Schulprojekt Klimastation an Unesco-Schule in Leipzig geht in Betrieb

15. März 2022, 17:40 Uhr

An der Paul-Robeson-Schule im Nordwesten von Leipzig erobern sich die Schülerinnen und Schüler die Themen Wetter und Klima mithilfe einer eigenen Wetterstation. Dabei geht es langfristig gesehen auch um die Beschäftigung mit Lebensfragen.

Die Paul-Robeson-Schule in Wahren/Lindenthal, im Nordwesten der Stadt Leipzig, hat jetzt eine eigene Klimastation. Wie die Schule mitteilte, ist das eine von deutschlandweit 15 Messstationen und die einzige in Sachsen.

Mit Messwerten Fragen des Lebens beantworten

An dem Klima-Projekt der Paul-Robeson-Schule sind die Klassen fünf bis neun beteiligt. Auf den ersten Blick geht es um das Ablesen von Messwerten. Die wiederum können mit anderen Daten verglichen werden. Langfristig sollen so Aussagen zum Klima möglich sein.

Wir haben in Deutschland kein Gas, kein Öl, keine Rohstoffe. Unser wertvollster Rohstoff ist die Bildung. Dafür brauchen wir genau solche Projekte.

Patrick Deppe Projektleiter Paul-Robeson-Schule

Auf den zweiten Blick werden die Schülerinnen und Schüler in diesem Projekt aber mit viel größeren Fragen konfrontiert: Was passiert mit meinem Müll? Was bedeutet der Klimawandel ganz direkt für mein Leben? Was ist Wissenschaft? Aber auch der Faktencheck bei Social Media und wie man Fake News entlarven kann, sollen bei dem Projekt vermittelt werden.

"Alles Fragen, die uns mehr bewegen als der Satz des Pythagoras. Den muss man vor allem für eine Prüfung können", sagt Patrick Deppe. Als Mathematiklehrer darf er sich das erlauben. Er erklärt auch gleich noch, warum ihm das Klima-Projekt seiner Schule so am Herzen liegt: "Wir haben in Deutschland kein Gas, kein Öl, keine Rohstoffe", so der Projektleiter. "Unser wertvollster Rohstoff ist die Bildung. Dafür brauchen wir genau solche Projekte."

Paul Robeson, 1935
Bildrechte: IMAGO / United Archives International

Paul Robeson Paul Robeson wurde am 9. April 1898 in Princeton geborgen. Der Urenkel von George Washington starb am 23. Januar 1976. Robeson war nicht nur Football-Spieler, Sänger und Schauspieler. Er setzte sich auch für die Rechte von Farbigen ein. Der US-Amerikaner erhielt unter anderem 1955 den Weltfriedenspreis und 1960 die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin.

Finanzierung war Mammutaufgabe

Die Idee für das lang angelegte Klima-Projekt kam von der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg. Um die Finanzierung mussten sich die Schulen selbst kümmern. So eine Klimastation kostet rund 10.000 Euro, erklärt Pädagoge Michael Walde, der ebenfalls an dem Projekt beteiligt ist. Die Paul-Robeson-Schule habe unter anderem 4.000 Euro von der sächsischen Unesco-Koordination erhalten*.

Für den Restbetrag waren weitere Fördertöpfe nötig, erzählt Michael Walde. Dazu zählten auch der Förderverein der Schule und die aktive Hilfe der Stadt Leipzig. "Überzeugt hat das Projekt alle durch den Netzwerk-Gedanken." Denn sämtliche Messdaten sollen nun in einer Cloud landen und letztendlich auch allen Schulen in Sachsen nutzbar gemacht werden.

Außerdem würden sich Folgeprojekte anbahnen. So wollen deutschlandweit die botanischen Gärten untersuchen lassen, wie sehr die Entwicklung der Pflanzen vom Klima abhängig ist. "Unser Projekt ist also zunächst einmal technisch. Es geht um Messdaten. Die aber sind mit dem täglichen Leben verbunden", resümiert Walde.


Flagge mit dem Logo der UNESCO
Bildrechte: IMAGO / agefotostock

Unesco Die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation) wurde am 16. November 1945 gegründet. Die Unesco will die Zusammenarbeit zwischen den Völkern fördern, um Frieden und Sicherheit zu wahren. Durch die Beiträge der 193 Mitgliedsstaaten werden Projekte in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation finanziert. Dazu gehören auch Projekte an Schulen. Die Paul-Robeson-Schule in Leipzig ist seit 1987 eine Unesco-Projektschule. unesco.de/ueber-uns/ueber-die-uneso

*Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version war von 3.000 Euro Hilfe der sächsischen Unesco-Koordination die Rede. Das haben wir auf Bitten der Schule geändert.

MDR (mz/sl)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Leipzig | 15. März 2022 | 16:30 Uhr

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