Umfrage Mehrheit der Thüringer sorgt sich um steigende Preise

Auf der Nebenkostenabrechnung, an der Tankstelle oder im Supermarkt: Das Leben ist teurer geworden. Mit Blick ins eigene Portemonnaie sorgen sich viele Menschen um die aktuelle Entwicklung, wie eine Umfrage von infratest-dimap für den MDR zeigt. Als Reaktion darauf gaben viele an, weniger einzukaufen oder Energie zu verbrauchen.

Eine Kundin bezahlt auf einem Wochenmarkt an einem Obst- und Gemüsestand.
Viele Thüringer sorgen sich um die steigenden Lebenshaltungskosten (Symbolfoto). Bildrechte: dpa

Die steigenden Preise unter anderem für Strom, Gas und Treibstoff bereitet der Mehrheit der Thüringer große Sorgen. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts infratest-dimap für MDR THÜRINGEN gaben 78 Prozent der Befragten an, sich deswegen große beziehungsweise sehr große Sorgen zu machen. 22 Prozent gaben an, sich deswegen weniger große Sorgen und keine Sorgen zu machen.

Eine Umfragegrafik zum Thema Energiesparen 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Unterschiede gibt es bei der Frage unter den Parteianhängern. AfD-Wähler machen sich die größten Sorgen und mit Abstand auch Wähler der FDP, CDU und Linke. Doch auch befragte Anhänger von SPD und Grüne verfolgen die Preissteigerungen im täglichen Leben mehrheitlich mit Sorge.

Viele schränken Energieverbrauch ein

Als Reaktion auf die gestiegenen Preise haben 64 Prozent der Befragten begonnen, ihren Verbrauch für Heizung und Strom zu senken. 50 Prozent gaben an, wegen der gestiegenen Preise generell weniger einzukaufen.

Die Autobesitzer unter den Befragten haben mehrheitlich ihr Verhalten aber nicht geändert. 44 Prozent von ihnen gaben an, ihr Auto wegen der gestiegenen Kraftstoffpreise weniger häufig zu nutzen.

60 Prozent befürworten Tempolimit

Deutliche Mehrheiten gab es in der Umfrage für einige mögliche Maßnahmen des Staates, um im Winter Energie zu sparen. 78 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, öffentliche Gebäude weniger zu heizen.

Für eine zeitweilige Abschaltung der Straßenbeleuchtung bei Nacht sprachen sich 70 Prozent aus. 60 Prozent befürworteten auch ein zeitlich befristetes Tempolimit auf deutschen Autobahnen.

Weniger Zustimmung gab es für ein Einschränken der Energieversorgung von Unternehmen. Dafür votierten 35 Prozent der Befragten. Nur 20 Prozent würden eine vorübergehende Schließung von Schwimm- und Turnhallen unterstützen.

Zur Umfrage Für den Thüringentrend hat infratest-dimap zwischen 28. Juli und 2. August 2022 1.172 repräsentativ ausgewählte Thüringerinnen und Thüringer telefonisch (764) und online (408) befragt. Die Fehlertoleranz liegt bei 2 Prozentpunkten bei einem Anteilswert von 10 Prozent und bei 3 Prozentpunkten bei einem Anteilwert von 50 Prozent.

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MDR (dr,sar)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 04. August 2022 | 20:00 Uhr

121 Kommentare

GuterMensch vor 1 Wochen

@martin, Sie verbreiten hier Halb bis hin zu Unwahrheiten, so einfach ist das ! Mehr Worte dafür braucht man nicht !
Habe auch die Ehre und Auf Wiedersehen..........ist nicht wörtlich gemeint !

martin vor 1 Wochen

@fm: "Die" öffentlichen Einrichtungen gibt es in Sachen Energieeinsparungen überhaupt nicht - auch wenn Sie mal wieder versuchen fröhlich gegen "den Staat" zu hetzen. Schon allein die Landkreise geben jährlich Millionenbeträge für die "energetische Sanierung" der kreiseigenen Gebäude (dazu gehören auch Schulen und Sporthallen) aus. Die kleineren Maßnahmen kommen noch oben drauf.

Zu den Einsparungen auf Landesebene kann ich nichts schreiben. Der Bund hat bspw. schon vor Jahren angefangen den Energieverbrauch seiner IT zu senken. Auf die Idee, dass man durch Energiesparen auch Geld sparen kann, sind nicht nur Sie gekommen.

P.S: Unterstützen kann auch bedeuten, dass man Anderen dabei hilft etwas zu tun. Aber wer nur an sich denkt, kommt auf diese Idee eher nicht.

martin vor 1 Wochen

@fm: Ihr letzter Satz ist völlig falsch. Es gibt zwei - sich nicht ausschließende - Wege um das Verhältnis von Angebot und Nachfrage so zu verändern, dass der Preis fällt:
a) Steigerung des Angebots
b) Senken der Nachfrage

Und deshalb ist auch Ihr erster Satz nicht ganz richtig - aber völlig falsch.

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