Jan Vogler, Intendant Musikfestspiele Dresden. 5 min
Jan Vogler, Intendant Musikfestspiele Dresden, hat die Pläne für 2024 vorgestellt. Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Sebastian Kahnert
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In Dresden versprechen die Musikfestspiele das bunteste Programm seit der Gründung – Klassik wird u.a. mit Rock, Pop und Jazz gemischt. Mit dem Motto "Horizonte" will das Festival auch gesellschaftliche Akzente setzen.

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Programm vorgestellt "Horizonte": Musikfestspiele Dresden wollen mit buntem Programm überraschen

Von Michael Ernst, Musik-Reporter für MDR KULTUR

23. November 2023, 15:13 Uhr

Den "buntesten Festspieljahrgang" seit Gründung der Musikfestspiele Dresden – das hat Intendant Jan Vogler bei der Programmvorstellung für 2024 versprochen. Für das Festival vom 9. Mai bis zum 9. Juni 2024 sind unter dem Motto "Horizonte" 56 Konzerte geplant, unter anderem mit gefeierten Musikstars wie Anoushka Shankar, Sting, dem Dresdner Pop-Duo Ätna oder dem Dirigenten Kent Nagano. Auch Dresdner Institutionen wie die Semperoper oder die Staatsoperette sind im Programm vertreten.

  • Die Musikfestspiele in Dresden haben ihr Programm für das Jahr 2024 vorgestellt, das unter dem Motto "Horizonte" steht.
  • Das Programm überrascht mit Vielfalt: Neben Klassikstars werden auch Größen aus Rock, Pop und Jazz erwartet.
  • Eine groß angelegte Reihe mit konzertanten und historisch informierten Aufführungen von Wagner-Opern unter Kent Nagano soll fortgesetzt werden.

Als Musikfest der Klassik gegründet, um über den Tellerrand des Elbtals zu blicken, haben sich die Dresdner Musikfestspiele längst als international anerkanntes Festival grenzüberschreitender Genres etabliert. Der 47. Jahrgang soll unter dem Motto »Horizonte« weiter denn je über den bisher abgesteckten Rahmen hinaus blicken. Das gilt sowohl für die auftretenden Gäste als auch für deren musikalische Spektren.

Einen ganzen Monat lang, vom 9. Mai bis zum 9. Juni 2024, soll Festspielintendant Jan Vogler zufolge "der bunteste Festspieljahrgang seit Gründung des Festivals" zelebriert werden. Passend dazu wurde auch das Marketing-Konzept überarbeitet: Sowohl die gedruckte Programmbroschüre als auch der Internetauftritt erscheinen in neuem, benutzerfreundlichen Design.

Ganze 60 Veranstaltungen an insgesamt 21 Spielstätten sollen einheimisches ebenso wie nationales und internationales Publikum im Frühling nach Dresden locken. Neben den 56 Konzerten während der Festspiele gibt es vier weitere Sonderkonzerte außerhalb der Festivalzeit.

Große Namen, überraschende Kombinationen

Das am Donnerstag vorgestellte Programm klingt durchaus nach einem äußerst reizvollen Angebot, mit dem recht unterschiedliche Interessen und Wünsche bedient werden könnten. Von Rocklegende Sting über Mainstream-Jazz und Crossover à la Stacey Kent, Jane Monheit und Anoushka Shankar bis hin zu Klassikstars wie Pianist Igor Levit, Geiger Daniel Hope sowie Philippe Herreweghe mit dem Concerto Vocale Gent ist für so ziemlich alle Geschmäcker etwas dabei. Selbst eher ausgefallene Vorlieben sollten auf ihre Kosten kommen, denn das erste Aufeinandertreffen des Dresdner Elektro-Pop-Duos Ätna mit den Dresdner Kapellsolisten dürfte ganz gewiss für Überraschungen sorgen.

Eine junge Frau sitzt auf einer Bühne und spielt eine elektronische Sitar
Die gefeierte Sitar-Spielerin Anoushka Shankar ist teil des abwechslungsreichen Programms in Dresden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ensembles aus Dresden im Programm

Wer hingegen lieber auf Bewährtes setzt, wird sich auf Gastspiele beispielsweise des Deutschen Sinfonieorchesters Berlin, des Royal Stockholm Philharmonic Orchestra sowie zahlreicher weiterer namhafter Klangkörper und Kammermusiker freuen können. In bewährter Weise sind natürlich die Dresdner Philharmonie, die Sächsische Staatskapelle sowie der Kreuzchor und weitere lokale Ensembles im Festspielprogramm vertreten. Auch das Staatsschauspiel Dresden sowie die Staatsoperette steuern Eigenproduktionen aus dem aktuellem Repertoire bei.

Spannung und Faszination sind zudem bei Konzerten der chinesisch-isländischen Jazzsängerin Laufey sowie in der »Nacht der jungen Stars« zu erwarten. Hierbei werden Größen wie Trompeter Till Brönner und Schlagzeuger Martin Grubinger als musikalische Paten zur Seite stehen, um dem künstlerischen Nachwuchs eine Bühne zu bereiten.

Till Broenner Trompeter live im Konzerthaus Berlin, 2018
Jazz-Trompeter Till Brönner unterstützt in Dresden kommende Stars. Bildrechte: imago images/BRIGANI-ART

Dresdner Festspielorchester setzt Wagner-Projekt fort

Fortgesetzt werden soll auch die aufsehenerregende Zusammenarbeit des Dresdner Festspielorchesters mit Concerto Köln unter dem Dirigenten Kent Nagano. Das 2023 mit Richard Wagners "Rheingold" gestartete Projekt soll in den kommenden drei Jahren die gesamte Tetralogie "Der Ring des Nibelungen" in historisch informierter Aufführungspraxis erklingen lassen. Ein wissenschaftlich begleitetes Forschungsvorhaben, das bereits internationales Interesse verbuchen konnte. 2024 folgt "Die Walküre", zunächst in Prag, anschließend in Amsterdam und Dresden.

Kent Nagano: Ein Mann gestikuliert mit einem Dirigiertstock vor einem Orchester.
Bereits 2023 interpretierte Kent Nagano Wagners "Rheingold" in Dresden. Bildrechte: Oliver Killig

Die Reihe Originalklang umfasst zudem ein Barockkonzert mit der Sopranistin Janine de Bique in der Frauenkirche sowie eine Aufführung von Joseph Haydns Oratorium "Die Jahreszeiten" unter Jordi Savall im Kulturpalast.

Dresdner Musikfestspiele mit gesellschaftlicher Botschaft

Der seit inzwischen 15 Jahren erfolgreich als Intendant der Dresdner Musikfestspiele agierende Jan Vogler wirkt wie in den vergangenen Jahren auch künstlerisch als Cellist in mehreren Konzerten mit.

Das Festspielmotto "Horizonte" soll sich ihm zufolge sowohl auf gesellschaftliche Belange als auch auf musikalische Vielfalt beziehen: "Unsere Themen haben immer auch eine Bedeutung für die Gesellschaft, wir sollten nach vorn schauen, um zu erkennen, dass hinter dem Horizont auch etwas Positives liegen kann. Die Musik ist in der Lage wie kaum etwas anderes, unsere Lebenseinstellung zu stärken."

Redaktionelle Bearbeitung: tsa

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR am Morgen | 24. November 2023 | 06:15 Uhr

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