Russischer Angriff auf die Ukraine Die Chronik des Russland-Ukraine-Krieges

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Am 24. Februar sind russische Truppen in die Ukraine einmarschiert. Nach ersten Erfolgen kommen die russischen Truppen kaum noch voran. Die ukrainische Armee leistet erbittert Widerstand. Die Zivilbevölkerung leidet, Millionen Menschen sind vor dem Krieg geflohen. Ein Überblick über die Geschehnisse Tag für Tag.

Rauch steigt nach einem Angriff von einer Luftabwehrbasis auf.
Russland hat die Ukraine angegriffen. Überall im Land finden Kämpfe statt, Millionen Menschen sind auf der Flucht. Bildrechte: dpa

17. Mai: Ukraine und Russland setzen Verhandlungen aus

Die Ukraine und Russland setzen bis auf weiteres ihre Verhandlungen über ein Ende der Kämpfe aus. Beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld dafür. Das finnische Parlament stimmt einem Nato-Beitritt des Landes zu. Ebenso wie Schweden stellt Finnland den Aufnahme-Antrag fertig. Mehr als 260 ukrainische Kämpfer verlassen das seit Wochen von russischen Truppen belagerte Stahlwerk in Mariupol. Sie befinden sich in russischer Gefangenschaft. Im russischen Staatsfernsehen kritisiert der frühere russische Generalstabsoffizier Michail Chodarjonok überraschend den russischen Angriff auf die Ukraine.

15. Mai: Erdogan lehnt Nato-Beitritte von Schweden und Finnland ab

Die Türkei sperrt sich gegen die geplanten Beitritte von Finnland und Schweden zum Militärbündnis Nato. Der Preis für Weizen steigt auf einen neuen Rekord. Renault und McDonald's geben ihr Russland-Geschäft auf. Die EU-Kommission senkt ihre Wachstumsprognose für die Eurozone für dieses Jahr wegen des Ukraine-Kriegs deutlich auf 2,7 Prozent.

14. Mai: G7 wollen Ukraine jahrelang mit Waffen beliefern

Deutschland und die anderen G7-Staaten wollen der Ukraine notfalls noch jahrelang Waffen und andere militärische Ausrüstung liefern. In der Abschlusserklärung des Treffens der Außenminister der sieben führenden westlichen Industrienationen wird Russland außerdem aufgefordert, den Krieg in der Ukraine zu beenden und sämtliche ukrainischen Gebiete zu räumen. Eine Verschiebung von Grenzen werde man "niemals" anerkennen.

13. Mai: EU kündigt 500 Millionen Euro für Waffen für Ukraine an

Die Europäische Union stellt weitere 500 Millionen Euro für die Lieferung von Waffen und Ausrüstung an die ukrainischen Streitkräfte zur Verfügung. Zum ersten Mal seit März ist Diesel wieder billiger als Superbenzin der Sorte E10. Bundeskanzler Olaf Scholz telefoniert nach langer Zeit wieder mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Ein konkretes Ergebnis gibt es nicht.

12. Mai: Ukraine kündigt ersten Prozess wegen Kriegsverbrechen an

Die Ukraine kündigen einen Prozess gegen einen ersten russischen Soldaten wegen Kriegsverbrechen an. Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktowa wirft einem 21-jährigen Russen vor, aus einem gestohlenen Auto heraus einen ukrainischen Zivilisten erschossen zu haben. Dieser soll Zeuge des Diebstahls gewesen sein. Der finnische Präsident Sauli Niinistö und Ministerpräsidentin Sanna Marin sprechen sich für eine rasche Nato-Mitgliedschaft ihres Landes aus. Russland erklärt, es sehe darin eine Bedrohung. Gazprom stoppt seine Gaslieferung über die Jamal-Pipeline durch Polen.

11. Mai: Gastransit durch die Ukraine gedrosselt

Die Ukraine kappt teilweise die Leitungen für russisches Gas nach Europa. Bei der Bundeswehr startet die Ausbildung ukrainischer Teams an Panzerhaubitzen. Trotz der Gefahr von Jobverlusten befürwortet Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow Sanktionen gegen Russland.

10. Mai: Außenministerin Baerbock in der Ukraine

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock trifft in Kiew den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Davor besucht Baerbock Butscha und Irpin. In Rheinland-Pfalz kommen die ersten ukrainischen Soldaten an, die an der Panzerhaubitze 2000 ausgebildet werden sollen. Seit Beginn des Krieges sind rund 14 Millionen Ukrainer auf der Flucht. In Mariupol sind nach Überzeugung der UN-Menschenrechtsbeauftragten Tausende Zivilisten gestorben.

