Weinbau 36 sächsische Weine fallen bei Qualitätsweinprüfung durch

Weinlese
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Im vergangenen Jahr sind bei der amtlichen Qualitätsweinprüfung in Sachsen 36 Weine abgelehnt worden. Das teilte das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie auf Anfrage mit. Die Weine hatten den Angaben zufolge gravierende Fehler, schmeckten beispielsweise muffig, bitter, oxidativ oder wiesen untypische Alterungsnoten auf. Diese Weine können nicht als Qualitäts- oder Prädikatsweine verkauft werden, dürfen aber in Cuvées verschnitten oder als Landweine vermarktet werden.

390 Produkte bestehen Prüfung im ersten Anlauf

Insgesamt haben die sächsischen Winzer 532 Weine, Perlweine und Sekte eingereicht, 390 davon bestanden die sensorische Qualitätsweinprüfung im ersten Anlauf. Unter den geprüften Weinen waren den Angaben zufolge auch bereits acht junge Weine des Jahrgangs 2020, wovon einem keine Prüfnummer zugeteilt werden konnte.

Zum Vergleich: Im Jahr zuvor wurden 542 Weine und 30 Sekte eingereicht, von denen 55 keine amtliche Prüfnummer erhielten.

Qualitätsweinprüfung 2020 in Sachsen
Weinart Anzahl Menge
Weißwein 370 knapp 1,36 Millionen Liter
Rotwein 70 193.746 Liter
Rotling/Schieler 18 82.660 Liter
Weißherbst 9 8.998 Liter
Rosé 27 91.807 Liter
Sekt 34 61.748 Liter
Perlwein 4 2.930 Liter

Die Weingüter können nach den amtlichen Prüfungen knapp 1,8 Millionen Liter sächsischen Qualitäts- und Prädikatswein sowie Qualitätsschaumwein b.A. (bestimmtes Anbaugebiet) vermarkten. Dazu wird die amtliche Prüfnummer auf das Etikett gedruckt, als Nachweis für die Qualitätsweinprüfung.

Wie läuft eine Qualitätsweinprüfung ab? Qualitätsweine sind gebietstypische Weine mit besonderen Anforderungen an den Reifegrad der Trauben. Bevor sich ein Wein in Deutschland Qualitätswein nennen darf, muss er sich einer Prüfung unterziehen. Die Qualitätsweinprüfung soll sicherstellen, dass ausschließlich fehlerfreier, für die Angaben auf dem Etikett typischer Wein als Qualitätswein in den Handel gelangt. Wird der Wein entsprechend eingestuft, wird ihm eine amtliche Prüfungsnummer (A.P.Nr.) erteilt. Diese Prüfungsnummer muss auf dem Etikett angegeben werden.

In einer analytischen Prüfung untersucht ein Fachlabor relevante Inhaltsstoffe, wie Alkohol- oder Säuregehalt. In der sensorischen Prüfung wird der Wein verkostet. Zunächst wird geprüft, ob der Wein typisch für die angegebene Rebsorte und Qualitätsstufe ist. Daneben werden auch Farbe und Klarheit des Weines überprüft. Anschließend werden die Kriterien Geruch, Geschmack und Harmonie anhand eines 5-Punkte-Bewertungsschemas beurteilt. Die Gesamtpunktzahl dividiert durch 3 ergibt dann die jeweilige Qualitätszahl. Ist diese kleiner als 1,5, darf der Wein nicht als Qualitätswein verkauft werden. LfULG Sachsen

Die Prüfungsrunden finden das ganze Jahr über in regelmäßigen Abständen statt, sodass die Winzer ständig fertige Weine amtlich prüfen lassen können. 22 Sachverständige sind in Sachsen aktuell in die Kommission berufen, darunter auch Winzer und Kellermeister. Sie wissen bei der sensorischen Prüfung zwar um welche Rebsorte es sich handelt, nicht jedoch aus welchem Weingut das Produkt stammt.

Weinkeller weiter gut gefüllt

Tanks in der Genossenschaft in Meißen.
Die Weinkeller in Sachsen sind gut gefüllt. Bildrechte: MDR/Lars Müller

Die Lager und Keller von Sachsens Weinerzeugern sind weiterhin gut gefüllt. Wie das Statistische Landesamt in Kamenz auf Anfrage mitteilte, lag der Weinbestand nach letzten Erhebungen bei 2,9 Millionen Liter (2019: 3,2 Millionen Liter). Die Daten werden alljährlich im Sommer erhoben, aber erst später veröffentlicht. Zum Abfragezeitpunkt verfügten die Weinerzeuger über knapp 2,4 Millionen Liter Weißwein in Tanks, Fässer oder bereits abgefüllt in Flaschen. Der Rest entfiel auf Rotwein, Rosé und Rotling.

Laut letzten Schätzungen des Deutschen Weininstituts haben die Sachsenwinzer in diesem Jahr etwa 2,1 Millionen Liter Traubenmost zu Wein des Jahrgangs 2020 vergoren, das wären knapp 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Ausfälle gab es durch Spätfröste, Trockenheit und Hagel. Offizielle Abschlusszahlen werden jedoch erst Ende Januar erwartet, hieß es aus dem zuständigen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.01.2021 | 09:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus Dresden

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