Landkreis Meißen, die während der Pandemie im großen Stil falsche Gesundheitszeugnisse ausgestellt haben soll.

Staatsbedienstete kaufen falsche Atteste

Auch drei Männer und eine Frau der sächsischen Polizei hatten bei ihr falsche Atteste eingekauft. Wie die Polizei auf Nachfrage von MDR SACHSEN mitteilte, handelte es sich um zwei Bedienstete des Landeskriminalamtes, eine Person der Kripo Zwickau und eine Person aus dem Polizeiverwaltungsamt in Dresden. "Die Atteste reichten von einer Kontraindizierung eines Mund-Nasen-Schutzes, Corona-Test nur über Speichel bis zu einem Impfverbot", so ein Polizeisprecher. Über disziplinarrechtliche- oder arbeitsrechtliche Maßnahmen gegen die Bediensteten sei noch nicht entschieden worden, heißt es auf Nachfrage aus dem Polizeiverwaltungsamt und aus der Polizeidirektion Zwickau.

Betrug im großen Stil

Der 66 Jahre alten Medizinerin wird vorgeworfen, mehr als 100 Menschen seit Beginn der Covid-19-Pandemie "pauschal und unrechtmäßig" eine Befreiung vom Maske-Tragen, ein unbegrenztes Impf- oder ein eingeschränktes Testverbot bescheinigt zu haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll die Beschuldigte hierdurch Einnahmen in Höhe von mindestens 60.000 Euro erzielt haben.

Im Rahmen der Ermittlungen gab es zuletzt im Juni Razzien in mehr als 140 Wohnungen und Praxen in neun Bundesländern. Auch gegen die Besitzer der Atteste wird strafrechtlich ermittelt - wegen des Verdachts der Anstiftung zum Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse (§ 278 StGB) und deren Gebrauch (§ 279 StGB).

MDR (ama)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 11. Juli 2023 | 06:00 Uhr

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