Grösser und heller: Der Supervollmond im April

In der Nacht zum 27. April erreicht der Mond seine monatliche Opposition, besser bekannt als Vollmond. Dieses Mal ist er besonders groß und wird als Supervollmond bezeichnet. Warum das so ist, erklären wir hier.

Mondvergleich
Zwischen Super-Vollmond und Mini-Vollmond können bis zu 14 Prozent Größenunterschied liegen. Bildrechte: NASA

Wenn am Dienstagmorgen, den 27. April, der Mond untergeht, dann ist er voll. Doch es ist nicht irgendein Vollmond: An diesem Tag wird der Mond größer als gewöhnlich am Himmel erscheinen. Es ist Supervollmond. Aber warum erleben wir überhaupt einen Supermond? Das liegt vor allem an seiner Umlaufbahn. Diese ist nämlich nicht kreisrund, sie ist elliptisch. Der Mond eiert wie ein hart gekochtes Ei um die Erde herum. Ende April ist er ihr näher. Doch es gibt auch Tage, wo er sich von seinem Mutterplaneten entfernt.

Sein durchschnittlicher Abstand zur Erde sind 384.405 Kilometer. Am 27. April um 17.22 Uhr (dann ist er also schon ein ganz wenig nicht mehr voll) nähert sich der Trabant der Erde auf 357.378 Kilometer. Somit ist sein von uns wahrgenommener optischer Umfang bis zu sieben Prozent größer als an normalen Vollmondtagen. Wie genau sich der Mond um die Erde bewegt, sehen Sie im nachfolgenden Video.

Wann ist Mini-Mond und wann Super-Mond?

Wann der Erdtrabant als Minimond oder Supermond am Nachthimmel steht, hängt von seinem Abstand zur Erde ab. Wenn der Mond weniger als 360.000 Kilometer von der Erde enfernt ist, steht er als Supermond am Himmel. Die Phasen, in denen der Mond der Erde näher steht, werden Perigäum (erdnächster Punkt) genannt. Wenn er sich jedoch mehr als 405.000 Kilometer von der Erde entfernt, steht er als Minimond am Firmament. Sein erdfernster Punkt wird Apogäum genannt. Der nächste Mini-Vollmond findet überigens am 19. November statt, zusammen mit einer Halbschattenfinsternis. Am 10. Dezember wird es ebenfalls einen Mini-Vollmond geben.

Das passiert über das Jahr hinweg öfters. Deswegen kann es auch mehrere Minivollmonde oder Supervollmonde geben. Jedoch muss ein Super- oder Mini-Mond nicht zwangsläufig auf eine Vollmondnacht fallen. Dieses Ereignis kann auf jede beliebige Mondphase fallen.

Kann man den Unterschied wirklich sehen?

Das besondere an Mini- und Supermond ist, dass sie von der Erde aus unterschiedlich groß wirken. Zwischen den beiden Extremphasen können bis zu 14 Prozent Größenunterschied liegen. Jedoch kann man den Unterschied mit dem bloßen Auge gar nicht wahrnehmen. Dafür bräuchte man Messinstrumente oder man müsste sich einen zweiten Mond daneben stellen, der im durchschnittlichen Abstand von 384.405 Kilometern zur Erde steht.

Ähhnlich sieht es beim Helligkeitsunterschied aus. Bei Supervollmond leuchtet der Trabant um die 30 Prozent heller als ein Minivollmond. Das passiert, weil er der Erde näher als üblich ist und somit seine optische Größe zunimmt. Dadurch kann er mehr Sonnenlicht reflektieren. Um dies zu erkennen, bräuchten wir aber auch ein Vergleichsobjekt. Wirklich sehen kann man den Unterschied als Otto-Normal-Bürger also nicht.

Manchmal kann dieser Unterschied aber selbst mit astronomischen Messinsturmenten nicht vermessen werden - zumindest von der Erde aus. Darunter zählen die Phänomene des Superneumondes und des Minineumondes. Dann befindet sich unser Begleiter nämlich auf einer Linie zwischen Erde und Sonne.

Der Verlauf des Mondzyklus

Mit Neumond beginnt auch der Mondzyklus. Der Mond bewegt sich in den nächsten Tagen um die Erde. Nach zirka einer Woche befindet er sich – von der Sonne aus gesehen – neben der Erde als zunehmender Halbmond. Eine weitere Woche später wird der Mond hinter die Erde wandern und mit ihr und der Sonne in einer Linie stehen. Es wird Vollmond sein.

Eine Woche darauf wird er erneut neben der Erde stehen - diesmal jedoch auf der anderen Seite. Er wird sich als abnehmender Halbmond zeigen. Nach 29,53 Tagen hat er seinen Mondzyklus abgeschlossen und steht wieder im Neumond. Zwischen der Neumond- und Vollmondphase vergehen übrigens 14,76 Tage. Wie das genau aussieht, sehen Sie im nachfolgenden Video.

Mondphasen 1 min
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29,53 Tage braucht der Mond, um die Erde einmal zu umrunden. Von uns aus wirkt es so, als nehme der Mond zu, erstrahle dann rund und voll und nehme wieder ab.

Fr 28.06.2019 10:04Uhr 01:24 min

https://www.mdr.de/wissen/astrokalender/Mondzyklus-Mondphasen-102.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Gemessen wird von Mitte zu Mitte

Übrigens: Noch näher als zu diesem Super-Vollmond kommen sich Erde und Mond am 25. November 2034 – dann werden die Massenzentren der beiden Himmelskörper nur 356.448 Kilometer voneinander entfernt sein. Denn gemessen wird der Abstand nicht an der Oberfläche, sondern von Mittelpunkt zu Mittelpunkt. Für Mondfans: Der nächste Vollmond wird auch ein Super-Vollmond sein. Außerdem wird er am 26. Mai als Blutmond am Erdhimmel stehen.