Dirk Reelfs, Sprecher Sächsisches Kultusministerium
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Fridays for Future Sächsisches Kultusministerium pocht auf Schulpflicht

An diesem Freitag wird erstmals weltweit zum Schülerstreik "Fridays for Future" aufgerufen. Auch sächsische Schüler wollen sich wieder beteiligen, während der Unterrichtszeit. Was hält das Kultusministerium davon? Ein Interview mit Pressesprecher Dirk Reelfs.

Dirk Reelfs, Sprecher Sächsisches Kultusministerium
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Herr Reelfs, was halten Sie von der Diskussion um politisches Engagement der Schüler kontra Einhaltung der Schulpflicht?

Ich würde sagen, die Schüler haben schon wahnsinnig viel erreicht. Deutschland diskutiert über die Frage, was wir an Klimaschutz leisten sollen. Ja, sie beherrschen in gewisser Weise auch die politische Agenda, selbst bis hin zur Bundeskanzlerin. Auch der Bundespräsident hat sich dazu geäußert. Da haben die Schüler schon viel erreicht und auch viel Zustimmung erfahren. Aber auch die anderen haben Recht. Es gibt Regeln zu beachten und eine Regel in Deutschland ist, so auch in Sachsen: Es gilt die Schulpflicht. Während der Unterrichtszeit darf nicht gestreikt werden.

Doch die Schüler hätten niemals das erreicht, was sie erreicht haben, wenn sie brav nach dem Unterricht demonstrieren gegangen wären, oder?

Man kann nicht ausschließen, dass der Regelbruch auch zu einer Aufmerksamkeit geführt hat. Aber ich glaube, da sind wir mittlerweile weit darüber hinaus. Den Regelbruch dürfen wir jetzt nicht überschätzen. Wir sollten auch nicht unterschätzen, wie wichtig Regeln an Schulen sind. Stellen wir uns doch mal vor, die Schüler würden nicht für mehr Klimaschutz auf die Straße gehen, sondern sie würden für den Waffengebrauch an Schulen, sie würden gegen Asylbewerber auf die Straße gehen, würden wir dann ebenso vehement nach Unterstützung rufen? Nein, das würden wir nicht. In solchen Momenten ist es immer gut, sich an die Regeln zu erinnern. Wir bitten die Schulen aber, immer auch angemessen zu reagieren, da muss man im Einzelfall entscheiden, wie man reagiert. Klar ist aber auch, die Lehrer, die Schulleiter müssen den Schülern klar deutlich machen, dass die Schulpflicht gilt, dass man nicht so ohne weiteres während der Unterrichtszeit schwänzen darf, weil man streiken möchte. Wenn nun Schüler wiederholt dagegen agieren, muss der Schulleiter zu angemessenen Maßnahmen greifen.

Aber, wenn die Jugend nicht radikal ist, wer soll es dann noch sein?

Das ist das Recht der Jugend und deshalb ist es ja auch gut, eine politisch denkende und handelnde Jugend haben.

Das Interview führte Elena Pelzer.

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.03.2019 | ab 06:20 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 14. März 2019, 18:17 Uhr

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