Öffentlicher Dienst Nach Einigung im Tarifstreit: Thüringer Kommunen erwarten Millionen an Mehrkosten

23. April 2023, 15:15 Uhr

Die Tarifparteien im öffentlichen Dienst haben sich nach einer mehreren Warnstreiks geeinigt. Thüringer Kommunen rechnen nun mit Mehrkosten in zweistelliger Millionenhöhe.

Thüringer Kommunen rechnen nach dem Tarifabschluss im öffentlichen Dienst mit Mehrkosten in zweistelliger Millionenhöhe. Diese Größenordnung nannte übereinstimmend Landkreistag und Gemeinde- und Städtebund.

Ein Mann spricht in ein Mikrofon
Michael Brychcy (CDU), Bürgermeister und Vertreter der Kommunen, hätte sich ein niedrigeres Lohnplus gewünscht. Bildrechte: picture alliance/dpa | Bodo Schackow

Michael Brychcy (CDU), Präsident des Gemeinde- und Städtebundes, sagte MDR THÜRINGEN, er hätte sich ein niedrigeres Lohnplus gewünscht. Zwar gönne er den Angestellten das Geld, aber man müsse auch fragen, ob dieser im Vergleich sehr hohe Abschluss noch verhältnismäßig sei.

Onno Eckert
Onno Eckert ist Landrat des Landkreises Gotha. Bildrechte: picture alliance/dpa | arifoto UG

Gothaer Landrat: Gutes Ergebnis angesichts der Inflation

Onno Eckert (SPD), Vize-Präsident des Landkreistages, sprach zwar angesichts der Inflation von einem "guten Ergebnis", sieht aber zugleich eine Herausforderung für die Haushalte. Eckert, der zugleich Landrat des Landkreises Gotha ist, rechnet für die Kreisverwaltung Gotha mit Mehrkosten von etwa vier Millionen Euro im Jahr. Brychcy, Bürgermeister in Waltershausen, schätzt die Mehrausgaben für die Stadt auf etwa eine Million Euro.

Thomas Nitzsche, Oberbürgermeister Jena, redet 2020 auf einer Pressekonferenz
Thomas Nitzsche ist Oberbürgermeister von Jena. Bildrechte: imago images/Karina Hessland

Jenaer Oberbürgermeister: Einigung gerade noch stemmbar

Der Jenaer Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) sagte MDR THÜRINGEN, finanziell sei die Einigung für die Arbeitgeber herausfordernd, aber wohl gerade noch stemmbar. Er könne noch nicht sagen, was das für die Finanzplanung der nächsten fünf Jahre bedeute. Aber für die zwei Jahre des Doppelhaushalts 2023/24 liege es innerhalb der städtischen Planung. Der Schlichtungsvorschlag, an dem sich letztlich die Einigung orientierte, sei ein echter Kompromiss und wichtig für die Beschäftigten, so Nitzsche.

Bund, Kommunen und Gewerkschaften hatten sich am späten Samstagabend in Potsdam auf einen Tarifabschluss geeinigt. Dieser Abschluss löste bundesweit unterschiedlichen Reaktionen aus.

MDR (frp/prell/kku/co)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 23. April 2023 | 14:00 Uhr

52 Kommentare

martin vor 51 Wochen

@atze71: Sicher sind während der Pandemie auch politische Fehler gemacht worden. Aber hier geht es um die aktuelle Inflation und Sie schrieben eingangs dieses Zweiges "...definitiv keine außenpolitischen ..."

Aber gut, das haben Sie mit der Zustimmung zu meiner Begründung ja zurück genommen.

Germinator aus dem schoenen Erzgebirge vor 51 Wochen

Wer jemanden kennt, der bei der Gemeine/Stadt oder dem Landratsamt bei der Kasse arbeitet, der sollte den mal fragen, was da für Gelder überwiesen werden.
Aber die Arbeitnehmer, also die, die arbeiten gehen, die sollen sich zurückhalten.
Gehts noch, da ist auf einmal kein Geld da.

☝️😉

Atze71 vor 51 Wochen

Soweit richtig.
Plus die politischen Fehler in der Coronazeit. Ich erlaube mir zu sagen das die letzten 4 Jahre mehr politisch falsch gemacht wurde als die 40 Jahre davor.

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