Protest Erstmals in Thüringen angeklebt: Klimaaktivisten von Straße in Jena abgelöst

06. Februar 2023, 21:10 Uhr

In Jena haben Klimaaktivisten eine Hauptstraße blockiert. Der Verkehr musste umgeleitet werden. Später wurde die Straße wieder freigegeben. Zuvor gab es einen längeren Stau.

Sechs Klimaaktivisten haben am Montagmorgen gegen 8 Uhr eine der Hauptverkehrsstraßen in Jena blockiert. Nach Angaben der Polizei hatten sich vier der sechs Personen an der Ecke Knebelstraße/Fischergasse auf der Straße angeklebt. Sie wurden mit einem speziellen Lösungsmittel von der Fahrbahn gelöst. Gegen 11 Uhr konnte die Straße wieder freigegeben werden.

Polizei löst festgeklebte Protestierer von Straße in Jena

Durch die Aktion kam es zu Verkehrsbehinderungen stadtauswärts bis zur Straße vor dem Neutor. Die B88 musste zeitweise gesperrt werden, Autofahrer wurden über die Grietgasse umgeleitet. Die Polizei wertete die Aktion als "Spontanversammlung", die bis 10 Uhr gestattet wurde.

Nach Ablauf der Frist blieben die Aktivisten jedoch vor Ort. Die vier Protestierer, die sich an der Straße festgeklebt hatten, wurden daraufhin von der Polizei "verletzungsfrei" von der Fahrbahn gelöst.

Alle Protestierer erhielten Platzverweise, denen sie nachkamen. Die Polizei prüft nach eigenen Angaben zudem, ob gegen die Aktivisten ordnungs- und strafrechtliche Verfahren eingeleitet werden.

Erste Blockade der "Letzten Generation" in Thüringen

Die Störaktion ist Teil der bundesweiten Proteste der sogenannten Letzten Generation. Allein am Montagmorgen hatten sich in zahlreichen Städten Aktivisten auf die Straßen geklebt. Zum ersten Mal gab es eine solche Blockade in Thüringen. Neben Jena hatten Klima-Aktivisten der "Letzte Generation" am Montag ebenfalls in Magdeburg und Leipzig Straßen blockiert.

Aktion von Klimaaktivisten in Weimar verhindert

Bereits im November hatte die Polizei in Weimar eine geplante Aktion der Klimaaktivisten verhindert. Im Dezember waren Demonstranten auf das Goethe-und Schiller-Denkmal In Weimar geklettert und hatten den Skulpturen die Augen verbunden.

CDU und FDP kritisieren Aktion

Kritik kam von der CDU im Landtag. Mit solchen Aktionen erwiesen die "selbsternannten Klimaschützer" ihrem vorgeblichen Ziel einen Bärendienst, sagte Fraktionschef Mario Voigt. Den Straßenverkehr zu gefährden, habe nichts mit Klimaschutz zu tun. Voigt lud zu Gesprächen über einen Energie-Plan ein.

Der Sprecher der FDP-Gruppe im Landtag, Thomas Kemmerich, erklärte, wer Berufspendler in Staus zwinge, richte mehr Schaden fürs Klima an als Nutzen zu stiften. Wer einen "nennenswerten" Beitrag zum Klimaschutz leisten wolle, solle sich "nicht als moralisch überlegen inszenieren", sondern eine handwerkliche Ausbildung aufnehmen. "Für das Gelingen der Energiewende braucht unser Land dringend Wärmepumpenbauer, Monteure für Solaranlagen, Klimatechniker und Klempner."


MDR (kku/co)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 06. Februar 2023 | 10:00 Uhr

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