9. Mai: Moskau feiert Sieg über Nazi-Deutschland vor 77 Jahren

Kreml-Chef Wladimir Putin verteidigt zum 77. Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland den Militäreinsatz in der Ukraine. Bei der Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau behauptet Putin, der Westen habe eine Invasion in Russland und der Krim vorbereitet. Bei einem Staatsbesuch in Berlin sprechen Kanzler Olaf Scholz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron über ein mögliches europäisches Bündnis jenseits der EU für Staaten wie die Ukraine. Ungarn kündigt an, sein Veto gegen ein EU-weites Erdölembargo gegen Russland einlegen zu wollen.

8. Mai: Scholz erklärt in Fernsehansprache seine Ukraine-Politik

Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier üben am Jahrestag der deutschen Kapitulation scharfe Kritik an Russlands Angriffskrieg. Scholz tut dies in einer Fernsehansprache. Die G7-Staaten beschließen, auf russisches Erdöl zu verzichten.

7. Mai: Alle Frauen und Kinder aus Asowstal-Werk herausgeholt

In Mariupol haben nach Angaben der ukrainischen Regierung alle Frauen, Kinder und Älteren das belagerte Asowstal-Werk verlassen. Der UN-Sicherheitsrat einigt sich erstmals auf eine gemeinsame Erklärung zum Krieg: Man sei zutiefst besorgt über den Konflikt und unterstütze die Bemühungen von Generalsekretär António Guterres bei der Suche nach einer friedlichen Lösung. Auch die Vetomacht Russland billigt den Text.

6. Mai: Deutschland liefert Panzerhaubitzen

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht kündigt die Lieferung von sieben Panzerhaubitzen 2000 an die Ukraine an. Außerdem sollen ukrainische Soldaten an der Technik ausgebildet werden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lädt Bundeskanzler Olaf Scholz zum Feiertag des Sieges über Hitler-Deutschland am 9. Mai nach Kiew ein.

5. Mai: Außenministerin Baerbock wird in die Ukraine reisen

Außenministerin Annalena Baerbock reist in Kürze nach Kiew. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier telefoniert mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Eine internationale Geberkonferenz für die Ukraine erbringt in Warschau Zusagen von mehr als sechs Milliarden Euro.

4. Mai: Russische Soldaten gelangen auf Stahlwerksgelände

Russische Truppen dringen nach Darstellung der Ukraine auf das Gelände des belagerten Asow-Stahlwerks in Mariupol vor. Russlands Armee meldet nach eigenen Angaben 77 Luftangriffe auf die Ukraine am heutigen Tag. Auf das Zentrum der ostukrainischen Großstadt Dnipro gibt es Behörden zufolge einen russischen Raketenangriff, der besonders die Eisenbahninfrastruktur trifft. Ein Ölembargo würde Russland nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) nicht zu einem schnellen Einlenken im Ukraine-Krieg bewegen.

3. Mai: Kein gemeinsames Öl-Embargo der EU

Die EU-Mitglieder können sich nicht auf einen gemeinsamen Einfuhrstopp für russisches Erdöl verständigen. Die Slowakei sieht sich nicht dafür gerüstet. Ungarn lehnt ein Energieembargo generell ab. Bundeskanzler Olaf Scholz sagt Schweden und Finnland die Unterstützung Deutschlands bei einem Nato-Beitritt zu. CDU-Chef Friedrich Merz trifft sich in Kiew mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

2. Mai: Lawrow sorgt mit NS-Vergleich für Empörung

Russlands Außenminister sorgt mit einem NS-Vergleich für internationale Empörung. In Deutschland wird weiter die geplante Ukraine-Reise von Oppositionsführer Friedrich Merz diskutiert. Bundeskanzkler Olaf Scholz bekräftigt sein Nein zu einem Besuch nach Ausladung des Bundespräsidenten.

1. Mai: Evakuierungsaktion für Zivilisten aus Stahlwerk Azowstal angelaufen

In Mariupol läuft die seit langem erwartete internationale Evakuierungsaktion für Zivilisten aus dem eingekesselten Stahlwerk Azowstal an. Außerdem bestätigen die russischen Streitkräfte die Zerstörung eines ukrainischen Militärflugplatzes samt westlicher Waffen in der Nähe der Schwarzmeer-Metropole Odessa.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Februar 2022 | 06:00 Uhr

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Mehr als 260 Soldaten, unter ihnen etwa 50 Schwerverletzte, haben das Asow-Stahlwerk verlassen. Sie wurden in russisch kontrollierte Gebiete gebracht. Im Werk sollen sich noch immer mehrere Hundert Soldaten befinden.

Di 17.05.2022 14:52Uhr 00:54 min

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