Soros-Stiftung verlässt Ungarn

Es war angekündigt worden, nun ist es offiziell: Die Open-Society-Stiftung von US-Milliardär George Soros zieht von Budapest nach Berlin. Soros reagiert damit auf eine Welle von Anfeindungen. Die ungarische Regierung unter Ministerpräsident Orbán fährt seit Jahren Kampagnen gegen den in Ungarn geborenen jüdischen US-Milliardär.

Bildcombo: Viktor Orban und George Soros
Einst freundschaftlich verbunden, nun Kontrahenten: George Soros und Viktor Orbán Bildrechte: dpa

Der in Ungarn geborene jüdische US-Milliardär George Soros schließt das Büro seiner Open-Society-Stiftung in Budapest. Neuer Sitz der Stiftung werde Berlin, teilte die Organisation heute in New York mit. Sie werde weiterhin die Arbeit von Organisationen in Ungarn unterstützen. Soros reagiert mit dem Umzug seiner Stiftung auf Anfeindungen der ungarischen Regierung. Ungarns Regierungschef Viktor Orbán wirft dem US-Milliardär u.a. vor, die Flüchtlingsströme 2015 in Bewegung gesetzt zu haben. Im Frühjahr 2017 hatte Orbán angekündigt, die von Soros gegründete und finanzierte Internationale Universität ("CEU") in Budapest 2021 schließen zu wollen.

Die Open-Society-Stiftung von George Soros arbeitet seit 1984 in Ungarn. Sie fördert Initiativen und Organisationen, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen sowie wissenschaftliche Forschungen. Dafür gab sie bislang rund 324,8 Millionen Euro aus. Auch die regierende Fidesz-Partei wurde von der Stiftung zunächst finanziell unterstützt.

dpa/voq


Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im Radio: 15.05.2018 | 09:30 Uhr

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