Ukraine-News Russland: Drohnen über Moskau und Rostow am Don abgeschossen

07. September 2023, 21:52 Uhr

Diese Ukraine-News vom Donnerstag, 7. September 2023 sind beendet.

Ukraine-News vom Donnerstag, 7. September 2023


21:52 Uhr | Neues US-Militärpaket für die Ukraine

Die USA stellen der Ukraine zur Abwehr des russischen Angriffskriegs erneut Militärhilfe zur Verfügung. Das US-Verteidigungsministerium teilte am Donnerstag in Washington mit, das neue Paket habe einen Umfang von rund 600 Millionen US-Dollar (rund 560,9 Millionen Euro). Es beinhalte unter anderem Munition für die Mehrfachraketenwerfer.

Nach Ministeriumsangaben haben die USA seit dem Kriegsbeginn Ende Februar 2022 militärische Hilfe im Umfang von mehr als 43,7 Milliarden US-Dollar (rund 40,9 Milliarden Euro) für Kiew bereitgestellt oder zugesagt.

21:10 Uhr | Drohnenangriff auf russische Industrieanlage

In der russischen Grenzregion Brjansk ist nach Angaben des Gouverneurs Alexander Bogomaz zufolge eine Industrieanlage von Drohnen attackiert worden und ein Brand ausgebrochen. Ein Verwaltungsgebäude habe in der Gebietshauptstadt Brjansk am Donnerstagabend Feuer gefangen. Das schrieb Bogomaz auf Telegram. Wenig später teilte das russische Verteidigungsministerium mit, die Luftverteidigung habe in Brjansk zwei Drohnen abgewehrt.

20:59 Uhr | Nordische und baltische Staaten sichern Ukraine weitere Hilfe zu

Die Außenminister der nordischen und baltischen Staaten haben der Ukraine weitere Hilfe bei der Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg zugesagt. "Eines ist klar: Als Freunde stehen wir zusammen und unterstützen die Ukraine, die diesen Krieg gewinnen wird", sagte der gastgebende lettische Noch-Regierungschef und Interim-Außenminister Krisjanis Karins am Donnerstag nach einem Treffen der Staatengruppe in Riga.

Im Mittelpunkt der Gespräche stand nach Angaben von Karins, wie man der Ukraine besser helfen und die Zusammenarbeit besser koordinieren kann. Es sei zudem besprochen worden, wie Ländern, die weiter von Europa entfernt liegen, vermittelt werden könne, dass "Russlands brutaler Krieg gegen die Ukraine in Wirklichkeit ein imperialistischer Krieg" sei, sagte Karins. Einig sei man sich auch, dass Russland dafür zur Rechenschaft gezogen werden müsse.

17:24 Uhr | Deutschland hofft beim G20-Gipfel auf gemeinsame Position zum Ukraine-Krieg

Deutschland hofft wenige Tage vor dem G20-Treffen in Indien trotz schwieriger Verhandlungen auf eine gemeinsame Abschlusserklärung mit einer einheitlichen Position zum Ukraine-Krieg. Ziel sei weniger die Verurteilung Russlands, als vielmehr die Definition gemeinsamer Grundvoraussetzungen für einen Frieden in der Ukraine, verlautete aus Regierungskreisen in Berlin. Oberstes Gebot für Deutschland sei dabei die Wahrung der territorialen Integrität der Ukraine.

Bundeskanzler Olaf Scholz reist am Freitagabend gemeinsam mit Finanzminister Christian Linder zu dem zweitägigen Gipfel nach Neu-Delhi. Ein wichtiges Thema des Treffens ist der Krieg in der Ukraine. Jedoch zeichnen sich schon im Vorfeld unter den Mitgliedsstaaten Differenzen bei der Position zum Ukraine-Krieg ab. Länder wie Indien oder China haben den russischen Angriffskrieg bislang nicht ausdrücklich verurteilt.

17:13 Uhr | Blinken würdigt Widerstandskraft der Ukrainer

US-Außenminister Antony Blinken hat bei einem Besuch in der ukrainischen Region Tschernihiw die Widerstandskraft der Ukrainer angesichts des russischen Angriffskrieges gewürdigt. Bei der Besichtigung eines von russischen Truppen während deren Besatzung zum Gefängnis umfunktionierten Schulkellers in dem Ort Jagidne sagte Blinken, das Gebäude zeige sehr eindringlich "die außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit des ukrainischen Volkes."

