Angeklagter Mohamed R. (vordere Reihe r) und Angeklagter Bashir R. (2. Reihe, 2. r) sitzen neben ihren Anwälten im Gerichtssaal des Oberlandesgerichts Dresden.
Alle fünf zu Haftstrafen Verurteilten haben Revision gegen das Urteil des Landgerichts Dresden einlegen lassen. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Remmo-Clan Juwelendiebstahl aus Grünem Gewölbe: Alle fünf Verurteilten gehen in Revision

24. Mai 2023, 12:22 Uhr

Am 16. Mai waren die Urteile für den Juwelendiebstahl aus dem Historischen Grünen Gewölbe in Dresden gesprochen worden. Weil ein Teil der Schätze wieder zurück ist und die Angeklagten die Taten nach einem juristischen "Deal" teilweise gestanden hatten, erhielten sie mildere Strafen. Dennoch wurde jetzt Revision eingelegt.

Der Bundesgerichtshof (BGH) wird sich mit dem Juwelendiebstahl aus dem Historischen Grünen Gewölbe Dresden beschäftigen müssen. Alle fünf zu Haftstrafen verurteilten Mitglieder des Remmo-Clans haben Revision gegen das Urteil des Landgerichts Dresden vom 16. Mai eingelegt. Das teilte Andreas Feron, Vorsitzender Richter des Landgerichts am Mittwoch auf Anfrage von MDR SACHSEN mit.

Dabei handele es sich um den 26 Jahre alten Wissam Remmo, den 27 Jahre alten Bashir Remmo, den 29 Jahre alten Rabieh Remo und die beiden 24 Jahre alten Zwillingsbrüder A.M. und M. Remmo. Keine Revision haben der freigesprochene Ahmed Remmo sowie die Staatsanwaltschaft eingelegt.

Drei Männer über Monate auf freiem Fuß

Drei der Verurteilten hatten im Rahmen eines "Deals" so lange Haftverschonung ausgehandelt, bis das Urteil rechtskräftig ist. Mit der Revision befinden sie sich nun über viele Monate in Freiheit. Das Landgericht hat zunächst 15 Wochen Zeit, das Urteil schriftlich zu begründen.

Nach Zustellung des schriftlichen Urteils können sich die Verteidiger einen Monat Zeit für die Begründung der Revision nehmen. "Danach dürften noch mindestens sechs Monate bis zu einer Entscheidung durch den Bundesgerichtshof vergehen", so die Einschätzung von Feron.

Der Kunstdiebstahl aus Sachsens berühmtem Schatzkammermuseum am 25. November 2019 gilt als einer der spektakulärsten in Deutschland. Die Täter erbeuteten 21 historische Schmuckstücke aus Diamanten und Brillanten im Gesamtwert von 116,8 Millionen Euro und verursachten mehr als eine Million Euro Schaden.

Fünf Männer zu Haftstrafen verurteilt

Für den Einbruch und zwei Brandstiftungen - an einem Fluchtauto in der Tiefgarage eines Wohnhauses und an Stromverteileranlagen in der Altstadt - wurden am vergangenen Dienstag fünf junge Männer aus dem Berliner Remmo-Clan zu Freiheitsstrafen verurteilt. Für einen sogenannten Deal hatten sie im Dezember 2022 den Großteil der Beute zurückgegeben. Drei prominente Objekte mit großen Steinen sind aber weiterhin verschwunden.

MDR (ama)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 24. Mai 2023 | 13:30 Uhr

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