BepiColombo: erster Vorbeiflug an Merkur

Am 2. Oktober soll die europäische und japanische Raumsonde BepiColombo ihren ersten Vorbeiflug am Merkur absolvieren. Es ist eines von sechs Swing-by-Manövern, bevor die Raumsonde in eine Umlaufbahn um den Merkur einschwenken soll.

Künstlerische Darstellung der Merkur-Raumsonde BepiColombo vor dem Gesteinsplaneten Merkur.
Künstlerische Darstellung der Merkur-Raumsonde BepiColombo vor dem Gesteinsplaneten Merkur. Bildrechte: ESA/ATG medialab; Mercury: NASA/JPL

Die Merkur-Raumsonde BepiColombo soll am 2. Oktober ihren ersten Vorbeiflug, auch Swing-by-Manöver genannt, am Merkur durchführen. Für ihren Weg zum innersten Planeten in unserem Sonnensystem muss die Raumsonde mehrere Vorbeiflüge an Venus und Merkur absolvieren, damit sie den Gesteinsplaneten mit so wenig Treibstoff wie möglich erreicht.

Vor knapp drei Jahren, am 20. Oktober 2018, ist die Raumsonde BepiColombo ins All aufgebrochen. Es ist die erst dritte Mission, die den innersten Planeten unseres Sonnensystems, den Merkur, erforschen soll. Die erste Mission war Mariner 10 in den Jahren 1974 und 1975. Die letzte Mission untersuchte den Planeten zwischen 2011 und 2015, der MESSENGER-Orbiter.

Missionsziel von BepiColombo

BepiColombo ist ein Gemeinschaftsprojekt der europäischen und japanischen Raumfahrtbehörden ESA und JAXA. Mit deren Kameras soll die Oberfläche des Merkur in verschiedenen Spektralbereichen kartografiert werden.

Außerdem sollen Höheninformationen sowie die chemische und mineralogische Zusammensetzung der Planetenoberfläche bestimmt werden. Damit wollen die Forschenden mehr Aufschlüsse über die Entstehungsgeschichte des Planeten erlangen, aber auch erfahren, ob Merkur einen festen oder geschmolzenen Kern enthält. Darüber hinaus soll ermittelt werden, woher das Magnetfeld des Planeten stammt und welche Ausdehnung und Form dieses hat. Auch Partikel und Strahlung sollen untersucht werden.

BepiColombo: Missionverlauf

Das erste und einzige Swing-by-Manöver an der Erde wurde bereits im April 2020 durchgeführt, die beiden Venus-Vorbeiflüge fanden im Oktober 2020 und August 2021 statt. Insgesamt sollen sechs Swing-by-Manöver absolviert werden, bevor die Raumsonde am 5. Dezember 2025 in ihre Umlaufbahn um den Merkur einschwenken soll. Das voraussichtliche Missionsende ist für Mai 2027 geplant – eine Verlängerung der Mission könnte aber möglich sein. Vorausgesetzt, sämtliche Berechnungen für die Flugbahnen waren korrekt und es verläuft alles weiterhin nach Plan.

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