Nach Bundeserlass Sachsen stoppt vorerst Impfung mit Astrazeneca komplett

Der Impfstoff Astrazeneca wurde am 15.3.2021 in einer Hausarzpraxis in Dippoldiswalde gespritzt.
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Aufgrund einer aktuellen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts setzt die Bundesregierung die Corona-Impfungen mit Astrazeneca vorsorglich aus. Das sächsische Sozialministerium hat nach eigenen Angaben unverzüglich das Deutsche Rote Kreuz Sachsen, die Sächsische Landesärztekammer, die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen, die leitenden Krankenhaus-Apotheker sowie die Sächsische Impfkommission darüber informiert, dass sämtliche Impfungen mit Astrazeneca sofort bis zur endgültigen Klärung gestoppt werden müssen. Gesundheitsministerin Petra Köpping sagte: "Sicherheit geht vor."

Die SPD-Politikerin setze auf eine zügige Klärung. "Natürlich wirft diese Entwicklung unsere Impfpläne gehörig zurück." In Sachsen dürften insbesondere die Freigabe der Priorisierungsgruppe 2 und das Impfangebot an alle ab 18 Jahren im Vogtlandkreis ins Stocken geraten.

Meldungen über Blutgerinnsel bei Geimpften

Nach rund 30 Meldungen von Hirnvenen-Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa hält das Paul-Ehrlich-Institut weitere Untersuchungen für notwendig. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA werde entscheiden, ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken, hieß es. Seit einigen Tagen hatten bereits mehrere europäische Länder das Vakzin von Astrazeneca vorerst nicht mehr geimpft.

Astrazeneca verteidigte seinen Impfstoff. Man sehe kein erhöhtes Risiko von Blutgerinnseln in Zusammenhang mit dem Präparat, erklärte das Unternehmen am Sonntagabend. Eine sorgfältige Analyse aller verfügbaren Sicherheitsdaten von mehr als 17 Millionen Menschen, die in der EU und in Großbritannien mit dem Mittel geimpft wurden, habe keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko einer Lungenembolie, einer tiefen Venenthrombose oder einen Rückgang der Blutplättchen ergeben. Der Pharmakonzern erklärte, bislang seien 15 Fälle einer tiefen Venenthrombose und 22 Fälle einer Lungenembolie gemeldet worden, was vergleichbar mit anderen zugelassenen Covid-19-Impfstoffen sei.

Die Europäische Arzneimittelbehörde Ema hatte in der vergangenen Woche erklärt, es gebe keine Hinweise darauf, dass die Fälle von Blutgerinnseln durch die Impfung mit Astrazeneca verursacht worden seien.

DRK: Auch keine Erstimpfung mit Biontech

Das für die Impfkampagne im Freistaat zuständige DRK teilte mit, dass ab sofort alle Erst- sowie Zweitimpfungstermine mit Astrazeneca bis auf Weiteres gestoppt sind. Es könnten ferner auch keine Erstimpfungstermine, die mit Biontech gebucht waren, stattfinden. Hier habe es aber keine medizinischen Gründe, sondern es fehle am Impfstoff, wie Knut Köhler von der Sächsischen Landesärztekammer informiert. Es würden nur Zweitimpfungstermine mit Biontech durchgeführt.

Was ist, wenn ich einen Erst- oder Zweitimpfungstermin mit AstraZeneca gebucht habe? 

Dann fällt dieser Termin bis auf Weiteres aus.

Was ist, wenn ich einen Erstimpfungstermin mit Biontech gebucht habe?

Dann fällt dieser Termin bis auf Weiteres aus.

Was ist, wenn ich einen Zweitimpfungstermin mit Biontech gebucht habe?

Dieser findet statt.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 15.03.2021 | 19:00 Uhr

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