Russische Soldaten hatten Teile der Region nördlich von Kiew kurz nach Beginn ihrer Invasion in der Ukraine im Februar vergangenen Jahres eingenommen – darunter auch das Dorf Jagidne. In dem Keller des Schulgebäudes hielten sie damals dutzende Dorfbewohner fest. Etwa einen Monat später zogen sich die russischen Soldaten wieder zurück – allerdings hinterließen sie dabei weitgehend zerstörtes und vermintes Gelände.

15:13 Uhr | Kreml: Auch keine Videobotschaft Putins beim G20-Gipfel geplant

Der russische Präsident Wladimir Putin wird sich beim G20-Gipfel am Wochenende auch nicht per Videobotschaft zu Wort melden. Es gebe keine Pläne für einen Videoauftritt Putins bei dem Treffen in Neu-Delhi, sagte sein Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag in Moskau. Außenminister Sergej Lawrow als Leiter der russischen Delegation werde "alle Arbeit machen".

Putin, gegen den ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs vorliegt, hatte sich bereits im August beim Gipfeltreffen der fünf Brics-Staaten in Südafrika von seinem Außenminister vertreten lassen. Damals meldete er sich jedoch per aufgezeichneter Videobotschaft zu Wort, in der er den Westen für den Ukraine-Konflikt verantwortlich machte.

13:24 Uhr | Ukraine exportiert Getreide über kroatische Häfen

Die Ukraine hat angesichts der verstärkten russischen Angriffe auf ihre Häfen am Schwarzen Meer und an der Donau mit Getreide-Exporten über Häfen in Kroatien begonnen. "Obwohl es sich um eine Nischenhandelsroute handelt, ist sie bereits sehr beliebt", teilt Vize-Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko mit. "Wir sind dankbar für diese Möglichkeit." Die Ukraine sei auch an einem Ausbau interessiert, denn diese Logistikroute werde wohl auch nach dem Krieg eine wichtige Rolle im bilateralen Handel zwischen beiden Ländern spielen. Wie viel ukrainisches Getreide bereits über kroatische Häfen verschifft wurde, sagt Swyrydenko nicht. Außenminister Dmytro Kuleba hatte Ende Juli bei einem Besuch in Zagreb eine Vereinbarung geschlossen, um kroatische Häfen an der Donau und der Adria für den Export ukrainischen Getreides zu nutzen.

13:05 Uhr | IfW Kiel: Europa hat 156 Milliarden Euro Hilfen für Ukraine zugesagt

Die europäischen Hilfszusagen für die Ukraine summieren sich nach Zahlen des Instituts für Weltwirtschaft Kiel inzwischen auf 156 Milliarden Euro. Die Summe liege damit mehr als doppelt so hoch wie die Zusagen der USA von weniger als 70 Milliarden, berichtete das IfW heute aus seinem "Ukraine Support Tracker".

Für die Zusagen aus Europa zählt das Institut versprochene Mittel der Europäischen Union, ihrer Mitgliedsstaaten und von Nicht-EU-Staaten wie Großbritannien oder Norwegen zusammen. Allein ein neuer Hilfstopf der EU, die sogenannte Ukraine-Faszilität, umfasse 50 Milliarden Euro für die Jahre 2023 bis 2027. Zu weiteren Zusagen für mehrjährige Unterstützung zähle ein deutsches Militärpaket im Wert von 10,5 Milliarden Euro für die Jahre 2024 bis 2027. Daneben nennt das IfW mehrjährige Programme aus Norwegen, Dänemark, Großbritannien, der Schweiz, Schweden, Portugal und Litauen.

12:36 Uhr | Macron: Keine russischen Flaggen bei Olympischen Sommerspielen in Paris

Bei den Olympischen Sommerspielen in Paris im kommenden Jahr sollen nach den Worten des französischen Präsidenten Emmanuel Macron keine russischen Flaggen wehen. "Natürlich kann es während der Pariser Spiele keine russischen Fahnen geben", sagt Macron der französischen Sportzeitung "L'Equipe". "Ich denke, in dieser Frage gibt es einen Konsens, weil Russland als Land nicht willkommen ist in einer Zeit, in der es Kriegsverbrechen verübt und Kinder deportiert." Das Internationale Olympische Komitee (IOC) müsse entscheiden, welchen Status die russischen Athleten und Athletinnen erhalten sollten, und "dieses Thema sollte nicht politisiert werden", ergänzte Macron. Die Ukraine sollte aber in diese Überlegungen einbezogen werden. Die Ukraine hat mit einem Boykott der Spiele gedroht, sollten Sportler aus Russland und Belarus für ihre Länder antreten.

