Jenoptik, Carl Zeiss Meditec und Co. Corona-Börseneinbruch trifft Thüringer Aktien hart

Der Thermometerhersteller Geratherm aus Geschwenda im Ilmkreis profitiert derzeit von der Corona-Krise. Der Aktienkurs stieg um rund 30 Prozent. Bei vielen anderen börsennotierten Unternehmen aus Thüringen sieht es dagegen anders aus.

Standort des Halbleiterproduzenten X-Fab in Erfurt in der Haarbergstraße. Mehrteiliges Firmengebäude mit Flachdächern, beiger und weißen Fassaden. Im Hintergrund ist der Eingang mit dem Schriftzug XFab zu sehen. Vor den Gebäuden gitbes einen schmalen Grünstreifen mit Büschen und Bäumen. Mehrere Autos parken.
Standort des Halbleiterproduzenten X-Fab in Erfurt in der Haarbergstraße. Bildrechte: Ines Hempel

Der weltweite Corona-Börseneinbruch hat die Aktienkurse der Thüringer Börsenunternehmen besonders stark erwischt. Sieben der zehn Aktien haben in den ersten drei Monaten mehr verloren als der DAX. Der deutsche Leitindex hat mehr als 25 Prozent eingebüßt.

Einzige Thüringer Ausnahme ist der Thermometerhersteller Geratherm aus Geschwenda im Ilmkreis. Weil die Medizinprodukte in der Krise gefragt sind, ist der Aktienkurs um rund 30 Prozent nach oben gesprungen. Die Kurstalfahrt der vergangenen Jahre wurde dadurch gestoppt.

Dickes Minus bei Aktien von Technologieunternehmen

Tiefrotes Minus ist aber aus Thüringer Sicht bestimmend, vor allem beim Erfurter Elektronikchip-Hersteller X-Fab. Der Kurs sackte um mehr als 50 Prozent ab. Die Aktie kostet mit unter zwei Euro so wenig wie noch nie. Die Aktienkurse des Technologieunternehmens Jenoptik und der Beteiligungsgesellschaft DEWB aus Jena rauschten mehr als 40 Prozent abwärts. Der Jenoptik-Kurs stand zuletzt 2016 so tief.

Minus rund 30 Prozent stehen bei den Kursen des in Meiningen und München ansässigen Glasfaserspezialisten ADVA, des Jenaer Softwareherstellers Intershop und des Weimarer Industriedienstleisters IBU-Tec zu Buche. Um mehr als 25 Prozent ging es für die Aktien des Eisenbahnausrüsters Funkwerk aus Kölleda nach unten. Immerhin hatte der Kurs im Vorjahr ordentlich zugelegt.

Verluste auch bei Carl Zeiss Meditec

Beim Medizintechnik-Hersteller Carl Zeiss Meditec aus Jena hat der Aktienkurs im ersten Quartal um mehr als 20 Prozent verloren. Dennoch ist das Meditec-Papier mehr wert als vor einem Jahr. Unter den Umständen vergleichsweise stabil stehen die Papiere des IT-Technikanbieters Hyrican aus Kindelbrück im Landkreis Sömmerda mit Minus 13 Prozent da.

Das Operationsmikroskop Opmi Lumera T von Carl Zeiss Meditec aus Jena im Einsatz.
Beim Medizintechnik-Hersteller Carl Zeiss Meditec aus Jena hat der Aktienkurs im ersten Quartal um mehr als 20 Prozent verloren. (Symbolbild) Bildrechte: Carl Zeiss Meditec AG

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. April 2020 | 08:00 Uhr

2 Kommentare

Quentin aus Mondragies vor 25 Wochen

Ist halt blöde, wenn man im Portfolio nichts Systemrelevantes hat. Die Fachkompetenz wäre sicherlich da. Und wer ist eigentlich nochmal verantwortlich für das Produktportfolio in den Unternehmen? Aber immer schön weiter auf Nischenprodukte und Militärtechnik setzen. Brauch jetzt und die kommenden Jahre kein Mensch. Jetzt wird sich die wahre Innovationskraft unserer mitteldeutschen AG's zeigen. Es bleibt spannend.

Wenn die Realitaet nicht zur Ideologie passt vor 25 Wochen

Die EZB druckt doch fleißig Geld, außerdem wird keinem etwas weggenommen, wir schaffen das!
Das, was zum Schluss kommt, wird allen die Augen öffnen.
Gute Nacht Deutschland.

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