Der Internationale Asteroiden-Tag

Der Internationale Asteroiden Tag am 30. Juni soll die Gefahr, Bedeutung und Forschung rund um Asteroiden der Öffentlichkeit präsentieren. Doch wie gefährlich sind sie wirklich? Und welche Missionen und Veranstaltungen gibt es überhaupt? Das alles erfahren Sie hier:

Illustration eines Asteroideneinschlags auf der Erde
Illustration eines Asteroideneinschlags auf der Erde. Bildrechte: imago images / Science Photo Library

Am 30. Juni ist der alljährliche Asteroidentag (engl. International Asteroid Day), der 2016 von den Vereinten Nationen ausgerufen wurde. Dabei ist der Tag nicht zufällig gewählt. Am 30. Juni 1908 ist vermutlich ein Asteroid oder Komet über der sibirischen Tunguska-Region in mehreren Kilometern Höhe explodiert.

Der Asteroid Day nimmt dieses Ereignis zum Anlass, um über die Gefahr von Asteroiden und anderen Himmelskörpern zu informieren, aber auch, um Abwehrmaßnahmen von Raumfahrtbehörden in den Fokus zu rücken.

Die ersten Asteroiden-Proben

Um Asteroiden besser zu verstehen, wurden sind derzeit zwei Missionen unterwegs. Zum einen hat die japanische Raumfahrtbehörde JAXA mit ihrer Raumsonde Hayabusa 2 bereits im Dezember 2020 eine Probe des Asteroiden Ryugu zur Erde gebracht. Im Anschluss ist die Raumsonde zu weiteren Asteroiden aufgebrochen. Den ersten der beiden Asteroiden soll sie im Juli 2027 erreichen und den zweiten im Juli 2031.

Eine künstlerische Darstellung der Raumsonde Hayabusa 2, wie sie auf dem Rückweg zur Erde ist. Es handelt sich um eine Raumsonde der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA, die eine Asteroidenprobe vom erdnahen Astroiden Ryugu einsammelte.
Eine künstlerische Darstellung der Raumsonde Hayabusa 2, wie sie auf dem Rückweg zur Erde ist. Es handelt sich um eine Raumsonde der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA, die eine Asteroidenprobe vom erdnahen Astroiden Ryugu einsammelte. Bildrechte: Akihiro Ikeshita / JAXA

Dann gibt es noch die OSIRIS-REx Mission der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA, die am 10. Mai dieses Jahres zurück zur Erde aufgebrochen ist. Im Gepäck hat sie eine Probe des Asteroiden Bennu. Diese soll am 24. September 2023 die Erde erreichen.

Eine künstlerische Darstellung der Raumsonde OSIRIS-Rex, der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA, kurz vor ihrer Probeentnahme auf dem erdnahen Asteroiden Bennu.
Eine künstlerische Darstellung der Raumsonde OSIRIS-Rex, der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA, kurz vor ihrer Probeentnahme auf dem erdnahen Asteroiden Bennu. Bildrechte: NASA / Goddard / University of Arizona

Die Gefahr aus dem All – kleiner als man denkt

Immer wieder wird von erdnahen Objekten berichtet, die eine potenzielle Gefahr für einen Einschlag auf der Erde sind. Erdnah ist dabei aber ein weiter Begriff. Zur Verdeutlichung: Die Erde hat einen Äquator-Durchmesser von 12.742 Kilometern. Der Mond ist im Mittel 384.400 Kilometer von der Erde entfernt. Dabei wird übrigens von der Mitte beider Himmelskörper gemessen. Die Erde passt trotzdem fast 30-mal zwischen Erde und Mond.

Bei den potenziell gefährlichen Asteroiden (engl. Potentially Hazardous Asteroid, kurz PHA) handelt es sich um Himmelskörper, die bis zu 19,5-mal so weit von uns entfernt sind, wie es der Mond ist. Das entspricht ungefähr 7,5 Millionen Kilometer. Carolin Liefke vom Haus der Astronomie sagt, dass es erst bei einem Abstand von 30.000 bis 50.000 Kilometern spannend wird. Der Grund: In dieser Entfernung befindet sich ein Teil unsere künstlichen Satelliten.

Übrigens: Wenn die Rede von erdnahen Objekten (engl. Near Earth Objects, kurz NEO) ist, sind Himmelskörper mit einem 1,3-fachen Abstand von Erde und Sonne gemeint. Durch die elliptische Erdumlaufbahn ist unser Planet zwischen 147 und 152 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Demnach bewegen sich erdnahe Objekte in einem Umkreis von rund 150 bis zu ungefähr 194 Millionen Kilometern Entfernung. Und von denen sind derzeit lediglich um die 24.000 Stück bekannt.

Asteroid fliegt an Erde vorbei
Künstlerische Darstellung: Asteroid fliegt an Erde vorbei. Bildrechte: IMAGO / Leemage / P. Carril / Novapix

Besser kein zweites Massensterben

Dennoch: Vorsicht ist besser als ein zweites Dinosaurier-Aussterben, auch wenn es diesmal die Menschheit und die meisten Säugetiere betreffen würde. Die Bahn von anderen Himmelskörpern wird von Astronomen genau beobachtet und berechnet. Immerhin wirken etliche Gravitationskräfte in unserem Sonnensystem auf sie ein. Als größte Kraft unsere Sonne, aber auch die Gasriesen Jupiter und Saturn haben eine enorme Anziehungskraft. Außerdem suchen Forscher immer noch nach dem unbekannten Planeten 9, dessen Gravitationskraft sich ebenfalls von außen auf die Umlaufbahnen von Asteroiden oder Kometen auswirken kann. 

Künstlerische Darstellung zeigt den Dinosaurier Australotitan cooperensis
Künstlerische Darstellung zeigt den Dinosaurier Australotitan cooperensis Bildrechte: dpa

Zudem kann es trotz der enormen Abstände im Weltall zu Zusammenstößen kommen. Dadurch würde sich die Bahn der beobachteten Himmelskörper ändern. Außerdem entdecken Astronomen immer wieder neue Asteroiden und das manchmal erst, wenn sie nur wenigen Hunderttausend oder Millionen Kilometer entfernt sind. Aus diesem Grund forschen die verschiedenen Raumfahrtbehörden auch an der Möglichkeit einer Bahnumlenkung von Asteroiden.

Veranstaltungstips

Wer mehr über Asteroiden wissen will, kann sich auch den Stream von Asteroid Day TV auf Twitch anschauen. Die Programmvorschau kann man auf deren Internetseite zwischen dem 1.Juni und 4. Juli begutachten. Und mit etwas Glück – gemäß der Corona-Situation – wird das thüringische Astronomiemuseum der Sternenwarte in Sonneberg seine Pforten für eine Veranstaltung öffnen.

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