FSV Zwickau - Berliner AK 2:0 (2:0) , Im Bild: Siegjubel Trainer Rico Schmitt, FSV Zwickau 3 min
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Fußball | Regionalliga Abstieg, Scherbenhaufen, Klassenerhalt - Zwickaus Herz lacht wieder

13. April 2024, 11:38 Uhr

Dank des Unentschiedens gegen den ZFC Meuselwitz hat der FSV Zwickau den Klassenerhalt auch rechnerisch sicher. Es ist das versöhnliche Ende einer turbulenten Saison.

Am 31. Oktober 2023 schrillten die Alarmglocken in Zwickau. 0:1 hieß es nach 90 Minuten gegen den ZFC Meuselwitz. Maue acht Punkte nach zwölf Spieltagen - akute Abstiegsgefahr. Kein halbes Jahr später kann nicht nur Trainer Rico Schmitt wieder lachen. Zwar verpasste der FSV trotz Chancen erneut einen Sieg gegen den ZFC, das war an diesem lauen Aprilabend aber nebensächlich.

Zwickaus Scherbenhaufen im Sommer

Das 1:1 nach einem packenden Schlagabtausch genügte, um auch rechnerisch die letzten Zweifel am Klassenerhalt zu beseitigen. "Da lacht das Herz", strahlte auch Zwickaus Coach. Dass man bereits fünf Spieltage vor Saisonende endgültig für die kommende Spielzeit planen kann, war so im letzten Sommer keineswegs abzusehen. Nach dem Abstieg aus der 3. Liga stand der Verein vor einem Scherbenhaufen: Der Club massiv verschuldet und von der Existenz bedroht, kaum ein Spieler unter Vertrag.

Eine Torszene 1 min
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Schmitt formt eine Einheit

Umso bemerkenswerter waren die Entwicklungen der letzten Monate bei den "Schwänen". Mit einem in den Gremien rundumerneuten Verein und der tatkräftigen Unterstützung der Fans konsolidierte sich der FSV Stück für Stück, wendete zunächst die Insolvenz ab und sorgte auch auf dem Rasen spätestens ab der Rückrunde wieder für positive Schlagzeilen. Nicht zuletzt der Verdienst von Trainer Schmitt, der aus einer komplett neu zusammengestellten Mannschaft, aus größtenteils unerfahrenen Spielern, eine Einheit formte.

Dass man gegen spielerisch starke Meuselwitzer durchaus als Sieger vom Platz hätte gehen können, passt ins neue Selbstverständnis in Zwickau. "Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit nicht an uns reißen können und waren in der einen oder anderen Situation zu ungenau. Meuselwitz hat sich zwischenzeitlich in einen Rausch gespielt", haderte Schmitt. Die Führung nach Wiederanpfiff durch Theo Martens sei zwar verdient gewesen, dennoch habe man es verpasst, den Deckel frühzeitig draufzumachen.

Theo Martens 2 min
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"Gigantische 38 Punkte - wer hätte das gedacht?"

Lange konnte und wollte sich Schmitt über den Ausgleichstreffer durch René Eckardt aber nicht ärgern. Im Vordergrund stand neben dieser "Atmosphäre mit Flutlichtspiel und voller Hütte" die einmal mehr solide Leistung seines Teams. "Das zeigt, was für eine Entwicklung die Mannschaft und der Verein genommen haben", lobte Zwickaus Übungsleiter. Nun hat man "gigantische 38 Punkte" gesammelt. "Das ist riesig. Wer hätte das gedacht?"

Wir müssen an den Themen dranbleiben.

Rico Schmitt Trainer FSV Zwickau

Auf lange Sicht wird auch beim FSV der Blick tabellarisch weiter nach oben gehen. Dennoch bleibt man demütig. Die existenzbedrohende Situation im vergangenen Sommer hat ihre Spuren hinterlassen. "Wir müssen an den Themen dranbleiben", weiß auch Schmitt. Der neue Zusammenhalt in Zwickau, "das Herz und die Leidenschaft", mit der Mannschaft und Verein agieren, lässt aber hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.


jsc

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 13. April 2024 | 14:00 Uhr

22 Kommentare

AnniZ vor 6 Wochen

Davy Frick hat nicht Rico Schmitt persönlich beleidigt - er hat sich (zugegebenermaßen unangemessen) kritisch über dessen Mannschaft geäußert. Die Reaktion des damaligen HFC-Trainers dagegen war persönlich ("Er sollte mal lieber an seinem Gewicht arbeiten. Vielleicht kriegt er dann bei mir ein Probetraining. Ansonsten reicht es eben nur für Zwickau."). Die Angelegenheit haben sie damals rasch bereinigt, und heute lachen beide darüber - der Trainer und sein Kapitän.

AnniZ vor 6 Wochen

Ehrliche, humorlose Antwort? in Liga 3 betrug sie 360.000 Euro, und viel billiger ist sie nicht geworden.
Die offenen Ecken sind ein gutes Zeichen. Sie zeigen, dass man schon beim Bau kostenbewusst war. Das neue Stadion war eigentlich gar nicht geplant. Das alte Westsachsenstadion sollte saniert werden (das war unumgänglich) - doch dann hätte die Ertüchtigung des Untergrunds (Bergbauhalde) die Baukosten explodieren lassen. Also hat man sich aus Kostengründen entschieden, das Wesa zur Breitensportanlage umzubauen und in Eckersbach ein neues Stadion errichtet. Und das wurde so konzipiert, dass es gerade eben die Anforderungen für die 3. Liga erfüllt. 10.000 Plätze müssen vorhanden sein? Okay, 10.134 Plätze gibt's. Es gehörte zu Drittligazeiten zwar zu den kleinen Stadien, aber was die Ausstattung betrifft, war es gehobenes Mittelfeld. Die Ecken sorgen jetzt für Frischluftzufuhr, können aber bei Bedarf (momentan natürlich mehr als utopisch) leicht und preiswert, ausgebaut werden.

Dynamokralle vor 6 Wochen

Das ist der Beweis, nicht nur Phönix, auch Schwäne können aus der Asche aufsteigen 👍.
Eine tolle Entwicklung, freue mich mit und für Euch.
Beste Wünsche für den weiteren Weg und dynamische Grüße aus Dresden!

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