11:15 Uhr | Stoltenberg: Gegenoffensive kommt voran

Die ukrainischen Streitkräfte gewinnen nach Einschätzung von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg bei ihrer Gegenoffensive weiter an Boden. Trotz der schwierigen Kämpfe sei es der Armee gelungen, "die Verteidigungslinien der russischen Streitkräfte zu durchbrechen und vorzurücken", sagte Stoltenberg am Donnerstag vor EU-Abgeordneten in Brüssel. "Das beweist, wie wichtig unsere Unterstützung ist", sagte der Nato-Chef weiter. Diese müsse fortgesetzt werden.

Die Nato-Staaten unterstützen Kiew bei der Gegenoffensive mit Waffenlieferungen, darunter Kampfpanzer und gepanzerte Fahrzeuge.

10:58 Uhr | Nato sieht keine Hinweise auf absichtlichen Beschuss Rumäniens

Die Nato hat eigenen Angaben zufolge keine Hinweise darauf, dass Russland absichtlich Rumänien beschießt. Diesbezüglich gebe es keine Erkenntnisse, sagt Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg vor dem EU-Parlament. "Wir warten die Ergebnisse der laufenden Untersuchung ab." Auf rumänischem Territorium waren Trümmer einer mutmaßlich russischen Drohne gefunden worden, wie der Verteidigungsminister des Nato-Landes, Angel Tilvar, am Mittwoch sagte. Zwei Tage zuvor hatte die Ukraine erklärt, dass russische Drohnen in Rumänien detoniert seien.

06:58 Uhr | Wieder Angriff auf Donau-Hafenstadt Ismajil

Russland hat seine Luftangriffe auf die ukrainische Hafenstadt Ismajil an der Donau fortgesetzt. Bei dem neuerlichen Angriff mit Drohnen seien Hafeninfrastruktur, ein Getreidesilo und Verwaltungsgebäude beschädigt worden, teilt der Gouverneur der südukrainischen Region Odessa, Oleh Kiper, mit. Ein Mensch sei verletzt worden.

Es war der vierte Angriff auf Ismajil binnen fünf Tagen. Der Donauhafen unweit der Grenze zu Rumänien ist seit dem Austritt Russlands aus dem Getreideabkommen im Juli zu einem der wichtigsten Exporthäfen für ukrainisches Getreide geworden. Das Abkommen hatte der Ukraine trotz des Krieges den Transport von Getreide über das Schwarze Meer ermöglicht. Seit dem Austritt griff Moskau verstärkt die ukrainische Hafeninfrastruktur am Schwarzen Meer und an der Donau an.

03:51 Uhr | Drohnenabschuss über Russland

Die russische Flugabwehr hat nach eigenen Angaben in Moskau und in Rostow am Don nahe der Grenze zur Ukraine Drohnen abgeschossen. Demnach wurde in Rostow am Don eine Person durch herabfallende Trümmer einer abgeschossenen Drohne verletzt. Wie der Gouverneur von Rostow, Wassili Golubew, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram schrieb, wurden zudem Häuser und mehrere Häuser beschädigt.

Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin schrieb ebenfalls auf Telegram, in einem Stadtbezirk der Hauptstadt sei eine Drohne abgeschossen worden. Verletzte oder Schäden seien erst einmal nicht gemeldet worden.

01:46 Uhr | Russland verurteilt angekündigte Lieferung von Uranmunition

Russland hat die von US-Außenminister Blinken angekündigte Lieferung von panzerbrechender Uranmunition an die Ukraine verurteilt. "Die Entscheidung der US-Regierung, Waffen mit abgereichertem Uran zu liefern, ist ein Zeichen der Unmenschlichkeit", erklärt die russische Botschaft in Washington über den Kurznachrichtendienst Telegram. Es sei klar, dass Washington bereit sei, ganze Generationen auszulöschen.

Die Uranmunition ist für die US-Abrams-Panzer vorgesehen. Wegen seiner höheren Dichte als Stahl oder Blei hat abgereichertes Uran eine höhere Durchschlagskraft.

Der Einsatz von Uranmunition ist umstritten. Gegner kritisieren Gesundheitsrisiken durch den Kontakt mit radioaktivem Uranstaub.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Donnerstag, 07. September 2023

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Berichterstattung zum Ukraine-Krieg Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, da wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter vor Ort sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum überprüft werden können.

Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler
Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler
Alle anzeigen (225)

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 07. September 2023 | 06:00 Uhr

Mehr Politik in Osteuropa

Mehr aus Osteuropa