Hohenwartestausee Wiederaufbau der Linkenmühlenbrücke: Planer stellen Entwurf vor

Die Planungsarbeiten für den Wiederaufbau der Linkenmühlenbrücke über den Hohenwartestausee im Saale-Orla-Kreis gehen voran. Das Planungsbüro hat nun erste Ergebnisse vorgestellt.

Entwurf einer Brücke über den Hohewartstausee
So könnte die neue Brücke aussehen: Das Planungsbüro bevorzugt eine Stabbogenbrücke, ohne im See verankerte Stützen. Bildrechte: Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt

Der Wiederaufbau der Linkenmühlenbrücke über den Hohenwartestausee wird mindestens zwölf Millionen Euro kosten. Wie das Landratsamt in Saalfeld mitteilte, hat das Planungsbüro Setzpfandt aus Weimar jetzt vier Varianten für die Brücke vorgestellt. Die neue Brücke soll den Stausee zwischen den Ortsteilen Altenroth der Gemeinde Altenbeuthen und Linkenmühle der Gemeinde Gössitz überspannen. Dort stand bis 1945 eine Straßenbrücke - sie wurde damals gesprengt, um den Vormarsch amerikanischer Soldaten aufzuhalten.

Luftbild von der Brücke Linkenmühle vom 19.07.1945. Die Brücke über die Saale ist kaputt.
Luftbild von der Linkenmühlenbrücke nach ihrer Zerstörung vom 19. Juli 1945. Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo

Linkenmühlenbrücke: Planungsbüro stellt Varianten vor

Bevorzugt wird vom Planungsbüro eine sogenannte Stabbogenbrücke, bei der die Fahrbahn innerhalb des Brückenbogens verläuft und von Stahlbändern getragen wird. Die Brücke soll insgesamt 10,50 Meter breit sein. Auf beiden Fahrseiten seien zwei Meter breite Gehwege geplant. Außerdem soll es auf jeder Fahrbahnseite einen Streifen für Radfahrer geben.

Der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und der Saale-Orla-Kreis hatten außerdem vorgegeben, dass für die Brücke keine Stützen im Stausee verankert werden müssen. Außerdem soll es eine Durchfahrtshöhe von mindestens acht Metern für Schiffe geben.

Widerlager Linkenmühle
Nur noch einige Bauteile erinnern an die alte Brücke. Die Planungen für eine neue Brücke laufen. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Zufahrtsstraßen müssen ausgebaut werden

Außerdem hat das Planungsbüro konkrete Vorschläge für den Ausbau der Zufahrtsstraßen vorgelegt. Die vorhandenen Straßen erfüllten allesamt nicht die Anforderungen. Aus Kostengründen und Umweltaspekten eigne sich aus nördlicher Richtung die Landesstraße über Paska am besten. Südlich der Brücke solle die Straße von Altenroth nach Altenbeuthen und Drognitz als Zufahrt genutzt werden. Die bisher schmalen Straßen müssten auf 5,50 Meter Breite ausgebaut werden. Dafür veranschlagt das Planungsbüro insgesamt fünf Millionen Euro.

Die Pläne werden laut Landratsamt in Saalfeld jetzt dem Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr vorgestellt. Danach wollen die beiden Landkreise mit der Landesregierung über die Finanzierung verhandeln, bevor unter anderem Baugrund und Umweltbedingungen untersucht werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/fno

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 13. Juli 2021 | 11:30 Uhr

7 Kommentare

Harka2 vor 15 Wochen

@Atheistin
Aber auch Pferd und Esel müssen dort irgendwie auf die andere Seite kommen und mir ist jetzt nicht so direkt eine Pferderasse bekannt, deren Beine 20 m lang sind. So lang müssten sie aber sein, wenn man die Nutzlast trocken übersetzen möchte ...

Harka2 vor 15 Wochen

Wieso? Jahrzehntelang wollten die anliegenden Orte keine Wiederherstellung der Brücke, da sie nicht ganz zu Unrecht befürchteten, dann mehr Durchgangsverkehr zu bekommen. Die schmalen Zufahrtsstraßen und engen Ortsdurchfahrten sind einem zunehmenden LKW-Verkehr nicht gewachsen. Man sollte sich wirklich die Frage stellen, ob man den derzeitigen Zustand nicht lieber so belässt. Die einzige Autofähre Thüringens verträgt keine 40-Tonner ...
Die Sprengung war damls so sinnlos wie heute ein Wiederaufbau. Die Brücke von Remagen hat man ja auch nicht wieder aufgebaut ...

Tamico161 vor 15 Wochen

Wobei ich die Fähre sehr romantisch finde! Ein wenig wie Urlaub wenn man mit dem äußerst freundlichen Fährpersonal über den Stausee geschippert wird!

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