Sozialwohnungen Acht Millionen Euro für angespannten Wohnungsmarkt in Leipzig

In Sachsens Großstädten Leipzig und Dresden steigen die Mieten seit Jahren kräftig. Gleichzeitig wird in den beliebten Metropolen der Wohnraum knapper. Gerade Bedürftige wie Arbeitslose oder Geflüchtete sowie Menschen mit geringem Einkommen sind jedoch auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen. Die Stadt reagiert deswegen nun auf die steigenden Mietpreise und den knapper werdenden Wohnraum. Sie nimmt dafür acht Millionen Euro in die Hand.

Mit mehr als acht Millionen Euro will Leipzig die Sanierung von lange leerstehenden Wohnungen fördern und so mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen. Wie die Stadt mitteilt, sind bereits in diesem Jahr 2,9 Millionen Euro an städtischen Fördermitteln an Eigentümer und Wohnungsgenossenschaften geflossen. Bis Jahresende wurden oder werden damit nach Verwaltungsangaben insgesamt 142 Wohnungen saniert, die als Sozialwohnungen dienen sollen.

In den Jahren 2023 und 2024 sollen jeweils noch einmal 2,7 Millionen investiert werden. Laut dem Dezernat für Bau und Stadtentwicklung Leipzig reicht das für die Renovierung von jährlich etwa 130 Wohnungen. Mit dem Förderprogramm würden insbesondere lange leerstehende Wohnungen in den Plattenbausiedlungen und Wohnungssiedlungen aus der Zeit um 1900 sowie der 1920er- und 1930er-Jahre gefördert. Gerade durch den angespannten Wohnungsmarkt und fehlenden Neubau bezahlbarer Wohnungen, sei das eine große Chance, sagt Leipzigs Baubürgermeister Thomas Dienberg: "Die Leerstände sind ein Schatz, der jetzt gehoben werden muss."

Leipzigs Baubürgermeister Thomas Dienberg
Thomas Dienberg ist Baubürgermeister der Stadt Leipzig. Bildrechte: Stadt Leipzig

Die Leerstände sind ein Schatz, der jetzt gehoben werden muss.

Thomas Dienberg Baubürgermeister der Stadt Leipzig

Weniger Wohnungen und höhere Mieten

Die Stadt reagiert mit der Förderung auf die zunehmende Wohnraumverknappung und gleichzeitig stark steigenden Mietpreise in Leipzig. Nach Angaben der aktuellen Wohnungsmarktstudie für Leipzig standen Ende 2019 im gesamten Leipziger Stadtgebiet insgesamt 16.700 Wohnungen und damit 4,9 Prozent aller Mietwohnungen leer. Allein bei zehn befragten Wohnungsunternehmen, wie der LWB oder Vonovia, sei der Leerstand von 2014 bis 2019 von 6,9 Prozent auf 5,6 Prozent zurückgegangen.

Ein Kind steht vor einem Plattenbau in Leipzig-Grünau (2020)
Gerade die Großwohnsiedlungen bieten die Chance, dringend benötigte Sozialwohnungen zu schaffen und dabei schon vorhandene Wohnungen zu nutzen. Bildrechte: IMAGO / Thomas Eisenhuth

Gleichzeitig sind laut Wohnungsmarktstudie die Bestandsmieten von 2014 bis 2019 durchschnittlich um 2,2 Prozent gestiegen. Bei Abschluss eines neuen Mietvertrages haben Mieterinnen und Mieter sogar durchschnittlichen fünf Prozent mehr pro Jahr zahlen müssen. Der Preis für eine Leipziger Wohnung habe sich von 5,38 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2014 auf 6,03 Euro im Jahr 2019 gesteigert.

Mietpreis- und Belegungsbindung für 15 Jahre

Die Idee der Stadt sei es deswegen, langfristig bezahlbare Wohnungen zu schaffen und dafür vorhandene Wohnungen zu nutzen. Eine Einraumwohnung werde beispielsweise mit 17.500 Euro gefördert. Für jeden weiteren Raum käme ein Zuschuss von 2.000 Euro dazu. Durch die kommunale Förderung seien die renovierten Wohnungen für die nächsten 15 Jahre mietpreis- und belegungsgebunden. Das heißt, dass die Miete nur die Kosten der Wohnung deckt und darüber hinaus nicht steigen darf. Außerdem sind nur Personen mit einem weißen Wohnungsberechtigungsschein berechtigt, also Menschen mit geringem Einkommen oder als sozial bedürftig gelten, eine solche Wohnung zu beziehen.

Was ist der weiße Wohnungsberechtigungsschein? Mit dem weißen Wohnungsberechtigungsschein können Wohnungen bezogen werden, die durch das Sächsische Ministerium für Regionalentwicklung gefördert wurden. Erhalten können den Berechtigungsschein einkommensschwache Haushalte, Sozialhilfeempfänger sowie Personen, die aufgrund von Obdachlosigkeit, Mietschulden oder Suchtverhalten keine Wohnung finden.

Quelle: Stadt Leipzig

MDR

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