Citizen-Science-Projekt Bürgerwissenschaftler finden 1.700 Asteroidenspuren im All

Wann trifft der nächste Asteroid auf die Erde? Da es gar nicht so leicht ist, das Weltall zu durchforsten, helfen Bürgerwissenschafts-Projekte bei der Beantwortung dieser Frage. Eines hat mehr als 1.700 Spuren von Asteroiden gefunden. 1.000 von bisher unbekannten Objekten.

Bei einem Citizen-Science-Projekt wurden bisher über 1.700 Spuren von Asteroiden im Weltall gefunden.
Bei einem Citizen-Science-Projekt wurden bisher über 1.700 Spuren von Asteroiden im Weltall gefunden. Bildrechte: ESA/Hubble & NASA, S. Kruk (ESA/ESTEC), Hubble Asteroid Hunter citizen science team, M. Zamani (ESA/Hubble)

Das Projekt mit dem Namen "Hubble Asteroid Hunter" startete am Weltasteroiden-Tag im Juni 2019. An diesem Tag, der an das Tunguska-Ereignis 1908 erinnert, bekommen die Himmelskörper traditionell mehr Interesse als sonst. Daran beteiligt sind das European Science and Technology Centre (ESTEC) und das zur Esa gehörende ESAC Science Data Centre (ESDC) – zusammengearbeitet wurde zudem mit Google sowie mit der Plattform "Zooinverse", dem weltgrößten Portal für Citizen Science.

Mehrheit der Spuren im Hauptgürtel zwischen Mars und Jupiter

Die forschenden Bürger identifizierten insgesamt 37.000 zusammengesetzte Fotos, die zwischen April 2002 und März 2021 vom Hubble-Teleskop aufgenommen worden waren. Auf diesen Bildern, für die eine halbe Stunde Beobachtungszeit nötig war, zeigten sich die Asteroiden als kurvige Linien oder Streifen. Die rund 11.400 Bürgerwissenschaftler fanden dabei mehr als 1.000 Spuren von Asteroiden, die von einem Algorithmus danach noch näher untersucht wurden. Die Kombination aus Citizen Science und Künstlicher Intelligenz ergab am Ende 1.701 Spuren auf 1.316 Bildern. Die Teilnehmenden entdeckten zudem weitere astronomische Objekte wie Galaxien oder Nebel.

Bei einem Citizen-Science-Projekt wurden bisher über 1.700 Spuren von Asteroiden im Weltall gefunden.
Der Asteroid 2001 SE101 passiert den Krebs-Nebel. Bildrechte: ESA/Hubble, M. Thévenot (@AstroMelina)

Ungefähr ein Drittel der Spuren konnte bereits bekannten Asteroiden zugeordnet werden. Die 1.031 verbleibenden Hinterlassenschaften waren vergänglicher und gehörten wahrscheinlich zu kleineren Asteroiden. Die große Mehrheit von ihnen befindet sich wohl im Hauptgürtel zwischen Mars und Jupiter, wo solch kleine Asteroiden bisher nur wenig untersucht worden waren. Über ihre Spuren können die Astronomen interessante Einsichten in die Frühzeit unseres Sonnensystems bekommen, als sich die Planeten zu formen begannen. Als nächstes sollen die 1.031 Asteroidenspuren noch genauer untersucht werden – vor allem hinsichtlich der Orbits und Eigenschaften wie Größe und Rotationszeit.

cdi/esa

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Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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cdi

1 Kommentar

part vor 7 Wochen

Besser nicht mal ein kleiner mittlerer Brocken, sein Zerbersten oder der Einschlag könnte als Angriff des Gegners mit Atomwaffen gedeutet werden, auch wenn bestimmte Präsidenten mittlerweile nur noch eine Attrappe des Atomkoffers besitzen.